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ASML Quartal: +2,9% Rallye dank Auftrags-Rekord

Wie schafft es ASML Holding N.V., im aktuellen Quartal Umsatz, Marge und Auftragsflut gleichzeitig auf Rekordniveau zu heben? Und welche Rolle spielt der KI-Boom dabei für die künftige Kursentwicklung der Aktie?

Hightech-Lithografieanlage in Chipfabrik als Symbol für starkes ASML Quartal und KI-getriebene Auftragsrekorde.
Erwähnte Aktien
ASML ASML
$1.534,68 +2.92%
Stand: 11:20 MEZ

Was macht das aktuelle ASML Quartal so stark?

ASML Holding N.V. hat im vierten Quartal 2025 den Nerv des Marktes exakt getroffen. Der Nettoumsatz stieg auf rund 9,7 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Erwartungen. Die Bruttomarge kletterte auf 52,2 Prozent, ebenfalls besser als prognostiziert. Zwar blieb der Nettogewinn mit 2,84 Milliarden Euro knapp unter dem Konsens, doch im Fokus der Anleger stand vor allem der Blick nach vorn.

Im Gesamtjahr 2025 erzielte ASML Erlöse von 32,7 Milliarden Euro und einen Rekordnettogewinn von 9,6 Milliarden Euro, getragen vom anhaltenden Investitionsschub in Rechenzentren und KI-Chips. Das aktuelle ASML Quartal bestätigt damit eindrucksvoll die Rolle des Konzerns als Schlüssellieferant der Halbleiterindustrie.

An der Börse zahlt sich das aus: Die Aktie schoss nach den Zahlen zeitweise auf neue Rekordstände über 1.300 Euro und notiert aktuell bei 1.534,68 Dollar in den USA, ein Plus von rund 2,9 Prozent.

Wie treiben Auftragsflut und KI-Boom ASML an?

Der eigentliche Paukenschlag im ASML Quartal kommt von der Auftragsseite. Die Bestellungen erreichten 13,2 Milliarden Euro und lagen damit mehr als doppelt so hoch wie der Analystenkonsens von gut 6 Milliarden Euro. Es ist das höchste Quartalsvolumen in der Unternehmensgeschichte. Besonders stark nachgefragt waren EUV-Lithografieanlagen, auf die rund 7,4 Milliarden Euro entfielen.

Der Treiber ist klar: Der weltweite KI-Boom zwingt Chiphersteller wie TSMC, Samsung und SK Hynix, ihre Kapazitäten massiv auszubauen. Speicherengpässe und der Aufbau neuer KI-Rechenzentren bis in die zweite Hälfte des Jahrzehnts hinein sorgen für langfristig gefüllte Auftragsbücher. ASML unterstreicht, dass Kunden ihre mittelfristigen Investitionspläne deutlich nach oben angepasst haben.

Auch geografisch bleibt China trotz Exportbeschränkungen ein zentraler Markt. 2025 stammte gut ein Drittel des Nettosystemumsatzes aus der Volksrepublik, vor allem mit älteren DUV-Systemen, während modernste EUV-Anlagen dort weiterhin nicht verkauft werden dürfen.

ASML Holding N.V. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
ASML Holding N.V. (ASML) – 252-Tage-Chart

Welchen Ausblick gibt ASML im neuen Quartal?

Der Ausblick im aktuellen ASML Quartal fällt klar optimistischer aus als bisher kommuniziert. Für das erste Quartal 2026 erwartet das Management einen Umsatz von 8,2 bis 8,9 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent. Noch wichtiger ist jedoch die Prognose für das Gesamtjahr 2026: ASML rechnet nun mit 34 bis 39 Milliarden Euro Umsatz und damit mit spürbarem Wachstum gegenüber 2025.

