Kann Rheinmetalls strategischer Einstieg in den Schiffbau die jüngsten Kursverluste ausgleichen oder bleibt die Aktie unter Druck?
Rheinmetall baut das Geschäft im Schiffbau aus
Der Abschluss der Übernahme der rumänischen Werft wird in einigen Wochen erwartet. Die Angaben von Dow Jones und die Meldung von Investire.biz stimmen bei den zentralen Eckdaten überein: Rheinmetall und MSC erwerben den Standort gemeinsam für rund 138 Millionen Euro. Die Werft soll sowohl zivile als auch militärische Schiffe fertigen.
Zu den ersten vorgesehenen Projekten zählen vier Schiffe für Rumänien. Investire.biz nennt zwei Patrouillenboote mit einer Länge von 96 Metern sowie zwei Tauchunterstützungsschiffe mit 43 Metern. Der Standort am Schwarzen Meer soll im Rahmen der Übernahme erweitert und modernisiert werden. Damit ergänzt der Konzern sein bisheriges Rüstungsgeschäft um den Schiffbau.
Was bedeutet die Übernahme für die Aktie?
Die Aktie gab am Montag nach den aktuellen Kursdaten um 3,51 Prozent auf 1.051,90 Euro nach; am Vortag hatte sie bei 1.090,20 Euro gelegen. Dow Jones meldete einen Rückgang von 2,4 Prozent nach Bekanntwerden des Deals. Die Angaben beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte und beschreiben daher nicht denselben Kursstand.
Die Akquisition kommt zu einer Zeit, in der die Aktie seit Jahresbeginn unter Druck steht: Aktiencheck.de zufolge haben Rheinmetall und Renk bis zu ein Drittel verloren. Investire.biz verweist zugleich auf die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2026: Der Umsatz stieg um 39 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro. Der Auftragsbestand und Rahmenvereinbarungen summierten sich auf 80,5 Milliarden Euro.
Ausbau und Geschäftszahlen im Blick
Die Übernahme erweitert das industrielle Profil des Konzerns, bringt aber auch Umsetzungsaufgaben mit sich. Investire.biz berichtet, dass Rheinmetall nach der Stornierung des Fregattenprogramms F126 seine Umsatzprognose für 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gesenkt hat. Der operative Free Cashflow des ersten Halbjahres lag demnach bei minus 1,62 Milliarden Euro.
Am 5. November stehen die Ergebnisse des dritten Quartals an. Dann werden Anleger unter anderem auf die Entwicklung von Aufträgen, Margen und Cashflow achten können. Der Abschluss des Werftkaufs wird bereits in den kommenden Wochen erwartet.
Rheinmetall erweitert mit MSC und dem Standort Mangalia seine Aktivitäten im Schiffbau, während die Aktie am Montag deutlich nachgab und die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr solide ausfiel. Für Anleger stehen damit neben den Chancen der breiteren Aufstellung auch die Umsetzung der Übernahme und die Cashflow-Entwicklung im Fokus. Die Quartalszahlen am 5. November und der erwartete Abschluss des Kaufs liefern die nächsten konkreten Anhaltspunkte für die Bewertung.



