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Salzgitter Prognose erhöht: Kräftiger Boom treibt Aktie um +3,4%
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Salzgitter Prognose erhöht: Kräftiger Boom treibt Aktie um +3,4%

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Kann der niedersächsische Stahlriese trotz heftiger politischer Störfeuer aus Brüssel seinen neuen Wachstumskurs dauerhaft halten?

Erwähnte Aktien
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Aktuell 57,70€ +3,40% 20.07.26 13:47 Uhr MESZ
Salzgitter AG
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Salzgitter AG

Warum steigt die Salzgitter Prognose jetzt?

Der niedersächsische Stahlriese blickt deutlich optimistischer auf das Gesamtjahr 2026. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird nun in einer Spanne von 725 bis 825 Millionen Euro erwartet. Dies entspricht einer Steigerung von glatten 100 Millionen Euro im Vergleich zur bisherigen Planung. Beim Umsatz visiert der Konzern nun rund 10,0 Milliarden Euro an, was einem Plus von einer halben Milliarde Euro entspricht. Auch beim bereinigten Vorsteuergewinn gab es eine kräftige Anpassung nach oben: Hier erwartet das Management nun 325 bis 425 Millionen Euro.

Diese neue Salzgitter Prognose stützt sich auf zwei wesentliche Säulen. Zum einen treibt die vollständige Konsolidierung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann das Zahlenwerk an. Zum anderen läuft das operative Kerngeschäft robuster als gedacht. Der Außenumsatz lag in den ersten sechs Monaten mit 4,6 Milliarden Euro zwar knapp unter dem Niveau des Vorjahres, doch die Profitabilität verbesserte sich dramatisch. Im ersten Halbjahr kletterte das EBITDA von zuvor 117 Millionen Euro auf beachtliche 459 Millionen Euro. Ein wesentlicher Treiber war hierbei auch die Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis, die einen Gewinnbeitrag von 193 Millionen Euro beisteuerte.

Was sagen JPMorgan und Jefferies zur Aktie?

Die starken Zahlen und der optimistische Ausblick riefen umgehend die Analysten auf den Plan. Das US-Analysehaus Jefferies belässt die Einstufung für die Aktie der Salzgitter AG auf “Buy” mit einem Kursziel von 66 Euro. Branchenexperte Cole Hathorn betonte in seiner Studie die starke Stahlproduktion im zweiten Quartal. Er schätzt, dass etwa die Hälfte der Prognoseerhöhung auf die solide operative Geschäftsentwicklung zurückzuführen ist, während die andere Hälfte durch den HKM-Zukauf bedingt wird.

Auch die US-Bank JPMorgan zeigt sich äußerst angetan und bewertet das Papier weiterhin mit “Overweight” bei einem Kursziel von 65 Euro. Analyst Dominic O’Kane hob hervor, dass die Ergebniskennziffern im zweiten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen haben. Im Kerngeschäft – also ohne die Erträge aus der Aurubis-Beteiligung – erwirtschaftete der Konzern einen operativen Gewinn von 133 Millionen Euro und hielt damit das Niveau des starken Auftaktquartals. Diese Stabilität im volatilen Stahlmarkt zeigt, dass die neue Salzgitter Prognose auf einem soliden Fundament steht.

Warum kritisiert Salzgitter die EU-Pläne?

Trotz der hervorragenden operativen Entwicklung gibt es politische Störfeuer, die Konzernchef Gunnar Groebler Sorgen bereiten. Im Zentrum der Kritik stehen die jüngsten Reformpläne der EU-Kommission zum Emissionshandel. Brüssel plant unter dem Druck der Wirtschaft, die Anzahl der CO2-Zertifikate langsamer zu verknappen und in bestimmten Sektoren mehr kostenlose Rechte auszugeben.

Groebler warnt davor, dass eine solche Aufweichung des Klimaschutzinstruments die Wirtschaftlichkeit von bereits gestarteten Dekarbonisierungsprojekten gefährdet. Die Salzgitter AG hat bereits Ende 2023 mit dem milliardenschweren Umbau ihres Stammwerks begonnen, um ab 2027 grünen Stahl mithilfe von Erdgas und später Wasserstoff zu produzieren. Bund und Land fördern dieses Vorhaben mit rund 1,3 Milliarden Euro. Der Vorstandschef fordert daher verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik, damit Vorreiter beim Klimaschutz nicht nachträglich bestraft werden. Dennoch zeigt die angehobene Salzgitter Prognose, dass das Unternehmen auch in einem herausfordernden regulatorischen Umfeld wirtschaftlich extrem erfolgreich agieren kann.

Eine Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen.
— Gunnar Groebler
Fazit

Die angehobene Salzgitter Prognose untermauert die starke operative Verfassung des Stahlkonzerns und beweist, dass sich strategische Zukäufe wie die HKM-Übernahme schnell bezahlt machen. Für Anleger bietet die Aktie, die sich im intraday Montagshandel bei 57,70 Euro stabilisiert, dank der positiven Analystenvoten von Jefferies und JPMorgan weiteres Aufwärtspotenzial. Die kommenden Quartalsberichte werden zeigen, ob das Unternehmen diesen dynamischen Wachstumskurs im zweiten Halbjahr fortsetzen kann. Sollte der Umstieg auf die grüne Stahlproduktion wie geplant gelingen, dürfte der Konzern seine führende Rolle in Europa langfristig festigen.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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