Damit liegt der Mittelwert der Bandbreite über vielen bisherigen Analystenschätzungen. Die Aussagen des Managements signalisieren, dass die Nachfrage nach KI-Chips nicht als kurzfristige Übertreibung, sondern als Beginn eines mehrjährigen Investitionszyklus gesehen wird. Gleichzeitig plant ASML, die eigene Organisation zu straffen; rund 1.700 Stellen könnten wegfallen, um Effizienz und Profitabilität im Hochlauf zu sichern.

Für Anleger attraktiv ist zudem der angekündigte Aktienrückkauf über bis zu 12 Milliarden Euro bis Ende 2028, flankiert von einer um 17 Prozent erhöhten Dividende für 2025. Beides unterstreicht das Vertrauen des Unternehmens in die eigene Ertragskraft.

Wie bewerten Analysten das ASML Quartal?

Vor den Zahlen hatten bereits mehrere Häuser ihre Einschätzung angehoben. UBS setzte das Kursziel auf 1.400 Euro und verwies auf robuste Nachfrage nach Logik- und Speicherchips. Bernstein und Bank of America bekräftigten ihre Kaufempfehlungen mit Zielen über dem damaligen Kursniveau. Nach dem Zahlenwerk sehen sich viele Analysten bestätigt.

Evercore ISI etwa hält an einem „Outperform“-Rating fest und nennt ein Kursziel von 1.300 Euro, mit Verweis auf das starke Produktwachstum bis 2026 und die dominante Marktstellung im Lithografiegeschäft. Auch andere Häuser betonen, dass ASML als Quasi-Monopolist für EUV-Systeme der zentrale Profiteur der KI-Investitionswelle bleibt – wenngleich einige wie Hargreaves Lansdown darauf hinweisen, dass der hohe Kurs bereits viel Optimismus eingepreist hat.

Die Rekordaufträge und der angehobene Ausblick zeigen, dass der KI-Investitionszyklus bei unseren Kunden gerade erst richtig Fahrt aufnimmt.
— Christophe Fouquet, CEO von ASML
Fazit

Für Investoren bedeutet das ASML Quartal damit eine Bestätigung des langfristigen Wachstumskurses, aber auch steigende Ansprüche an künftige Ergebnisse.

ASML Quartal: 4 entscheidende Fakten zum Höhenflug

Steht ASML Holding N.V. vor einem neuen Meilenstein – oder ist die Fantasie im Kurs bereits ausgereizt? Vor den frischen Quartalszahlen treffen KI-Boom, volle Auftragsbücher und China-Risiko direkt auf eine Rekordbewertung. Was bedeutet das für Anleger?

ASML Quartal mit starkem Kursanstieg und wachstumsstarkem Halbleiterumfeld
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$1.413,35 +1.75%
Stand: 09:56 MEZ

ASML Quartal: Wie hoch liegt die Messlatte?

Die Spannung vor dem anstehenden ASML Quartal ist ungewöhnlich groß. Für das zum 31. Dezember 2025 beendete Vierteljahr rechnen im Schnitt 21 Analysten mit einem Gewinn je Aktie von rund 8,85 bis 9,01 US-Dollar, nach 7,31 US-Dollar im Vorjahr. Beim Umsatz erwarten 24 Experten im Schnitt etwa 11,17 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von gut 13 Prozent gegenüber den 9,88 Milliarden US-Dollar des Vorjahres entspricht. Für das Gesamtjahr 2025 liegen die Konsensschätzungen bei rund 37,95 Milliarden US-Dollar Umsatz und 29,08 US-Dollar Gewinn je Aktie – deutlich über dem Vorjahr.

Gleichzeitig hat die Rally der Aktie die Bewertung weit nach oben getrieben: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt über 13, die Aktie hat seit September 2025 in der Spitze rund 85 Prozent zugelegt. Die Kernfrage im aktuellen ASML Quartal lautet daher, ob der Auftragseingang („Bookings“) die eingepreiste Fantasie stützt.

Was erwarten Analysten von ASML Holding N.V.?

