Schaffen NVIDIA KI-Partnerschaften mit Meta und OpenAI den nächsten Superzyklus oder droht ein riskantes Klumpenrisiko?
Wie positioniert sich NVIDIA im KI-Superzyklus?
NVIDIA Corporation dominiert mit ihren Data-Center-GPUs weiterhin den Markt für KI-Beschleuniger. Die Systeme rund um Hopper, Blackwell und künftig Rubin gelten für viele Entwickler als Goldstandard, um immer größere und leistungsfähigere Modelle zu trainieren. Gleichzeitig baut NVIDIA sein Ökosystem aus CPUs, Networking und Software konsequent aus und will den kompletten KI-Stack aus einer Hand liefern.
An der Börse spiegelt sich diese Stärke aktuell nur begrenzt wider: Die Aktie notiert mit 186,44 US-Dollar rund 0,81 % unter dem Vortag und bewegt sich seit Mitte 2025 weitgehend seitwärts, obwohl Hyperscaler wie Amazon, Alphabet und Meta CapEx-Guidance von zusammen mindestens 500 Milliarden US-Dollar für 2026 in Aussicht stellen. Analysten verweisen darauf, dass NVIDIA mit Margen um 50 % und extrem hoher Kapitalrendite strukturell zu den profitabelsten Technologieunternehmen weltweit gehört.
Mehrere Research-Häuser sehen die jüngste Bewertungs-Korrektur als Chance. Morningstar etwa argumentiert, dass Furcht vor einer KI-Blase viele Tech-Werte unter Druck gebracht hat, während Halbleiter-Spezialisten wie NVIDIA aufgrund ihrer fundamentalen Ertragsdynamik inzwischen wieder attraktiv erscheinen.
Was bringt der Mega-Deal mit Meta?
Herzstück der aktuellen NVIDIA KI-Partnerschaften ist eine mehrjährige Vereinbarung mit Meta. Der Social-Media- und Metaverse-Konzern plant, in den kommenden Jahren „Millionen“ von NVIDIA-Prozessoren in seinen Rechenzentren und in der eigenen Cloud-Infrastruktur zu verbauen. Es geht dabei nicht nur um klassische GPUs, sondern erstmals im großen Stil auch um die Grace-CPU für breitere Daten-Workloads.
Für NVIDIA ist dies der erste große Hyperscaler-Rollout seiner CPU-Plattform und ein weiterer Schritt, sich von einem reinen GPU-Anbieter zum Komplettausrüster für KI-Rechenzentren zu entwickeln. Meta will seine KI-bezogenen Investitionen massiv erhöhen; an den Märkten ist von einem KI-Budget im hohen zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr die Rede, was NVIDIA planbare Nachfrage über mehrere Jahre sichern dürfte.
An der Wall Street sorgte der Deal bereits für eine Erholung der Chip-Werte, nachdem KI-Schwergewichte wie Microsoft und andere Softwaretitel zuvor unter Bewertungsängsten litten. Analysten von Häusern wie Citi und Goldman Sachs verweisen darauf, dass solche Langfristverträge die Visibilität der künftigen Umsätze von NVIDIA deutlich verbessern – auch wenn konkrete neue Kursziele derzeit noch ausstehen.

NVIDIA KI-Partnerschaften mit OpenAI: Chance oder Klumpenrisiko?
Parallel zum Meta-Deal verstärken die NVIDIA KI-Partnerschaften mit OpenAI die strategische Vernetzung des Konzerns in der KI-Spitze. OpenAI steht kurz vor einer historischen Finanzierungsrunde von über 100 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen mit bis zu 850 Milliarden US-Dollar bewerten könnte. Strategische Investoren wie Microsoft, Amazon, SoftBank und NVIDIA sollen den Großteil der Mittel bereitstellen.
NVIDIA diskutiert dabei eine Beteiligung von etwa 20 Milliarden US-Dollar. Der Großteil dieses Kapitals dürfte in Rechenzentren und damit letztlich in KI-Hardware fließen, wovon NVIDIA sowohl als Investor als auch als Lieferant profitiert. OpenAI hat sich zu Investitionsausgaben in der Größenordnung von Billionen US-Dollar über die kommenden Jahre bekannt – ein potenzieller Treiber für einen mehrjährigen Superzyklus im Chipsektor.
Gleichzeitig warnen einige Marktteilnehmer vor einer gewissen Zirkularität: Hyperscaler wie Amazon investieren in OpenAI, das dann wiederum Cloud- und Chipkapazitäten dieser Konzerne nutzt. Die Bewertung der NVIDIA-Aktie hängt daher zunehmend davon ab, ob sich die gigantischen KI-CapEx der Hyperscaler in absehbarer Zeit in überzeugenden Renditen niederschlagen.
Wie reagieren Anleger und ETFs auf NVIDIA?
Während kurzfristig vermehrt Puts auf NVIDIA Corporation gehandelt werden und die Aktie im Jahresverlauf bislang leicht im Minus liegt, setzen institutionelle und ETF-Anbieter weiter auf das KI-Narrativ. Der neu aufgelegte AGIX-ETF von KraneShares etwa gewichtet NVIDIA neben Microsoft und Apple prominent, um gezielt vom globalen Ausbau der KI-Infrastruktur zu profitieren. Auch 13F-Daten zeigen, dass große Adressen ihre Engagements in Halbleiter- und Infrastrukturwerten rund um NVIDIA ausbauen.
Gleichzeitig steht NVIDIA mit seinen kommenden Quartalszahlen im Fokus. Investoren hoffen, dass starke Zahlen, eine robuste Blackwell- und Rubin-Roadmap sowie neue Signale zu China-Geschäften und weiteren NVIDIA KI-Partnerschaften den zuletzt angeschlagenen Sentiment-Turnaround vollenden können. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die extrem hohen Erwartungen an Wachstum und Profitabilität erneut übertreffen kann.
Sie sind das Zentrum des Universums – hohe Wachstumsraten, 50 % Marge und 100 % Eigenkapitalrendite machen NVIDIA zu einem Traumunternehmen.
— Ein führender Portfoliomanager eines US-Vermögensverwalters
Fazit
Die aktuellen NVIDIA KI-Partnerschaften mit Meta und OpenAI festigen die Rolle des Konzerns als zentraler Gewinner des globalen KI-Investitionsschubs. Trotz kurzfristiger Kursvolatilität und Bubble-Sorgen bleibt das Chancen-Risiko-Profil für langfristige Anleger attraktiv, da Milliarden-CapEx der Hyperscaler direkt in NVIDIAs Auftragsbücher fließen. Die nächsten Quartalszahlen und weitere Großdeals im Bereich KI-Infrastruktur dürften zeigen, ob die Aktie vor der nächsten Aufwärtsphase steht.
Weiterführende Quellen
- NVIDIA Corporation bei Yahoo Finance (Yahoo Finance)
- Meta’s $115 Billion AI Bet Puts NVIDIA at the Center of a Multi-Year Spending Cycle (24/7 Wall Street)
- Nvidia: The Ride Will Resume As Hyperscalers Break Their Banks (Seeking Alpha)
- KraneShares launches AGIX ETF amid market volatility, betting on robust demand for AI technologies (TradingView)
