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Rheinmetall Auftragsboom: +2,2% Rallye dank 80-Mrd.-Ziel

Kann die Rheinmetall AG mit einem möglichen Auftragseingang von 80 Milliarden Euro ihren aktuellen Höhenflug an der Börse rechtfertigen? Der Konzernchef sieht gewaltiges Potenzial – doch welche Großprojekte stecken konkret dahinter und wie nachhaltig ist dieser Boom für Anleger?

Rheinmetall Auftragsboom in moderner Panzerfertigungshalle mit gepanzerten Fahrzeugen
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RHM RHM.DE
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Stand: 17:35 MEZ

Rheinmetall Auftragsboom: Wie real sind 80 Mrd. Euro?

Auf einer sicherheitspolitischen Tagung in Berlin zeichnete Armin Papperger ein außergewöhnlich bullishes Bild für Rheinmetall AG. „In diesem Jahr sehe ich das Potenzial für einen Auftragseingang im Wert von 80 Milliarden Euro“, erklärte der Vorstandschef. Bereits Ende September lag der Auftragsbestand des Konzerns bei fast 64 Milliarden Euro – der Rheinmetall Auftragsboom ist also längst sichtbar in den Büchern. Der anvisierte Sprung würde die Rolle des Unternehmens als zentralen Gewinner der europäischen Aufrüstung weiter festigen.

Im Zentrum steht das Bundeswehr-Programm Arminius, das die Lieferung zusätzlicher Radpanzer des Typs Boxer vorsieht. Papperger bezifferte das Volumen dieses Einzelprojekts auf nahezu 38 Milliarden Euro. Damit würde allein Arminius fast die Hälfte des von ihm genannten potenziellen Auftragseingangs ausmachen. Weitere Schubkraft kommt von laufenden Ausschreibungen rund um die Fregatten F126 und F127 sowie einer neuen Puma-Charge, die sich zusammen auf 12 bis 13 Milliarden Euro summieren sollen.

Rheinmetall AG: Welche Großprojekte treiben den Boom?

Der Rheinmetall Auftragsboom geht weit über deutsche Landprogramme hinaus. In Großbritannien hat der Konzern mit dem Kampfpanzerprojekt Challenger 3 einen markanten Meilenstein erreicht: Die ersten Scharfschuss-Erprobungen mit Besatzung wurden erfolgreich abgeschlossen. Kernstück des Systems ist die 120-mm-Glattrohrkanone L55A1 von Rheinmetall, die moderne kinetische Wuchtgeschosse ebenso wie programmierbare Mehrzweckmunition verschießen kann.

Der Auftrag über mehr als 800 Millionen Pfund umfasst die Modernisierung von 148 Panzern, schafft etwa 300 hochqualifizierte Arbeitsplätze bei RBSL und sichert zusätzlich rund 450 Stellen in der britischen Lieferkette. Für Rheinmetall bedeuten solche Programme langfristig planbare Umsätze, nicht nur in der Fertigung, sondern auch im späteren Service und in der Munitionsversorgung. Parallel dazu baut der Konzern weltweit 13 Werke aus oder neu auf, um die Serienfertigung zu beschleunigen – darunter den größten pyrotechnischen Standort der Gruppe in Silberhütte im Harz, in den ebenfalls massiv investiert wird.

Rheinmetall AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Rheinmetall AG (RHM) – 252-Tage-Chart

Rheinmetall AG: Warum steigt die Aktie trotz Friedenshoffnung?

An der Börse sorgt der Rheinmetall Auftragsboom für spürbaren Rückenwind. Die Aktie notiert am Freitag bei rund 1.830 Euro und liegt damit gut zwei Prozent im Plus. Bemerkenswert: Rüstungswerte wie Rheinmetall AG starteten zunächst schwächer in den Handel, nachdem neue Gespräche zwischen Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA über ein mögliches Kriegsende angekündigt wurden. Üblicherweise führen solche Meldungen zu Gewinnmitnahmen im Verteidigungssektor.

Doch die Papiere von Rheinmetall drehten rasch ins Plus und führen zeitweise sogar den DAX an. Anleger scheinen zu erkennen, dass die jetzt verhandelten Friedenschancen nichts an den strukturellen Nachholbedarfen der NATO-Staaten ändern. Seit 2021 sind die Verteidigungsausgaben in Europa deutlich gestiegen, und Papperger kritisiert, Europa habe „30 Jahre lang geschlafen“. Der Konzern kommt inzwischen auf einen Börsenwert von über 80 Milliarden Euro – ein Niveau, das den Wandel vom klassischen Rüstungslieferanten zum sicherheitspolitischen Schlüsselkonzern widerspiegelt.

Rheinmetall Auftragsboom: Welche Folgen für Anleger?

Für Investoren stellt sich die Frage, ob der Rheinmetall Auftragsboom bereits vollständig im Kurs eingepreist ist oder weiteres Potenzial bietet. Die hohe Visibilität des Geschäfts – vom 38-Milliarden-Projekt Arminius über Marineaufträge bis hin zu internationalen Programmen wie Challenger 3 und der F-35-Zulieferkette – sorgt für langfristige Planungssicherheit. Gleichzeitig befindet sich die Industrie mitten in einem tiefgreifenden Strukturwandel: Lieferketten müssen nach Jahrzehnten schrumpfender Wehretats neu aufgebaut, Stückzahlen gesteigert und Software-Anteile deutlich erhöht werden.

In diesem Jahr sehe ich das Potenzial für einen Auftragseingang im Wert von 80 Milliarden Euro.
— Armin Papperger, Vorstandschef Rheinmetall AG
Fazit

Rheinmetall investiert rund 600 Millionen Euro jährlich in Forschung und Entwicklung und positioniert sich damit offensiv gegenüber Verteidigungs-Start-ups, die künftig selbst als Generalunternehmer auftreten wollen. Kooperationen mit klassischen Autokonzernen lehnt Papperger ab, setzt stattdessen auf Partner wie Lockheed Martin. Für langfristig orientierte Anleger bleibt entscheidend, ob der Konzern diese gewaltige Investitions- und Skalierungsphase operativ sauber managt – dann könnte der aktuelle Rheinmetall Auftragsboom die Basis für anhaltendes Wachstum und stabile Margen legen.

