Ein Vorfall legt mehrere RWE Kraftwerksblöcke lahm – doch wie reagieren die Märkte und welche langfristigen Perspektiven sehen Analysten für den Energiekonzern?
Wie schnell können die RWE Kraftwerk-Blöcke wieder ans Netz?
RWE Power hat umgehend Maßnahmen zur Wiederinbetriebnahme ergriffen. Bereits am Vormittag des heutigen Mittwochs konnten zwei Blöcke, darunter Block H in Niederaußem und Block G in Neurath, mit rund 1.600 Megawatt wieder ans Netz gehen. Ein weiterer Block, Block F in Neurath, soll bis zum Abend folgen. Für die verbleibenden zwei Blöcke in Niederaußem (G und K), die zusammen etwa 1.600 Megawatt liefern, rechnet das Unternehmen mit einer Wiederinbetriebnahme erst im Laufe des kommenden Wochenendes. Trotz des Ausfalls betonte der Übertragungsnetzbetreiber Amprion, dass die allgemeine Stromversorgung durchgehend sichergestellt war, da fehlende Mengen aus anderen Bereichen herangezogen werden konnten.Welches Potenzial sehen Analysten für RWE?
Trotz der aktuellen operativen Herausforderungen bleiben Analysten für RWE optimistisch. Goldman Sachs hat das Kursziel für den deutschen Energiekonzern auf 75 Euro festgesetzt, was einem Kurspotenzial von 28 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs von 57,73 Euro entspricht. Analyst Alberto Gandolfi von Goldman Sachs sieht in RWE mehr als einen traditionellen Stromversorger. Er beschreibt den Konzern als ein „vertikal integriertes Energiekraftpaket“, dessen Transformation durch umfangreiche Investitionen in Stromnetze sowie potenzielle Geschäftsfelder wie Rechenzentren in Europa und den USA vorangetrieben wird. Diese strategische Neuausrichtung könnte zu einer höheren Bewertung führen.Gandolfi verweist zudem auf höhere Renditen im US-Geschäft mit erneuerbaren Energien und mögliche Gewinne aus dem Geschäft mit Flüssigerdgas (LNG) in den USA. Hinzu kommen sich abzeichnende Kapazitätszahlungen in Mitteleuropa, bei denen Stromerzeuger für die Bereitstellung verlässlicher Erzeugungskapazitäten staatliche Vergütungen erhalten. Auch die erhöhte Beteiligung von RWE an Amprion auf 55 Prozent dürfte den Ergebnismix regulierter und damit planbarer machen, was die Attraktivität der Aktie weiter steigert. Die Aktie von RWE.DE notiert heute bei 57,73 Euro, was einem Rückgang von 1,28 Prozent gegenüber dem Vortag (58,58 Euro) entspricht. Dies könnte eine Reaktion auf die kurzfristigen Produktionsausfälle sein, überschattet jedoch nicht den langfristigen positiven Ausblick der Analysten.Die RWE AG steht nach einem mutmaßlichen Sabotageakt an einem Umspannwerk vor der Herausforderung, mehrere ihrer RWE Kraftwerk-Blöcke wieder vollständig in Betrieb zu nehmen, was die kurzfristige Stromproduktion beeinträchtigt.Für Anleger bleibt das Unternehmen jedoch aufgrund seiner strategischen Neuausrichtung hin zu einem integrierten Energiedienstleister und der positiven Analystenbewertungen, insbesondere von Goldman Sachs, weiterhin interessant.Die nächsten Wochen werden zeigen, wie schnell die volle Kapazität der Kraftwerke wiederhergestellt werden kann und ob die langfristigen Wachstumstreiber den aktuellen Rückschlag überwiegen.




