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Amazon Strategie: +2,2% Kurs-Sprung dank KI-Turbo

Wie schafft es Amazon.com, Inc., mit AWS-Gewinnen, massiven KI-Investitionen und neuen Superstores gleichzeitig zu wachsen? Der Konzern baut seine Cloud- und Handelsstrategie radikal um – und Anleger fragen sich, wie viel Potenzial noch im Kurs steckt.

Amazon Strategie mit AWS-Cloud, KI-Infrastruktur und großem Superstore als Wachstumsmotor
Erwähnte Aktien
AMZN Amazon
$239,51 +2.21%
Stand: 21:06 MEZ

Amazon Strategie: Wo liegt jetzt der Wachstumskern?

Amazon.com, Inc. dominiert mit rund 38 Prozent Marktanteil den US-Onlinehandel, doch der eigentliche Gewinnmotor ist längst die Cloud-Sparte AWS. Im jüngsten Quartal steuerte AWS rund 65 Prozent des operativen Ergebnisses bei und wuchs währungsbereinigt um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr – nach zuvor 17 Prozent. Trotz Lieferengpässen bei Rechenleistung kann der Konzern die starke Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten nur begrenzt bedienen, was die strategische Bedeutung der aktuellen Investitionswelle unterstreicht.

Die Amazon Strategie setzt dabei auf Skaleneffekte: Mit rund 691 Milliarden US‑Dollar Umsatz auf Zwölfmonatsbasis und 130 Milliarden US‑Dollar operativem Cashflow verfügt der Konzern über enorme finanzielle Feuerkraft. Diese Mittel fließen vorrangig in neue Rechenzentren und KI-Infrastruktur, um künftige Nachfrage zu sichern und die hohe Profitabilität von AWS zu stützen. Analysten rechnen im Schnitt mit langfristigen Gewinnzuwächsen von 18 bis 19 Prozent pro Jahr.

Wie stark investiert Amazon in KI und Cloud?

Ein Kernbaustein der Amazon Strategie ist der beschleunigte Ausbau der globalen Rechenzentrumsbasis. Das Unternehmen plant, zusätzlich 3,8 Gigawatt an Rechenzentrumsleistung aufzubauen – eine direkte Antwort auf den sprunghaften Bedarf durch KI-Anwendungen, die enorme Strom- und Rechenressourcen beanspruchen. Die Kombination aus hohem Cashflow und margenstarkem AWS-Geschäft erlaubt es Amazon, diese Investitionen ohne aggressive Verschuldung zu stemmen.

Parallel sichert sich AWS zunehmend strategische Lieferketten. So hat die Cloud-Sparte eine zweijährige Vereinbarung mit Rio Tinto geschlossen, um Kupfer aus der Nuton-Bioleaching-Technologie für US-Rechenzentren zu beziehen. Im Gegenzug stellt AWS Daten- und Analyseplattformen zur Optimierung des Prozesses bereit. Kupfer ist ein kritischer Rohstoff für Rechenzentren, erneuerbare Energien und Hochleistungs-Hardware für KI – ein Hinweis darauf, wie tiefgreifend die Amazon Strategie inzwischen auf Versorgungssicherheit und vertikale Integration abzielt.

An der Börse unterstreichen Experten das Potenzial: Morgan Stanley verweist auf das beschleunigte Umsatzwachstum und die steigende Bedeutung des Cloud- und Werbegeschäfts für die Profitabilität. Evercore ISI-Analyst Mark Mahaney sieht in der beschleunigenden Umsatzdynamik bei Amazon ein zentrales Argument für weiteres Kurspotenzial 2026 und darüber hinaus.

Amazon.com, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Amazon.com, Inc. (AMZN) – 252-Tage-Chart

Sind Amazons neue Superstores der nächste Gamechanger?

Neben Cloud und KI rückt der stationäre Handel wieder stärker in den Fokus der Amazon Strategie. Auch wenn noch rund 80 Prozent des gesamten Einzelhandels offline stattfinden, kommt Amazon im US-Lebensmittelmarkt bislang nur auf etwa 3 Prozent Marktanteil, inklusive Whole Foods. Dem gegenüber steht Branchenprimus Walmart mit rund 21 Prozent. Um diese Lücke zu verkleinern, bereitet Amazon nun eine besonders aggressive Expansion im stationären Handel vor.

Herzstück ist ein geplanter 230.000-Quadratfuß-Superstore im Vorort Orland Park bei Chicago – größer als ein typischer Walmart-Supercenter. Die Filiale soll Lebensmittel, Haushaltswaren und General Merchandise unter einem Dach bündeln und voraussichtlich als Drehkreuz für Same-Day-Lieferungen und Click-&-Collect dienen. Etwa die Hälfte der Fläche ist für den klassischen Einkauf vorgesehen, die andere Hälfte für automatisierte Kommissionierung und Mikro-Fulfillment, was die Verzahnung von Online- und Offline-Handel demonstriert.