3 Gründe: BMW Elektrowerk Spartanburg als Turbo

Wie schafft es die Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, trotz Analystendruck und drohender US-Zölle ihre Elektrostrategie in den USA auf Kurs zu halten? Das BMW Elektrowerk Spartanburg rückt dabei in eine Schlüsselrolle – doch was bedeutet das für die Aktie?

BMW Elektrowerk Spartanburg in South Carolina bei Abenddämmerung
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Stand: 13:31 MEZ

Warum wird das BMW Elektrowerk Spartanburg so wichtig?

Im Werk Spartanburg in South Carolina, dem weltweit größten Produktionsstandort von BMW, soll Ende 2026 die Fertigung der vollelektrischen Modelle der „Neuen Klasse“ für den US-Markt anlaufen. Damit wird das BMW Elektrowerk Spartanburg zum Dreh- und Angelpunkt für die Elektrooffensive in Nordamerika. Ursprünglich war für diese Modelle eine lokale Batteriezellfertigung des Partners AESC vorgesehen, deren Fabrikbau jedoch pausiert wurde. Statt den Zeitplan zu gefährden, hat BMW die Versorgung über sein globales Netzwerk neu organisiert und damit einen möglichen Engpass bei Batterien abgefedert.

Die Entscheidung, die Produktionspläne nicht anzutasten, sendet ein klares Signal: Die „Local-for-Local“-Strategie – also Fertigung direkt im Absatzmarkt – wird konsequent durchgezogen. In einem Umfeld, in dem US-Zölle auf europäische Autoimporte drohen, reduziert eine hohe lokale Fertigungstiefe den direkten Einfluss möglicher Strafabgaben auf Margen und Preise. Während exportorientierte Wettbewerber stärker exponiert sind, kann BMW mit dem Elektrowerk in Spartanburg einen spürbaren Teil des Risikos aus dem Geschäftsmodell nehmen.

Wie stark profitiert BMW von der US-Elektrofertigung?

Das BMW Elektrowerk Spartanburg ist längst mehr als ein Montagewerk: Die hohe Fertigungstiefe vor Ort sichert Arbeitsplätze in den USA und stärkt die politische Akzeptanz des Konzerns. In einem sich zuspitzenden transatlantischen Handelskonflikt ist diese Präsenz ein harter Standortfaktor. Der Markt honoriert das: Während das Branchenumfeld von Sorgen über Zölle, China-Schwäche und geopolitische Risiken geprägt ist, zeigt die BMW-Aktie relative Stärke.

Aktuell notiert die Aktie bei 89,18 € und liegt damit rund 8 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 97,12 €, aber klar über dem Tief von 63,56 €. Ein RSI von 36,7 deutet eher auf eine abgekühlte als auf eine überkaufte Marktsituation hin. Mit dem heutigen Kurs von 87,92 US-Dollar beziehungsweise einem Tagesplus von 1,36 % bleibt der Abstand zum Jahrestief komfortabel, ohne dass der Titel in eine überhitzte Zone läuft. Diese Konstellation verschafft Anlegern Spielraum, da der Kurs nicht mehr im Panikmodus, aber auch noch nicht in einer Euphoriephase gehandelt wird.

Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW) – 252-Tage-Chart

Wie beeinflusst Analystendruck die BMW-Aktie?

Trotz der operativen Fortschritte stehen die Einschätzungen der Analysten zuletzt eher auf der Bremse. Investmentbanken wie Berenberg, Barclays und UBS haben ihre Kursziele für BMW gesenkt oder Empfehlungen zurückgenommen. Im Fokus der Skeptiker stehen vor allem der zunehmende Preiskampf in China und die generellen geopolitischen Risiken für die Autobranche. Diese Zurückhaltung trifft auf eine operative Realität, in der BMW mit dem Elektrowerk Spartanburg Risiken aktiv managt und zentrale Zukunftsprojekte absichert.

Am Markt entsteht so ein Spannungsfeld: Einerseits drücken vorsichtige Analystenkommentare auf die Stimmung, andererseits stärkt die klare Elektrostrategie in den USA das Vertrauen vieler institutioneller Investoren. Die jüngsten Kursbewegungen zeigen, dass positive Nachrichten aus Spartanburg die skeptischeren Stimmen teilweise überlagern. Für Anleger bleibt entscheidend, ob BMW die Vorteile seiner US-Fertigung in kommenden Berichtsperioden in stabile Margen und Wachstum ummünzen kann.

Welche Termine sind für BMW-Anleger jetzt entscheidend?

Die nächsten Wochen bleiben für BMW kursbestimmend. Am 5. Februar steht die Pre-Close-Veröffentlichung der Q4-Zahlen für 2025 an, am 12. März folgt der vollständige Geschäftsbericht inklusive Ausblick. In diesem Umfeld wird das BMW Elektrowerk Spartanburg als Referenzprojekt für die Umsetzung der Elektrostrategie besonders genau beobachtet. Parallel dürften politische Signale aus Washington und neue Wendungen im transatlantischen Zollstreit die Schwankungen der Aktie verstärken.

Hinzu kommt die Debatte um nachhaltige Lieferketten bei Batterierohstoffen. BMW verweist etwa auf eine von der University of Massachusetts Amherst geleitete, vom Konzern finanzierte Studie zur Lithiumgewinnung im Salar de Atacama, um ökologische Auswirkungen besser einzuordnen. Solche Initiativen sollen belegen, dass der Hochlauf der Elektromobilität – und damit auch die künftige Produktion im Elektrowerk Spartanburg – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch vertretbar gestaltet wird.

Fazit

Unter dem Strich ist das BMW Elektrowerk Spartanburg ein zentraler Hebel, mit dem BMW sowohl politische Risiken als auch Nachhaltigkeitsanforderungen adressiert – ein Punkt, der im Bewertungsmodell vieler professioneller Investoren zunehmend Gewicht gewinnt.

Volkswagen Cashflow: 6 Mrd. Sprung löst Rallye aus

Wie schafft es die Volkswagen AG, aus einer zuvor nur auf „schwarze Null“ getrimmten Prognose plötzlich Milliarden an freiem Cashflow zu generieren? Der Konzern überrascht mit starkem Barmittelzufluss – doch wie nachhaltig ist dieser Effekt wirklich für Aktie und Umbau?

