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BASF Quartal: 5 Fakten zum kritischen Wendepunkt

Wie passt ein verfehltes EBITDA-Ziel zu einem überraschend starken Cashflow bei BASF SE? Im aktuellen BASF Quartal prallen schwächere Margen, Sparprogramm und China-Großprojekt aufeinander. Was das für Bewertung und Dividende bedeuten könnte, lesen Sie hier.

BASF Quartal mit schwächerem EBITDA und steigendem Free Cashflow in einem Finanzchart visualisiert
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Stand: 17:35 MEZ

BASF Quartal: Wie groß ist die Ergebnislücke?

BASF SE hat für 2025 ein um Sondereffekte bereinigtes EBITDA von 6,6 Milliarden Euro gemeldet. Damit verfehlte der Konzern sowohl die eigene Zielspanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro als auch den Analystenkonsens von etwa 6,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 7,2 Milliarden Euro. Verantwortlich macht das Management vor allem niedrigere Margen, rückläufige Verkaufspreise und belastende Währungseffekte.

Der Umsatz sank 2025 von 61,4 auf 59,7 Milliarden Euro und entsprach damit in etwa den Schätzungen. Während die Absatzmengen leicht zulegten, drückten ungünstige Wechselkurse und etwas niedrigere Preise auf die Erlöse. Unter dem Strich konnte BASF SE den auf Aktionäre entfallenden Gewinn dennoch von 1,3 auf 1,6 Milliarden Euro steigern – unter anderem dank eines Sonderertrags aus dem Verkauf des Bautenanstrichmittelgeschäfts an Sherwin-Williams sowie höherer Ergebnisbeiträge der Beteiligung Wintershall Dea.

Warum überzeugt der Cashflow von BASF SE?

Ein Lichtblick im aktuellen BASF Quartal ist der deutlich stärkere freie Mittelzufluss. Der Free Cashflow stieg auf 1,3 Milliarden Euro, nach 700 Millionen Euro im Vorjahr, und übertraf damit sowohl die eigenen Planungen als auch die Erwartungen der Analysten klar. Gestützt wurde der Barmittelzufluss vor allem durch geringere Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

Hintergrund ist die von Konzernchef Markus Kamieth bereits im Oktober eingeleitete Drosselung der Investitionen. Besonders sichtbar wird dies am Großprojekt im chinesischen Zhanjiang: Statt ursprünglich geplanter 10,0 Milliarden Euro veranschlagt BASF SE nun 8,7 Milliarden Euro. Analysten wie Geoff Haire von UBS heben den starken Cashflow positiv hervor, da er die Entschuldung unterstützt und Dividenden sowie mögliche Aktienrückkäufe absichert, selbst in einem schwierigen Branchenumfeld.

BASF SE Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
BASF SE (BAS) – 252-Tage-Chart

Wie bewerten Analysten das BASF Quartal?

Das aktuelle BASF Quartal hat eine Welle an Neubewertungen ausgelöst. Die DZ Bank mit Analyst Peter Spengler stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ herab und senkte den fairen Wert von 55 auf 50 Euro. Er spricht von Ernüchterung und erwartet sinkende Konsensschätzungen. JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi belässt BASF bei „Underweight“ mit einem Kursziel von 40 Euro und rechnet nach dem schwachen vierten Quartal mit weiterem Kostendruck und strukturellem Gegenwind.

UBS-Analyst Geoff Haire bleibt bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 48 Euro und verweist ebenfalls auf ein operatives Ergebnis unter der Zielspanne, aber einen deutlich besseren Barmittelzufluss. Warburg Research mit Oliver Schwarz bestätigt seine Kaufempfehlung („Buy“) und ein Kursziel von 53 Euro, erwartet jedoch eine spürbare Verbesserung erst im zweiten Halbjahr 2026, wenn Sparmaßnahmen greifen und die Vergleichsbasis leichter wird. Auch Bernstein Research bleibt mit „Outperform“ und 53 Euro Kursziel konstruktiv und sieht die starke Barmittelgenerierung als Puffer, bis sich die Chemiebranche erholt.

Was bedeutet das Umfeld für das nächste BASF Quartal?

Das Bild rund um das BASF Quartal wird zusätzlich durch die Branche eingetrübt: Der Chemieverband VCI warnt vor „Alarmstufe Rot“ für die deutsche Chemieindustrie. Hohe Energiekosten, regulatorische Belastungen und der laufende Stellenabbau am Standort Ludwigshafen drücken auf die Stimmung. Gleichzeitig laufen am neuen Verbundstandort in China hohe Anlaufkosten in einem Umfeld globaler Überkapazitäten.

Struktureller sowie zyklischer Gegenwind lässt die aktuelle Bewertung der BASF-Aktie anfällig erscheinen.
— Chetan Udeshi, JPMorgan
Fazit

Als Reaktion beschleunigt BASF SE sein Sparprogramm und will die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um 2,1 Milliarden Euro senken. Die endgültigen Zahlen und der Ausblick sollen am 27. Februar folgen und damit auch mehr Klarheit bringen, welche Sparten besonders unter Druck stehen. Für Anleger wird dieses Datum entscheidend sein, um das BASF Quartal einzuordnen und abzuschätzen, ob der jüngste Kursrückgang bei 46,10 Euro bereits eine schwächere Ertragslage ausreichend widerspiegelt oder weitere Abwärtsrisiken bestehen.