Im Vorfeld des Berichts überbieten sich die Häuser mit optimistischen Szenarien. Morgan Stanley sieht ASML als Top-Favoriten im europäischen Halbleitersektor und nennt ein Kursziel von rund 1.400 Euro. Die Analysten halten bis 2027 nahezu eine Verdopplung des Gewinns je Aktie für möglich und sprechen von einer möglichen “Leistungsexplosion” beim Absatz der neuesten EUV-Systeme.

JPMorgan setzt sein Kursziel bei 1.518 US-Dollar und rechnet für das vierte Quartal mit Auftragseingängen von etwa 7 Milliarden Euro, was leicht über dem bisherigen Konsens liegt. Bernstein bleibt mit einem “Outperform”-Rating klar positiv und traut ASML zu, die Konsensschätzungen beim Q4-Umsatz zu übertreffen; die Experten sehen strukturelles Aufwärtspotenzial bis mindestens 2029. Barclays-Analyst Simon Coles bestätigte zwar nur ein neutrales Votum, hob das Kursziel aber deutlich von 960 auf 1.200 Euro an – ein Hinweis darauf, wie stark sich das Umfeld zuletzt verbessert hat.

Auch auf Investorenseite nimmt das Interesse weiter zu: Institutionelle Investoren wie Vanguard Personalized Indexing Management, Callahan Advisors und Davidson Kahn Capital Management haben ihre Positionen jüngst ausgebaut, obwohl einige Adressen wie CIBC Asset Management angesichts der gestiegenen Bewertung selektiv Gewinne mitnehmen.

ASML Holding N.V. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
ASML Holding N.V. (ASML) – 252-Tage-Chart

Wie kritisch sind Auftragsbuch und China-Risiko?

Für die unmittelbare Kursreaktion dürfte im ASML Quartal weniger der Rückblick, sondern vor allem der Auftragseingang entscheidend sein. Bernstein erwartet starke Bookings von mindestens 8 Milliarden Euro, gestützt durch kräftige Nachfrage nach Logik- und DRAM-Chips, während Morgan Stanley und JPMorgan etwas vorsichtigere 7 bis 7,27 Milliarden Euro ansetzen. Nach einem Kursplus von fast 20 Prozent seit Jahresbeginn könnte bereits eine nur leicht schwächere Zahl Gewinnmitnahmen auslösen.

Ein weiterer Knackpunkt bleibt das Geschäft in China. Im dritten Quartal 2025 entfielen noch rund 42 Prozent des Umsatzes auf die Volksrepublik. Strengere Exportauflagen und technologische Fortschritte lokaler Wettbewerber könnten diesen Anteil 2026 unter Druck setzen. Bisher gab sich das Management daher zurückhaltend und signalisierte lediglich, dass der Umsatz 2026 nicht unter dem Niveau von 2025 liegen solle – ein Kontrast zu den aggressiven Wachstumsannahmen der Analysten.

KI-Boom, CapEx-Welle – ist ASML noch fair bewertet?

Fundamental profitiert ASML Holding N.V. derzeit massiv vom KI-Boom. Der Investitionsplan von TSMC, die CapEx 2026 auf 52 bis 56 Milliarden US-Dollar zu erhöhen und bis zu 80 Prozent davon in High-End-Prozesse zu stecken, spielt dem EUV-Monopolisten direkt in die Karten. Gleichzeitig treibt der Trend zu High-Bandwidth-Memory den DRAM-Bereich an; UBS sieht hier mittelfristig ein Umsatzplus von rund 40 Prozent für ASML.

Fazit

Analysten erwarten für 2026 Erlöse im Bereich von gut 34 Milliarden Euro und eine weiter stabile Bruttomarge um 52 bis 53 Prozent. Damit wäre ein Umsatzwachstum von über 20 Prozent im laufenden Jahr möglich – vorausgesetzt, die Bestellungen im aktuellen ASML Quartal fallen stark genug aus. Angesichts des Rekordkurses um 1.413,35 US-Dollar und eines Konsens-Kursziels um 1.407 US-Dollar ist allerdings ein großer Teil dieser Fantasie bereits im Kurs reflektiert.