Monochrome Küstenstraße mit rotem Golf GTI als Symbol für starken Volkswagen Cashflow
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Stand: 13:23 MEZ

Volkswagen Cashflow: Wie kam es zum Sprung?

Im Konzernbereich Automobile hat die Volkswagen AG ihre im September gesenkte Prognose zum Netto-Cashflow klar übertroffen. Statt einer „schwarzen Null“ stehen für 2025 nun rund sechs Milliarden Euro zu Buche, nach fünf Milliarden Euro im Vorjahr. Gleichzeitig legte die Nettoliquidität im Autogeschäft zum 31. Dezember 2025 auf mehr als 34 Milliarden Euro zu, nachdem zuletzt nur rund 30 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Der starke Volkswagen Cashflow ist damit zu einem zentralen Treiber der aktuellen Kursrally geworden.

Volkswagen führt den höheren Barmittelzufluss vor allem auf eine geringere Mittelbindung im Betriebskapital zurück. Lager- und Vorratsbestände wurden konsequent abgebaut, was unmittelbar Liquidität freisetzte. Zusätzlich fielen die Investitionen in Sachanlagen sowie in Forschung und Entwicklung niedriger aus als ursprünglich geplant. Die Investitionsquote im Autogeschäft sank vorläufigen Angaben zufolge auf etwa zwölf Prozent der Erlöse, nach 14,3 Prozent im Jahr 2024.

Volkswagen AG: Wie reagiert die Börse auf den Cashflow?

Die Finanzkennzahlen schlagen sich direkt im Kurs der Vorzugsaktie von Volkswagen (VOW3) nieder. Nach der Ad-hoc-Mitteilung sprang das Papier im frühen Handel um bis zu sechs Prozent nach oben und führt zeitweise die Gewinnerliste im DAX an. Aktuell notiert der Titel bei 103,60 US-Dollar beziehungsweise gut 104 Euro und liegt damit rund 4,8 Prozent über dem Vortag. Die Markterholung wird zusätzlich von der Entspannung im Zollstreit mit den USA flankiert, nachdem US-Präsident Donald Trump seine angedrohten Strafzölle auf europäische Autoimporte zurückgenommen hat.

Für Investoren ist der Volkswagen Cashflow eine harte Währung, denn er zeigt, wie viel Geld nach Investitionen tatsächlich für Dividenden, Schuldenabbau und strategische Projekte bleibt. Dass der Konzern trotz Belastungen in China und kostspieliger Anpassungen bei der Sportwagentochter Porsche einen so kräftigen Überschuss erwirtschaftet, stärkt das Vertrauen in die Fähigkeit des Managements, Kosten zu kontrollieren und Kapital diszipliniert einzusetzen.

Volkswagen AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Volkswagen AG (VOW3) – 252-Tage-Chart

Volkswagen AG: Was sagen Analysten zum Cashflow?

Mehrere Häuser werten die Entwicklung positiv. Die kanadische Bank RBC belässt Volkswagen auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 135 Euro. Analyst Tom Narayan betont, der Netto-Cashflow liege klar über dem Konsens. Das Analysehaus Jefferies bestätigt seine „Buy“-Einstufung mit einem Kursziel von 140 Euro. Experte Philippe Houchois hebt hervor, dass der Cashflow deutlich besser sei als im Vorjahr und klar über der Unternehmensplanung liege; ausschlaggebend seien insbesondere die Freisetzung von Betriebskapital und geringere Investitionen.

Auch Deutsche Bank Research reagiert und erhöht das Kursziel für die Aktie von 110 auf 120 Euro bei unverändertem „Buy“-Rating. Analyst Tim Rokossa verweist auf den überraschend hohen Free Cashflow, der die Konsensschätzungen deutlich übertroffen habe. Die US-Investmentbank Goldman Sachs bleibt dagegen vorsichtiger und stuft Volkswagen weiterhin mit „Neutral“ und Kursziel 106 Euro ein. Analyst Christian Frenes sieht den besseren Cashflow zwar als positives Signal für geplante Investitionssenkungen, fordert aber mehr Details zur Nachhaltigkeit dieser Entwicklung.

Volkswagen Cashflow: Reicht er für den Konzernumbau?

Die im Konzern sichtbare Straffung der Kapitalausgaben kommt mitten in einer tiefgreifenden Transformation. Nach der Dieselkrise hat die Volkswagen AG ihren Fokus auf Elektromobilität geschärft. Bei der Tochter Volkswagen Group Components arbeiten inzwischen mehr als 30 Prozent der rund 65.000 Beschäftigten an E-Themen wie Batteriekomponenten, E-Antrieben und Pulswechselrichtern. Gleichzeitig wird die langfristige Investitionsplanung bis 2030 auf rund 160 Milliarden Euro heruntergefahren – immer noch ein hohes Niveau, aber spürbar weniger als frühere Spitzenwerte von bis zu 180 Milliarden Euro.

Der jüngste Volkswagen Cashflow verschafft dem Konzern mehr Flexibilität, diese Transformation aus eigener Kraft zu finanzieren. Eigenentwickelte Batterieplattformen, einheitliche Technologiebausteine und vertikale Integration sollen Skaleneffekte heben und Kosten senken. Entscheidend wird sein, ob der Mittelzufluss auch in den kommenden Jahren robust bleibt – insbesondere, wenn sich der Ergebnisbeitrag aus den chinesischen Gemeinschaftsunternehmen wie erwartet zunächst abschwächt, bevor er ab 2027 wieder anziehen dürfte.

Am 10. März will Volkswagen die vollständigen Zahlen für 2025 und den Ausblick für 2026 vorlegen. Dann dürfte sich zeigen, wie dauerhaft die Cashflow-Verbesserung ist, welche Rolle weitere Lagerabbauten spielten und wie stark der Konzern seine Investitionen in Elektromobilität und Software künftig priorisiert.