GE Aerospace Quartal: Rekordjahr, Aktie -7,4 %

Wie passt ein Rekordjahr mit zweistelligem Gewinnsprung zu einem Kursrutsch von 7,4 Prozent? Im Fokus steht die GE Aerospace Gewinnprognose 2026 nach Rekordjahr – und die Frage, warum Anleger trotz starker Zahlen Kasse machen.

GE Aerospace Quartal mit starkem Triebwerksgeschäft und Wartung in moderner Flugzeughalle
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$295,00 -7.38%
Stand: 09:56 MEZ

GE Aerospace Quartal: Wie stark war das Rekordjahr?

GE Aerospace hat für das jüngste GE Aerospace Quartal und das Gesamtjahr eindrucksvolle Zahlen vorgelegt. Der Konzernumsatz kletterte 2025 um 18 Prozent auf 45,9 Milliarden US-Dollar, nachdem die Nachfrage nach Triebwerken und Wartungsleistungen deutlich angezogen hatte. Der Überschuss sprang um 31 Prozent auf 10 Milliarden Dollar und unterstreicht die hohe operative Hebelwirkung des Luftfahrtgeschäfts.

Besonders stark entwickelte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS): Es legte um 38 Prozent auf 6,37 Dollar zu und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen. Hintergrund sind vor allem Rekordauslieferungen bei Triebwerken für die Mittelstreckenjets Airbus A320neo und Boeing 737 Max, bei denen GE Aerospace mit seinem Joint Venture CFM und Partner Safran die gefragten Leap-Triebwerke liefert.

Damit bestätigt das GE Aerospace Quartal den langfristigen Erholungstrend in der zivilen Luftfahrt. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Flugreisen stützt sowohl den Markt für neue Flugzeuge als auch das lukrative Wartungs- und Ersatzteilgeschäft, das mit zunehmenden Flugstunden weiter wächst.

GE Aerospace Gewinnprognose: Was plant der Konzern?

Nach dem Rekordjahr zieht Konzernchef Larry Culp die Erwartungen für 2026 an. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis je Aktie soll im laufenden Jahr auf 7,10 bis 7,40 US-Dollar steigen. Damit peilt GE Aerospace ein zweistelliges Gewinnwachstum gegenüber dem bereits sehr starken Vorjahr an.

Branchenbeobachter hatten beim bereinigten EPS zuvor eher mit einem Wert am unteren Ende dieser Spanne gerechnet. Dass Culp nun eine Bandbreite oberhalb der bisherigen Konsensschätzungen ausgibt, wird als klares Signal gewertet, dass das Management von einer weiterhin robusten Nachfrage ausgeht. Insbesondere die anhaltend hohe Auslastung der Airlines und der Nachholbedarf bei Flottenmodernisierungen sollen die Geschäfte tragen.

Gleichzeitig setzt GE Aerospace auf Effizienzsteigerungen in der Produktion, um Lieferverzögerungen zu verringern und Margen zu stabilisieren. Nach den pandemiebedingten Störungen in Lieferketten und Zuliefernetzwerken bleibt die operative Umsetzung aber ein entscheidender Risikofaktor – ein Aspekt, den Investoren beim Blick auf das GE Aerospace Quartal und den Ausblick genau im Auge behalten.

GE Aerospace Gewinnprognose 2026 nach Rekordjahr Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
GE Aerospace Gewinnprognose 2026 nach Rekordjahr (GE) – 252-Tage-Chart

GE Aerospace Aktie: Warum folgt nach Rekord ein Rutsch?

Am Aktienmarkt sorgten die starken Daten des GE Aerospace Quartal nur kurzfristig für Begeisterung. Im Handel an der New York Stock Exchange liegen die Papiere zuletzt rund 7,4 Prozent im Minus bei 295,00 US-Dollar. Zuvor hatten sie im Jahr 2025 allerdings bereits einen beeindruckenden Kursanstieg von rund 85 Prozent verzeichnet.

Viele Marktteilnehmer werten die Korrektur daher als klassische Gewinnmitnahme nach einer außergewöhnlich starken Rallye. Zwar übertrafen die Ergebnisse im GE Aerospace Quartal wie auch der Gewinnausblick auf 2026 die durchschnittlichen Schätzungen, doch die Erwartungen waren nach dem Kursfeuerwerk entsprechend hoch. Der nun präsentierte Ausblick gilt als solide, aber nicht spektakulär genug, um auf diesem Bewertungsniveau für weiteren kurzfristigen Kaufdruck zu sorgen.

Analysten großer Investmenthäuser wie Citigroup, RBC Capital Markets und Goldman Sachs hatten die Aktie im Vorfeld des Berichts bereits positiv eingeschätzt und den starken strukturellen Rückenwind im Triebwerks- und Servicegeschäft hervorgehoben. Nach dem Kursrutsch dürften nun viele Investoren neu abwägen, ob das Gewinnwachstum der kommenden Jahre die bereits hohe Bewertung rechtfertigt.

Fazit

Für langfristig orientierte Anleger bleibt GE Aerospace mit seinem fokussierten Luftfahrtprofil ein Kernwert im Sektor. Das aktuelle GE Aerospace Quartal bestätigt die Ertragskraft des Geschäftsmodells, auch wenn kurzfristige Rücksetzer nach der Rallye Teil des normalen Marktverlaufs sind.