Begleitet wird dieser Ansatz durch Tests von Store-in-Store-Konzepten bei Whole Foods, wo automatisierte Mikro-Fulfillment-Zonen mit QR-basierten Zusatzbestellungen kombiniert werden. Investoren sehen darin den Versuch, Amazons E‑Commerce-Kompetenz in den physischen Handel zu übertragen und sich im fast eine Billion US‑Dollar schweren Lebensmittelmarkt besser zu positionieren.

Wie bewerten Analysten die Amazon Aktie aktuell?

Die aktuelle Börsenbewertung reflektiert die Ambitionen der Amazon Strategie, ist im historischen Vergleich jedoch nicht extrem. Bezogen auf den Kurs zu Cashflow aus operativer Tätigkeit liegt das Multiple bei rund 19,2 und damit unter dem 20‑Jahres-Durchschnitt von etwa 27. Prognosen gehen von einem starken Anstieg des freien Cashflows aus – von rund 21 Milliarden US‑Dollar im Jahr 2025 auf bis zu 141 Milliarden US‑Dollar 2029. Kostensenkungen im Handelsgeschäft und höhere Margen bei AWS und Werbung sollen dabei helfen.

Gleichzeitig verweisen Strategen auf Chancen und Risiken: 24/7 Wall St. skizziert für 2030 Szenarien von 77 US‑Dollar je Aktie im Bären- bis 431 US‑Dollar im Bullenfall, abhängig von der Durchsetzungskraft von AWS, der Performance im Lebensmittelhandel und der Wettbewerbsposition gegenüber Microsoft und Alphabet in der Cloud. Optionsdaten zeigen derzeit rege Aktivitäten großer Adressen in Amazon-Derivaten, was auf ein erhöhtes Interesse professioneller Anleger an kurzfristigen Kursbewegungen schließen lässt.

Mit Blick auf den stationären Ausbau beobachtet Morgan Stanley insbesondere die Dynamik im Lebensmittelsegment, während Prologis-Analysen darauf hinweisen, dass Amazons zunehmende Immobilienkäufe die Bedeutung klassischer Logistikvermieter verändern könnten. Insgesamt bleibt die Amazon Strategie klar auf Skalierung, Effizienz und Diversifikation ausgerichtet.

Fazit

Die Amazon Strategie verbindet beschleunigtes AWS-Wachstum, hohe Investitionen in KI-Infrastruktur und eine neue Offensivlinie im Lebensmittelhandel zu einem stringenten Wachstumsplan. Für Anleger bedeutet das eine Mischung aus hoher Ertragsdynamik und erhöhter Investitionsintensität, die sich vor allem im freien Cashflow der nächsten Jahre niederschlagen dürfte. Entscheidend wird sein, ob Amazon die ambitionierten Cloud- und Superstore-Pläne operativ sauber umsetzt – gelingt das, könnte die Aktie auch von der aktuellen Bewertung aus weiteren Spielraum nach oben haben.

Amazon Aktie: -3,4% Kursrutsch als Wendepunkt? Alexa+ kommt

Droht Amazon.com, Inc. durch neue Zölle und teure KI-Investitionen unter Druck zu geraten – oder legt der Konzern damit das Fundament für den nächsten Gewinnschub? Der Kurs fällt um 3,4 %, während AWS, eigene KI-Chips und Alexa+ massiv ausgebaut werden.

Amazon KI-Strategie: Amazon-Hauptquartier bei Abendlicht mit Fokus auf Cloud- und KI-Ausrichtung
Erwähnte Aktien
AMZN Amazon
$231.78 -3.40%
Stand: 04:34 MEZ

Wie treffen neue Zölle Amazon und seine Kunden?

Die jüngste Kursschwäche von Amazon ist eng mit der Zollpolitik der US-Regierung verknüpft. CEO Andy Jassy macht deutlich, dass sich die Strafzölle nun direkt in den Preisen auf der Plattform bemerkbar machen. Viele Händler hatten 2025 noch Vorzieheinkäufe getätigt, um höhere Importkosten zu umgehen. Diese Lagerbestände sind inzwischen weitgehend aufgebraucht, sodass neue Lieferungen zu deutlich höheren Einkaufspreisen hereinkommen.

In margenschwachen Bereichen wie dem klassischen Onlinehandel bleibt Amazon damit wenig Spielraum. Jassy verweist darauf, dass der Einzelhandel typischerweise nur mittlere einstellige operative Margen aufweist – steigen die Kosten um 10 %, sind Preiserhöhungen oft unvermeidlich. Entsprechend beobachten die Manager, dass viele Konsumenten zu günstigeren Marken wechseln oder Käufe größerer Anschaffungen aufschieben. Besonders hart treffen die Zölle Amazon-Verkäufer, die stark von chinesischer Produktion abhängen; parallel verschärft die Schließung des De‑Minimis-Schlupflochs den Preisdruck.

Amazon prüft daher Preisanpassungen bei hauseigenen Marken wie Amazon Basics, um Zollkosten abzufedern, ohne die Nachfrage völlig abzuwürgen. Für Anleger ist das ein klares Signal, dass kurzfristig die Profitabilität im Handelsgeschäft weiter unter Druck stehen dürfte – ein Umstand, der die Bedeutung der Amazon KI-Strategie und der margenstarken Sparten zusätzlich erhöht.