„Skalierung ist vor allem in der Elektromobilität entscheidend. Und die erreichen Sie nur, wenn Sie Volumen bündeln.“
— Thomas Schmall, Vorstand Volkswagen Group Technology
Fazit

Unterm Strich signalisiert der starke Volkswagen Cashflow, dass der Konzern beim Kapitalmanagement vorankommt und die hohen Umbaukosten besser abfedern kann als befürchtet. Für Anleger steigt damit die Attraktivität der Aktie, insbesondere vor dem Hintergrund angehobener Kursziele von RBC, Jefferies und Deutsche Bank. Die kommenden Quartals-Updates werden zeigen, ob Volkswagen den eingeschlagenen Kurs bestätigen und den positiven Cashflow-Trend verstetigen kann.

3 Fakten zur Volkswagen Restrukturierung als Wendepunkt

Wie radikal stellt Volkswagen AG sein Geschäftsmodell gerade um – und was bedeutet die neue Kreislaufstrategie in Zwickau für Rendite und Risiko bei VOW3? Der Konzern verbindet Milliarden-Sparprogramm und Circular Economy zu einem tiefgreifenden Umbau.

Volkswagen Werk Zwickau mit moderner Recycling- und Demontagelinie für Fahrzeuge
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Stand: 17:35 MEZ

Was umfasst die Volkswagen Restrukturierung?

Im Rahmen der laufenden Volkswagen Restrukturierung verknüpft der Konzern seine Effizienzoffensive mit einer strategischen Neuausrichtung hin zur Kreislaufwirtschaft. Am Standort Zwickau investiert Volkswagen AG bis zu 90 Millionen Euro, um ab 2030 jährlich rund 15.000 Fahrzeuge der Konzernmarken zu demontieren und zu recyceln. Bereits in diesem Jahr sollen erste 500 Fahrzeuge zerlegt werden, die Stückzahl wird bis 2027 schrittweise erhöht.

Gebrauchte Fahrzeuge – Verbrenner wie E-Autos – werden künftig von Kunden und Händlern zurück in die Fabrik geholt, technisch geprüft und je nach Zustand entweder wiederaufbereitet oder in ihre Komponenten zerlegt. Bauteile wie Türen, Scheinwerfer oder Motoren sollen in Gebrauchtwagen ein zweites Leben erhalten, wertvolle Rohstoffe, insbesondere aus Batterien, werden zurückgewonnen. Erfahrungen aus anderen Industrien zeigen, dass Recyclingquoten von über 80 Prozent, bei Batterien sogar über 90 Prozent möglich sind.

Laut dem Verantwortlichen für den Bereich Kreislaufwirtschaft, Andreas Walingen, stärkt der neue Ansatz die Unabhängigkeit vom globalen Rohstoffhandel, reduziert den CO2-Fußabdruck der Fahrzeuge und eröffnet neue Geschäftsmodelle. Der Freistaat Sachsen fördert das Projekt mit rund 10,8 Millionen Euro, etwa 1.000 Arbeitsplätze am Standort sollen gesichert werden.

Warum baut Volkswagen AG das Werk Zwickau um?

Volkswagen AG kämpft in Deutschland mit Überkapazitäten in der Fahrzeugproduktion. In Zwickau, das beim Umstieg auf Elektroautos als Pionierwerk galt, wird die Autoproduktion daher reduziert; mehrere Modelle wandern in den kommenden Jahren an andere Standorte. Im Gegenzug erhält das Werk die strategische Rolle als zentrales Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft im Konzern.

Dort sollen künftige Projekte der Circular Economy auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards definiert und Know-how für andere Werke weltweit aufbereitet werden. Zudem sollen Erkenntnisse aus der Demontage direkt in die Produktentwicklung neuer Fahrzeuggenerationen einfließen – etwa durch recyclingfreundliche Konstruktionen oder besser zugängliche Batteriemodule.

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter sieht in der Neuaufstellung erst den Anfang und macht sich für einen vollständigen Konzernsitz für Circular Economy im Bundesland stark. Auch der Betriebsrat in Zwickau bewertet den Ausbau der Kreislaufwirtschaft als wichtigen Zukunftsschritt, fordert aber, dass parallel weiterhin Fahrzeuge am Standort produziert werden.

Volkswagen AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Volkswagen AG (VOW3) – 252-Tage-Chart

Wie trifft die Volkswagen Restrukturierung Massenmarken?

Parallel zur Transformation in Zwickau treibt die Volkswagen Restrukturierung im Kerngeschäft der Massenmarken voran. In Wolfsburg wurde eine neue Governance-Struktur beschlossen, die bis 2030 allein im Produktionsbereich Einsparpotenziale von rund einer Milliarde Euro heben soll. Kern des Modells ist ein markenübergreifender Markengruppenvorstand, in dem die Zentralbereiche Produktion, Technische Entwicklung und Einkauf zusammengeführt werden.

Die Marken Skoda, Seat/Cupra und VW Nutzfahrzeuge werden künftig jeweils nur noch von vier regulären Vorständen geführt. Die Gesamtzahl der Vorstandsmitglieder in der Markengruppe sinkt damit um etwa ein Drittel, mittelfristig sollen die Managementstrukturen weiter verschlankt werden. Das neue Steuerungsmodell ist im Januar gestartet und soll bis zum Sommer vollständig umgesetzt sein.

VW-Pkw-Chef Thomas Schäfer, zugleich Leiter der Massenmarkengruppe, betont, der neue Markengruppenvorstand bringe mehr Geschwindigkeit und bessere Steuerung im Sinne eines markenübergreifenden Optimums. So sollen Kosten- und Strukturvorteile genutzt und gleichzeitig die Effizienz deutlich erhöht werden. Teil der Gesamtstrategie ist ein großes Sparprogramm bei der renditeschwachen Kernmarke VW, inklusive eines geplanten Stellenabbaus von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030.

Was bedeutet die Restrukturierung für VOW3 Anleger?

Die Kombination aus Kreislaufwirtschaft in Zwickau und striktem Kostenprogramm verstärkt die Volkswagen Restrukturierung zu einer Doppelstrategie: Operative Effizienz im Kerngeschäft einerseits, nachhaltige Geschäftsmodelle und Ressourcensicherheit andererseits. An der Börse wird der Umbau aktuell positiv aufgenommen; die Vorzugsaktie VOW3 handelt mit 98,86 Euro leicht unter dem jüngsten Xetra-Niveau von gut 99 Euro und liegt damit rund 20 Prozent über dem Jahrestief von 81,68 Euro.

