Kann die neue Oracle Partnerschaft mit NetApp den massiven Kurssturz der Aktie stoppen, oder erdrücken die gigantischen KI-Schulden den Tech-Riesen?
Wie bewegt sich die Oracle-Aktie im aktuellen Marktumfeld?
Am Mittwoch zeigt sich die Aktie von Oracle im Intraday-Handel stabil und legt um 3,31 Prozent auf 132,56 US-Dollar zu, nachdem sie am Vortag bei 127,94 US-Dollar geschlossen hatte. Trotz dieser kurzfristigen Erholung ist das Papier in den vergangenen Monaten stark eingebrochen und hat mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Vom Allzeithoch im September 2025 bei fast 346 US-Dollar ging es steil bergab. Gründer Larry Ellison, dessen Nettovermögen zeitweise die Marke von 400 Milliarden US-Dollar übersritt, rutschte durch den Kurssturz auf Platz 8 des Bloomberg Billionaires Index ab.
Welche neue Oracle Partnerschaft soll das Wachstum beschleunigen?
Um die Attraktivität der eigenen Cloud-Plattform weiter zu steigern, haben NetApp und Oracle eine wegweisende Kooperation vereinbart. Diese neue Oracle Partnerschaft bringt die bewährten Datenmanagement-Funktionen von NetApp als nativen Service direkt in die Oracle Cloud Infrastructure (OCI). Unter dem Namen “OCI Storage with NetApp” soll der vollständig verwaltete Dienst Unternehmen dabei helfen, komplexe Datenbanken, sensible Unternehmensanwendungen und anspruchsvolle KI-Datenpipelines sicher in die Cloud zu migrieren. Die strategische Oracle Partnerschaft zielt darauf ab, die Verwaltung von hybriden Cloud-Workloads drastisch zu vereinfachen und die Marktposition gegenüber größeren Konkurrenten wie Amazon Web Services oder Microsoft zu stärken.
Warum belasten die enormen KI-Ausgaben die Bilanz?
Obwohl die Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur im letzten Quartal um beeindruckende 93 Prozent auf 5,79 Milliarden US-Dollar zulegte, wächst auf der Wall Street die Sorge über die explodierenden Kosten. Die Investitionsausgaben (CapEx) von Oracle schossen im Geschäftsjahr 2026 auf astronomische 55,66 Milliarden US-Dollar hoch und übertrafen damit die eigenen Prognosen deutlich. Als Konsequenz drehte der freie Cashflow tief ins Minus und lag zuletzt bei negativen 23,7 Milliarden US-Dollar. Um den Bau neuer Rechenzentren zu finanzieren, plant das Management für das kommende Geschäftsjahr eine weitere Kapitalaufnahme von 40 Milliarden US-Dollar durch neue Schulden und Aktienemissionen. Steigende Zinsen am Anleihemarkt verteuern diese Refinanzierung zusätzlich.
Welche Risiken birgt die enge Verbindung zu OpenAI?
Ein wesentlicher Risikofaktor für das Unternehmen bleibt die extrem enge Bindung an OpenAI. Nach Schätzungen der Ratingagentur S&P Global Ratings macht das KI-Start-up rund die Hälfte des gesamten vertraglich zugesicherten Umsatzrückstands (Remaining Performance Obligations) von 638 Milliarden US-Dollar aus. Sollte OpenAI in finanzielle Schwierigkeiten geraten oder sich der geplante Börsengang weiter verzögern, hätte dies direkte, gravierende Auswirkungen auf Oracle. Zudem sorgt eine Klage von Apple gegen OpenAI wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen für zusätzliche Verunsicherung im gesamten Sektor. S&P Global Ratings stufte die Bonität von Oracle bereits auf ein BBB- Rating herab, die niedrigste Stufe im Investment-Grade-Bereich.
Wie bewerten Analysten die Zukunft der Oracle-Aktie?
Trotz der angespannten Finanzlage und der hohen Verschuldung sehen einige Analysten auf dem aktuellen Kursniveau eine langfristige Einstiegschance. Die Investmentbanken Jefferies und Guggenheim halten weiterhin an ihren optimistischen Kurszielen von 400 US-Dollar fest. Sie argumentieren, dass das bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf attraktive 17 gefallen ist, während das erwartete Gewinnwachstum in den kommenden Jahren bei 28 Prozent jährlich liegen könnte. Sobald die im Bau befindlichen Rechenzentren in Betrieb gehen und die vertraglich gesicherten Umsätze fließen, dürfte sich auch die Cashflow-Situation wieder deutlich entspannen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die ambitionierte KI-Strategie von Oracle ein zweischneidiges Schwert bleibt. Die neue Oracle Partnerschaft mit NetApp zeigt zwar, dass das Unternehmen seine technologische Basis konsequent ausbaut und im Cloud-Markt an Boden gewinnt. Dennoch müssen Anleger die hohe Verschuldung und die Abhängigkeit von OpenAI im Auge behalten. Für risikobereite Investoren bietet die stark korrigierte Aktie auf diesem Niveau jedoch ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis. Die kommenden Quartalsberichte werden zeigen, ob der Spagat zwischen Rekordinvestitionen und Profitabilität gelingt.
Wie beeinflusst das die Oracle Corporation-Aktie?
Die aktuelle finanzielle Lage des Software-Giganten wirft viele Fragen auf. Wenn Sie verstehen möchten, wie sich die jüngste Bonitätsherabstufung auf den Aktienkurs ausgewirkt hat, lesen Sie unseren Artikel über die Oracle Schulden und die S&P-Abstufung. Falls Sie sich für Entwicklungen im breiteren Technologiesektor interessieren, könnte auch unser Bericht über den jüngsten Kurssturz nach der Aixtron Stimmrechtsmitteilung für Sie von Interesse sein.