Wie treibt AWS die Amazon KI-Strategie voran?

Parallel zur Zolldebatte treibt Amazon seine KI-Offensive über AWS massiv voran – und baut dennoch hunderte Stellen in der Cloud-Sparte ab. Der Konzern richtet seine Ressourcen konsequent auf generative KI, eigene Chips und skalierbare Rechenzentren aus. AWS ist schon heute der größte Cloud-Anbieter weltweit und steuert einen Großteil des operativen Gewinns bei, obwohl es nur rund ein Fünftel des Umsatzes liefert.

Zentraler Baustein der Amazon KI-Strategie ist die Rolle von AWS als „Pick-and-Shovel“-Anbieter: Unternehmen mieten Rechenleistung, Speicher und spezialisierte KI-Services, um eigene Modelle zu trainieren und zu betreiben. Dafür baut Amazon ein Ökosystem aus selbstentwickelten Chips und Partnerschaften wie der Milliardenbeteiligung an Anthropic, dem Entwickler des Claude-Chatbots, auf. Zugleich sieht das Management enormes Einsparpotenzial durch KI-gestützte Automatisierung in den eigenen Prozessen – von Büroarbeit über Logistik bis hin zu Robotik in den Fulfillment-Centern.

Analysten verweisen darauf, dass Amazon als Profiteur der sogenannten physischen KI gilt: Wenn autonome Roboter, Drohnenlieferungen und automatisierte Lager den Personalbedarf massiv senken, könnte das bisher margenschwache Handelsgeschäft deutlich profitabler werden. Für eine Firma, die pro Quartal dreistellige Milliardenbeträge an operativen Kosten schultern muss, wären prozentuale Effizienzsteigerungen durch KI direkt gewinnwirksam.

Amazon.com, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Amazon.com, Inc. (AMZN) – 252-Tage-Chart

Welche Rolle spielt Alexa+ in der Amazon KI-Strategie?

Mit Alexa+ greift Amazon nun offensiv in den Wettbewerb der Chatbots ein. Der neue Webauftritt unter alexa.com erinnert optisch an klassische KI-Assistenten und bietet Funktionen zum Planen, Lernen, Erstellen, Shoppen und Finden. Alexa+ kann smarte Geräte steuern, komplexe Aufgaben organisieren und sogar Dienstleister für Reparaturen vermitteln – ein Schritt hin zu agentischer KI, die eigenständig Handlungen anstößt.

Die Strategie ist klar: Amazon will seine riesige Basis an Alexa-Geräten und Prime-Kunden nutzen, um einen eng mit E-Commerce, Werbung und Smart Home verzahnten Assistenten aufzubauen. Investoren sehen darin einen wichtigen Hebel, um zusätzliche, hochmargige Umsätze zu generieren. Schätzungen zufolge bringt KI-gestützte Produktempfehlung bereits heute Milliarden an Werbeerlösen, Tendenz steigend. Zugleich erhöht Amazon seine Investitionspläne deutlich; das Management spricht von einem „massiven“ KI-Investitionszyklus mit zweistellig steigenden Capex-Budgets.

Börsenkommentare aus dem Umfeld großer Investmenthäuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und RBC Capital Markets betonen, dass sich die Bewertung von Amazon zunehmend an der Ertragskraft von AWS, Werbung und KI-gestützten Services orientiert – weniger am margenschwachen Kerngeschäft Handel.

Was bedeutet Amazons KI-Strategie für Anleger?

Für Langfristinvestoren bleibt Amazon.com, Inc. trotz Zollrisiken, FTC-Streit um Prime und AWS-Stellenabbau ein zentraler Hebel im globalen KI-Thema. Die Amazon KI-Strategie zielt darauf ab, parallel drei Ebenen zu bespielen: Infrastruktur über AWS, Anwendungen wie Alexa+ und interne Automatisierung von Logistik und Verwaltung. Gelingt dieser Dreiklang, könnte Amazon seine Margen deutlich steigern und sich als Hauptprofiteur der physischen und generativen KI etablieren.

Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zwar weniger dynamisch entwickelt als andere KI-Lieblinge, doch mehrere Research-Häuser sehen gerade darin eine Chance: Das Chance-Risiko-Profil könnte sich verbessern, wenn sich die Effizienzgewinne materiell in den Zahlen zeigen. Kurzfristig dürfte der Kurs jedoch empfindlich auf weitere Zollschritte, Signale zu Capex und die Entwicklung bei AWS reagieren.

Fazit

Unterm Strich zeigt sich: Die Amazon KI-Strategie ist der Schlüssel, um steigende Kosten, regulatorischen Druck und den harten Wettbewerb im Handel zu kompensieren. Für geduldige Anleger, die mit Volatilität leben können, bleibt der Konzern ein potenzieller Profiteur des nächsten großen Technologiezyklus – vorausgesetzt, die Milliardeninvestitionen in Cloud, Chips und Alexa+ zahlen sich wie geplant aus.