Große Investmentbanken wie Goldman Sachs, Citigroup und RBC Capital Markets hatten Volkswagen in der Vergangenheit wiederholt als zyklischen Turnaround-Wert im europäischen Automobilsektor eingeordnet, wobei die Bewertung im Branchenvergleich moderat bleibt. Die aktuelle Umsetzungsphase der Programme wird nun entscheidend dafür sein, ob die anvisierten Einsparungen von einer Milliarde Euro bis 2030 realistisch sind und ob die Kreislaufwirtschaft in Zwickau tatsächlich zu einem skalierbaren Profitcenter ausgebaut werden kann.

Der neue Markengruppenvorstand bringt mehr Schnelligkeit und Steuerung im Sinne des markenübergreifenden Optimums.
— Thomas Schäfer, VW-Pkw-Chef
Fazit

Für Investoren steht damit weniger die kurzfristige Nachfrageentwicklung im Vordergrund, sondern vielmehr die Frage, ob Volkswagen AG mit der laufenden Volkswagen Restrukturierung dauerhaft höhere Margen und mehr Resilienz gegenüber Rohstoff- und Konjunkturschwankungen erreicht.

SoftBank plant KI-Infrastruktur-Deal – DigitalBridge & Berkshire

KURZ & KNAPP

SoftBank und die US-Investmentfirma DigitalBridge verhandeln laut Berichten ueber einen milliardenschweren Einstieg in die globale KI-Infrastruktur. Im Raum steht die Uebernahme eines Asset-Managers mit rund 108 Milliarden Dollar verwaltetem Vermoegen. Parallel baut SoftBank sein Oekosystem von Rechenzentren bis zu KI-Software weiter aus. Zudem ringen Investoren mit der Frage, wie Berkshire Hathaway seinen riesigen Cashbestand unter dem kuenftigen Chef Greg Abel strategisch einsetzen wird.

Neben diesen Mega-Themen bestimmen geopolitische Spannungen und Rohstoffknappheit die Maerkte. Deutsche Ruestungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt reagieren empfindlich auf Spekulationen um einen moeglichen Ukraine-Deal. Zugleich bewegen Bitcoin, Silber und andere Rohstoffe die Kurse, waehrend der klassische 60/40-Ansatz in der Vermoegensaufteilung von Strategen wie Morgan Stanley zunehmend hinterfragt wird.

Fuer Deutschland rueckt ein moeglicher struktureller Jobabbau ab 2026 in den Vordergrund, was die Perspektiven vieler DAX-Konzerne truebt. In Europa und den USA stehen zudem Konjunkturpfad, Energiepreise und die Zinspolitik der Federal Reserve im Mittelpunkt. Die Kombination aus KI-Investitionswelle, Deindustrialisierungs-Angst und laufenden Verhandlungen zu globalen Konflikten schafft ein fragiles, aber dynamisches Boersenumfeld.

AUSBLICK US-Märkte

  • Morgan Stanley zu GOLD: Chief Investment Officer Mike Wilson rückt von der traditionellen 60/40-Allokation ab und empfiehlt ein Portfolio aus 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold, da er Gold und hochwertige Aktien als beste Hedges gegen Inflation einstuft.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

SoftBank (SFTBY) und DigitalBridge (DBRG) – Zündet Son den nächsten KI-Infrastruktur-Megadeal?

SoftBank (SFTBY, $56.76, +1.61%) und die US-Investmentfirma DigitalBridge Group (DBRG, $15.29, +2.20%) stehen laut Berichten vor einem möglichen Milliarden-Deal im Zentrum des globalen KI-Infrastrukturbooms. Nach Informationen von Bloomberg laufen fortgeschrittene Gespräche über eine Übernahme von DigitalBridge, die bereits jetzt ein verwaltetes Vermögen von rund 108 Milliarden Dollar im Bereich digitaler Infrastruktur betreut. Im vorbörslichen US-Handel war die Aktie von DigitalBridge zeitweise um bis zu 50% nach oben geschossen, bevor sie einen Teil der Gewinne wieder abgab und zuletzt rund 34% im Plus lag. Die Marktkapitalisierung von DigitalBridge liegt aktuell bei etwa 2,5 Milliarden Dollar, der Unternehmenswert inklusive Schulden bei rund 3,8 Milliarden Dollar. Allein die Übernahmespekulationen reichen aus, um die Titel beider Unternehmen deutlich zu bewegen und den Markt erneut auf den strategischen Wert von Rechenzentren, Glasfasernetzen und Funktürmen aufmerksam zu machen.

Strategisch wäre der Schritt ein weiterer Baustein in der aggressiven KI-Offensive von Masayoshi Son, der sein Portfolio in den vergangenen Jahren radikal auf Zukunftstechnologien ausgerichtet hat. Während Akteure wie OpenAI die Schlagzeilen dominieren, verlagert sich der entscheidende Engpass zunehmend auf die physische Ebene: Rechenzentren, Stromversorgung, Glasfaser und Türme als „Schaufeln“ im KI-Goldrausch. DigitalBridge hält Beteiligungen an Plattformen wie AIMS, AtlasEdge, DataBank, Switch, Vantage Data Centers und der Yondr Group und ist damit tief in der globalen Dateninfrastruktur verankert. Für SoftBank wäre das kein Neuland – der Konzern hatte bereits 2017 die Fortress Investment Group übernommen und später wieder verkauft und kennt damit das Asset-Management-Geschäft. Parallel arbeitet SoftBank mit OpenAI, Oracle und Abu Dhabis MGX am gigantischen Datenzentrumsprojekt „Stargate“, das jedoch derzeit durch Finanzierungs- und Standortfragen gebremst wird. Vor diesem Hintergrund hatte Son unlängst ein Nvidia-Paket im Wert von 5,8 Milliarden Dollar veräußert, um Kapital für KI-Investments freizusetzen.

Noch ist der Deal nicht final, doch bereits die laufenden Verhandlungen senden eine starke Signalwirkung an den Markt. Sollte SoftBank den Zuschlag erhalten, würde der Konzern sich einen zentralen Hebel auf die globale KI-Infrastruktur sichern – von Software-Beteiligungen wie OpenAI bis hin zu Beton, Stahl und Glasfaser in Form von Datenzentren und Netzen. Investoren werten die mögliche Transaktion als konsequenten Schritt, um die gesamte Wertschöpfungskette der KI-Ökonomie stärker zu kontrollieren und den Aufbau des eigenen Ökosystems zu beschleunigen. Gleichzeitig erhöht ein solcher, mutmaßlich stark kreditfinanzierter Kauf den Druck, die in Aussicht gestellte Rendite auch tatsächlich zu liefern, insbesondere vor dem Hintergrund hoher Zinsen und zunehmender Skepsis gegenüber überschuldeten Wachstumsmodellen. Ob der erwartete Mega-Deal tatsächlich bereits zu Wochenbeginn verkündet wird, ist offen – die Marktteilnehmer haben sich jedoch bereits klar positioniert: KI-Infrastruktur bleibt einer der begehrtesten Hebel im aktuellen Bullenmarkt.

Berkshire Hathaway (BRK.B) – Nutzt Greg Abel den 382-Milliarden-Cashberg für einen Bitcoin-Schwenk?

Berkshire Hathaway (BRK.B, $498.40, 0.00%) wird laut Marktbeobachtern derzeit mit einem sogenannten „Succession Discount“ gehandelt, weil Investoren die künftige Performance unter dem designierten Nachfolger Greg Abel abwarten. Unter Warren Buffett hat die Holding mehr als 6 Millionen Prozent Rendite erzielt, dennoch sorgt die anstehende Übergabe dafür, dass selbst Ultra-High-Net-Worth-Investoren eine gewisse Bewertungslücke einpreisen. Gleichzeitig sitzt Berkshire Hathaway auf einem gewaltigen Barbestand von rund 382 Milliarden Dollar, der im aktuellen Zinsumfeld zwar 4–5 % risikofreie Rendite bringt, aber höhere Opportunitätskosten gegenüber produktiven Investments erzeugt. Für das Jahr 2026 erwarten Marktteilnehmer deshalb deutlich größere Allokationsentscheidungen, die über die strategische Handschrift von Abel entscheiden werden. Besonders im Fokus stehen dabei Sektoren wie Energie, Transport (insbesondere Eisenbahnen), Industrie und Verteidigung, wo Berkshire bereits heute starke Positionen hält.

Spekuliert wird zudem über einen möglichen Kurswechsel bei digitalen Assets, vor allem bei Bitcoin (BTC-USD, $87,327.14, -0.28%) und Ethereum (ETHUSD, $2,922.72, -0.49%), die von vielen Investoren wegen ihrer programmierten Knappheit geschätzt werden. Ein Einstieg von Berkshire Hathaway in Bitcoin oder Ethereum würde als klarer Bruch mit Buffetts bisher strikt ablehnender Haltung gelten und könnte als „Breakout Move“ von Abel interpretiert werden, um eine eigene strategische Identität zu markieren. Befürworter argumentieren, dass digitale Währungen sich langfristig ähnlich durchsetzen könnten wie das Internet gegenüber der klassischen Briefpost und daher als Beimischung für große Vermögen sinnvoll sind. Parallel dazu sehen Experten in den Bereichen Energie und Verteidigung erhebliches Aufwärtspotenzial für die kommenden ein bis zwei Jahre, was auch zu Abels beruflichem Hintergrund im Energiesektor passt. Sollte er hier größere Akquisitionen oder Kapitalspritzen vornehmen, könnte dies den Cashberg schrittweise in produktive Assets verwandeln – und damit den wahrgenommenen Nachfolger-Rabatt reduzieren.

Rheinmetall (RHM.DE) und Hensoldt (HAG.DE) – Warum belasten Ukraine-Deal-Spekulationen die deutschen Rüstungsaktien?

Deutsche und europäische Rüstungswerte geraten heute deutlich unter Druck, weil die Märkte auf Berichte über mögliche „Ukraine-Deal“-Verhandlungen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj in Mar-a-Lago reagieren. Rheinmetall (RHM.DE, $1505.50, -2.30%) und Hensoldt (HAG.DE, $72.00, -1.64%) zählen dabei zu den klaren Verlierern im DAX- und Nebenwertesegment. Anstatt über einen klar umrissenen Friedensplan zu sprechen, soll laut den vorliegenden Einschätzungen über Einflusszonen, Zahlungsströme und Nachkriegsrenditen verhandelt werden, was aus Sicht institutioneller Investoren hohe geopolitische Unsicherheit erzeugt. Diese Unklarheit trifft ausgerechnet jene Aktien, die in den vergangenen Quartalen stark von der Aufrüstung in Europa und steigenden Verteidigungsbudgets profitiert haben.

Die Nervosität der Märkte erklärt sich vor allem daraus, dass unklare Nachkriegsarrangements die Planbarkeit langfristiger Beschaffungsprogramme infrage stellen könnten. Gleichzeitig betonen Experten, dass ein möglicher Deal keineswegs automatisch sinkende Verteidigungsausgaben in Europa bedeuten muss, sondern eher eine Neujustierung der Prioritäten. Dennoch nutzen kurzfristig orientierte Anleger die Schlagzeilen, um Gewinne in den stark gelaufenen Papieren mitzunehmen und Risiko zu reduzieren. Für mittel- bis langfristig orientierte Investoren bleibt entscheidend, ob die politischen Verhandlungen zu verlässlichen Rahmenbedingungen führen – oder ob das aktuelle Kursminus nur eine Zwischenkorrektur in einem strukturell intakten Aufwärtstrend der europäischen Verteidigungsindustrie darstellt.

DAX 40 – Droht ab 2026 ein struktureller Jobschock für den Standort Deutschland?

Wirtschaftsverbände warnen zunehmend lautstark vor einem massiven strukturellen Jobabbau in Deutschland ab dem Jahr 2026, der weit über einen normalen Konjunkturzyklus hinausgehen soll. Als zentrale Gründe werden eine Erosion der Standortqualität durch hohe Energiepreise, ausufernde Bürokratie, hohe Abgabenlast und politische Fehlentscheidungen genannt. In der Industrie sei bereits heute ein Verlust an Substanz und Investitionsbereitschaft spürbar, was von einigen Beobachtern als eine Art „kontrollierter Abriss“ des bisherigen Geschäftsmodells interpretiert wird. Für den DAX 40 (24.368 Punkte, -0,17%) könnte dies mittelfristig bedeuten, dass die Gewinndynamik der klassischen Industriewerte unter Druck gerät und sich die Bewertungsunterschiede zu stärker digitalisierten Märkten weiter vergrößern.

Besonders kritisch sehen die Verbände, dass strukturelle Reformen bei Energie- und Standortkosten nur schleppend vorankommen, während internationale Wettbewerber aggressiv um Produktionskapazitäten werben. Investoren beobachten daher genau, ob die Politik in den kommenden Jahren Kurskorrekturen vornimmt, um eine Deindustrialisierung zu verhindern. Für den Kapitalmarkt stellt sich die Frage, ob Deutschland vom Qualitäts- zum Hochkostenstandort wird – oder ob es gelingt, die Transformation hin zu einer stärker technologie- und dienstleistungsgetriebenen Wirtschaft ohne flächendeckende Arbeitsplatzverluste zu bewältigen. Die heute vergleichsweise gelassenen DAX-Kurse spiegeln diese Langfristgefahren bislang nur teilweise wider.

Bitcoin (BTC-USD) und Silber (SI=F) – Wie spekuliert der Markt auf Zinssenkungen und Rohstoffknappheit?

Bitcoin (BTC-USD, $87,327.14, -0.28%) nähert sich erneut der psychologisch wichtigen Marke von 90.000 Dollar, auch wenn der Kurs heute etwas nachgibt. Treiber des laufenden Zyklus ist weniger die technologische Adaption als vielmehr die massive Spekulation auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve und eine anhaltend hohe Marktliquidität. Bitcoin wird dabei zunehmend als integraler Bestandteil des Finanzsystems wahrgenommen und nicht mehr als dessen Gegenmodell – Rücksetzer werden von vielen Investoren als Kaufchance interpretiert. Parallel dazu erlebt der Silbermarkt eine spektakuläre Rally: Silber-Futures (SI=F, $72.63, -5.92%) korrigieren zwar heute scharf, nachdem der Preis in der Nacht erstmals die Marke von 80 Dollar je Unze überschritten hat, liegen aber auf Jahressicht immer noch bei einem Plus von über 155%. Das Gold-Silber-Ratio ist auf historisch niedrige 55 gefallen, physisches Silber ist bei vielen Händlern ausverkauft und es mehren sich Warnungen vor möglichen Handelsbeschränkungen für Privatanleger.

Fundamental wird die Knappheit durch ein strukturelles Angebotsdefizit und eine explodierende Nachfrage in Bereichen wie Photovoltaik, Halbleiter, E-Mobilität, Militär und KI-Infrastruktur getrieben. Experten verweisen zudem darauf, dass JPMorgan mit geschätzten 750 Millionen Unzen über Bestände in der Größenordnung von fast drei Vierteln einer Weltjahresproduktion verfügen soll und damit erheblichen Einfluss auf den Markt ausübt. In Kombination mit der Zinssenkungsfantasie der Fed entsteht ein Umfeld, in dem Risikoassets – von Kryptowährungen bis zu Industriemetallen – wie mit einem Adrenalinstoß nach oben getrieben werden. Kritiker sehen darin ein Signal systemischer Nervosität: Liquidität wird ins System gepumpt, während parallel der Umbau vom klassischen Fiat-System hin zu digitalen Währungen vorangetrieben wird. Für Trader bedeutet das: Momentum-Trends können länger laufen als erwartet, sind aber zunehmend anfällig für abrupte Gegenbewegungen wie den jüngsten Rückschlag bei Silber.

KURZNEWS

  • TSLA – Tesla: Tesla steht unter erheblichem betriebswirtschaftlichem Druck, weil die Margen im Fahrzeuggeschäft durch notwendige Preissenkungen bei nachlassender Nachfrage erodieren. Ein ehemals großer Zuliefervertrag ist nahezu kollabiert und weist nur noch ein Volumen von rund 7.386 Dollar auf, während gleichzeitig die stark gestiegenen Silberpreise das Unternehmen als großen Verbraucher zusätzlich belasten.
  • TSLA – Tesla: Parallel dazu treibt Tesla Tests für das autonome Fahren mit dem System FSD in Deutschland und Europa voran. Trotz der kurzfristigen Margenprobleme setzt der Konzern damit klar auf Software- und Technologiekompetenz als künftigen Werttreiber.
  • TSLA – Tesla: In einer technisch orientierten Analyse beschreibt Jens Glatt einen Swing-Trade in Tesla auf Basis des Ausbruchs über die Marke von 360 Dollar, flankiert von Auslieferungszahlen Anfang Oktober, Earnings am 22.10. und der Aktionärsversammlung am 06.11. Der Trade wurde jedoch geschlossen, nachdem der Kurs unter den durchschnittlichen Einstiegspreis um 420–425 Dollar fiel und damit das Setup invalidierte, auch wenn die 500-Dollar-Marke als langfristiges Ziel im Blick bleibt.
  • TSLA – Tesla: Das extrem ambitionierte Vergütungspaket von Elon Musk für Tesla wird als zentraler Kurstreiber diskutiert: Es zielt auf eine Marktkapitalisierung von 8,5 Billionen Dollar bis etwa 2030/2035 und ein EBITDA von über 400 Milliarden Dollar. Bei einem Bewertungsmultiple von 40 wäre theoretisch eine Marktkapitalisierung von 16 Billionen Dollar denkbar, weshalb die Abstimmung darüber am 06.11. als Schlüsselereignis gilt.
  • TGT – Target: Beim US-Einzelhändler Target greifen aktivistische Investoren ein und fordern umfassende Kostensenkungen, Effizienzprogramme und einen strategischen Umbau. Hintergrund ist die Verunsicherung durch preissensible Verbraucher sowie Margendruck im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld.
  • TGT – Target: Die Intervention der Aktivisten bei Target wird von Marktbeobachtern als Symptom einer breiteren systemischen Nervosität im US-Einzelhandel gewertet. Händler stehen zwischen steigenden Kosten und Konsumenten, die immer stärker auf Preise achten, wodurch klassische Geschäftsmodelle unter Anpassungsdruck geraten.
  • BP – BP: BP steht trotz Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf der Marke Castrol unter erheblichem strategischem Druck. Das Unternehmen wird zwischen seiner fossilen Vergangenheit und den Anforderungen einer grünen Zukunft zerrieben, wobei Analysten weiteres Abwärtspotenzial für die Aktie sehen.
  • BP – BP: Kritisch hinterfragt wird vor allem die Rentabilität der grünen Projekte von BP im Vergleich zum traditionellen Ölgeschäft. Solange die Renditeaussichten der neuen Sparte nicht klar überzeugen, droht ein anhaltender Bewertungsabschlag gegenüber klassisch ausgerichteten Ölkonzernen.
  • SI=F – Silber-Futures: Die fundamentale Nachfrage nach Silber bleibt sehr stark und wird vom Ausbau im Energiebereich, der KI-Infrastruktur und der Elektromobilität getrieben. Marktteilnehmer spekulieren über einen möglichen Short Squeeze, der den bereits stark gestiegenen Silberpreis weiter nach oben treiben könnte.
  • SI=F – Silber-Futures: Experten warnen, dass im derzeitigen Silbermarkt das Momentum nicht unterschätzt werden darf, da einmal gestartete Trends häufig lange anhalten. Die strukturelle Angebotsknappheit in Verbindung mit neuen technologischen Einsatzfeldern verschiebt die Nachfragemuster nachhaltig.
  • CL=F – Rohöl: Für den Ölmarkt wird im kommenden Jahr eine Besserung erwartet, sofern sich die globale Wirtschaft stabilisiert und der negative Einfluss von Zöllen nachlässt. Zusätzliche Nachfrageimpulse kommen aus dem wachsenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren und der Elektromobilität, was den Ausbau der Energie- und Strominfrastruktur in den Fokus vieler Investoren rückt.
  • ROHSTOFFE – Divers: Generell wird die fundamentale Nachfrage nach Rohstoffen durch den massiven Ausbau der KI-Infrastruktur und von Rechenzentren angetrieben. Die erwarteten Produktivitätsgewinne durch KI könnten Unternehmensgewinne beflügeln, führen aber gleichzeitig zu steigenden Anforderungen an Energie und Metalle wie Silber.
  • MEGA-CAPS – US-Tech: Der Markt hat aufgehört, die „Magnificent Seven“ als homogene Gruppe zu handeln, und beginnt, Gewinner und Verlierer anhand ihrer Fähigkeit zur Monetarisierung von KI zu unterscheiden. Entscheidendes Kriterium sind die enormen Investitionsausgaben der Hyperscaler von über 400 Milliarden Dollar in diesem Jahr, wovon rund 75 % in KI-Infrastruktur flossen.
  • GOOGL – Alphabet: Alphabet führt das Feld im KI-Wettlauf mit einem Vorsprung von rund 60 Prozentpunkten an und zeigt Stärke über den gesamten Stack – von eigenen KI-Chips über die Cloud-Distribution bis hin zum LLM Gemini, das wichtige Benchmarks anführt. Bedeutende Cloud-Verträge, unter anderem mit Meta und Anthropic, untermauern die Strategie, die hohen CapEx-Ausgaben durch reales Umsatzwachstum zu rechtfertigen.
  • AMZN – Amazon: Amazon wird derzeit als Nachzügler im KI-Infrastrukturwettbewerb gesehen, da AWS langsamer wächst als Azure und Google Cloud. Der Versuch, mit dem eigenen KI-Chip Trainium über Kostenvorteile zu punkten, hat bislang nicht die erhoffte Dynamik ausgelöst, zudem liegen die zukünftigen Leistungsverpflichtungen mit 200 Milliarden Dollar deutlich hinter denen von Microsoft.
  • META – Meta Platforms: Meta verfügt über keinen eigenen Cloud-Dienst, was die Argumentation für direkten KI-Umsatz erschwert. Zwar verbessert KI die Werbealgorithmen und Zielgruppenansprache deutlich, doch dieser indirekte Return on Investment ist für den Markt schwerer zu bewerten; für Infrastrukturvorhaben nutzt Meta zudem Kapazitäten von Google Cloud.
  • AAPL – Apple: Apple hält sich weitgehend aus dem kostspieligen KI-Infrastrukturwettbewerb heraus und investierte im letzten Quartal lediglich rund 3 Milliarden Dollar. Der Konzern setzt stattdessen darauf, dass am Ende Distribution und direkter Zugang zum Endnutzer entscheidender sind als das beste Basismodell im Hintergrund.
  • MSFT – Microsoft: Microsoft Azure weist mit zukünftigen Leistungsverpflichtungen von rund 400 Milliarden Dollar eine deutlich stärkere Dynamik als AWS auf. Dies festigt die marktbeherrschende Rolle von Microsoft bei der Bereitstellung von KI-Infrastruktur für Unternehmen und stärkt das Vertrauen der Investoren in die künftige Umsatzentwicklung.
  • PORTFOLIO – Asset Allocation: Laut Morgan Stanley-Stratege Mike Wilson verliert das klassische 60/40-Portfolio an Attraktivität, weshalb er nun eine Aufteilung von 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold bevorzugt. Hintergrund ist der Inflationsdruck auf Anleihen, deren fixe Zahlungen in realer Kaufkraft erodieren, während Gold und hochwertige Aktien als bessere Inflationsschutzbausteine gelten.

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      IM BLICKPUNKT

      • Morgan Stanley zu GOLD: Chief Investment Officer Mike Wilson rückt von der traditionellen 60/40-Allokation ab und empfiehlt ein Portfolio aus 60 % Aktien, 20 % Anleihen und 20 % Gold, da er Gold und hochwertige Aktien als beste Hedges gegen Inflation einstuft.