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Novo Nordisk: Wegovy-Pille sorgt für Bewegung – Eli Lilly & Tesla

KURZ & KNAPP

Novo Nordisk rückt mit der FDA-Zulassung der oralen Wegovy-Variante wieder ins Rampenlicht und hofft nach einem starken Rückgang der Aktie auf eine operative Trendwende. Die Pille soll bereits ab Januar in den USA starten und verschafft dem Konzern einen zeitlichen Vorsprung gegenüber Eli Lilly. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Lieferketten und Margen der erwarteten Nachfrage standhalten. Parallel dazu läuft beim Edelmetallmarkt eine außergewöhnliche Gold-Rallye mit neuen Rekordständen.

Neben Pharma und Rohstoffen prägen Rüstung und Technologie die Schlagzeilen: Rheinmetall profitiert von dauerhaft höheren Verteidigungsbudgets in Europa. ASML und SAP warnen vor einem Rückstand Europas im KI-Ökosystem und fordern klare industriepolitische Weichenstellungen. In den USA investieren Hyperscaler Milliarden in KI-Rechenzentren, wovon NVIDIA und Konzerne wie Alphabet direkt betroffen sind. Auch Kryptowährungen, Stablecoins, Öl und Kaffee zeigen deutliche Bewegungen.

Für europäische und deutsche Unternehmen ergeben sich daraus weitreichende Konsequenzen: Firmen wie Siemens, Puma, Thales und Logistiker wie die Deutsche Post reagieren auf geopolitische Trends, Wiederaufbaupläne und Konjunkturhoffnungen. Zugleich rücken Themen wie mögliche Offshore-Windstopps in den USA für Ørsted und der wachsende Einfluss der US-Geldpolitik in den Vordergrund. Wichtige US-Makrodaten wie ADP-Beschäftigung, PCE-Kernrate und BIP-Zahlen sowie die Diskussion um zukünftige Fed-Zinsschritte prägen das Umfeld an den Märkten.

AUSBLICK US-Märkte

  • Analysten zu TSLA: Mehrere Häuser bestätigen ihre positive Einschätzung für Tesla mit Kurszielen von 600 bis 620 Dollar bis 2026, was zugleich die nächste Schwelle im Vergütungspaket von Elon Musk markiert. Die Argumentation stützt sich weniger auf klassische Autoverkäufe, sondern auf Potenziale in Robotik und autonomem Fahren.
  • Analysten zu SIE – Siemens: Für Siemens sehen Analysten bis 2026 Kurse von über 250 Euro und empfehlen u.a. strukturierte Produkte wie Cap-Zertifikate, die auf eine seitwärts bis leicht steigende Kursentwicklung setzen. Ein wichtiger Treiber in den Modellen ist die mögliche Beteiligung von Siemens am Wiederaufbau der Ukraine mit Industrie- und Infrastrukturtechnik.
  • Analysten zu HO – Thales: Thales rückt mit seiner starken Position in Radar, Cyber Security und Raumfahrt verstärkt auf die Buy-Listen, auch vor dem Hintergrund eines 52-Milliarden-Euro-Pakets für die europäische Verteidigung. Charttechnisch wird ein Ausbruch über 237 Euro als Kaufsignal gesehen, der den Kurs zügig in Richtung 275 Euro treiben könnte.
  • Analysten zu PUM – Puma: Bei Puma erkennen Techniker eine mögliche Bodenbildung in Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation, mit einem ersten Kursziel um 24,50 Euro. Auf längere Sicht halten einige Häuser Niveaus um 30 Euro für erreichbar und positionieren die Aktie als Turnaround-Wette in Richtung Frühjahr 2026.

DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

Novo Nordisk (NVO) – Kann die Wegovy-Pille das Comeback nach dem Kurssturz bringen?

Novo Nordisk (NVO, $52.38, +0,02%) steht nach einem schwierigen Börsenjahr plötzlich wieder im Rampenlicht: Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat die Pillen-Version des Adipositas-Blockbusters Wegovy zugelassen, worauf die Aktie vorbörslich um mehr als 7% angesprungen ist. Der Verkaufsstart in den USA ist bereits für Januar geplant und verschafft den Dänen einen geschätzten Zeitvorsprung von rund drei bis vier Monaten gegenüber dem wichtigsten Rivalen Eli Lilly. Nach einem Kurssturz von fast 50% im Jahresverlauf 2025 könnte die neue Darreichungsform zum Wendepunkt werden und die Investment-Story wieder auf Wachstum trimmen. Die Zulassung kommt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem die Anleger das Vertrauen nach mehreren Gewinnwarnungen und einem spürbaren Personalabbau neu justieren.

Strategisch ist der Vorsprung bei der oralen GLP-1-Therapie für Fettleibigkeit hoch bedeutsam: Während Novo Nordisk bereits ab Januar Umsätze mit der Pille generieren will, wird die Zulassung für die Konkurrenztablette von Eli Lilly (LLY, $1060.00, +0,47%) erst für März oder April 2026 erwartet. Damit sichert sich Novo in einem der am schnellsten wachsenden Pharmamärkte der Welt – Adipositas-Behandlungen – wertvolle Marktanteile, bevor der Wettbewerb durch weitere orale GLP-1-Produkte intensiver wird. Parallel dazu treibt der seit August amtierende neue CEO Mark (Mike) Duster eine kulturelle Transformation voran, mit stärkerem Fokus auf Performance, Effizienz und Kapitaldisziplin. Nach einem Personalabbau von rund 11% muss das Management nun zeigen, dass die verschlankte Organisation im operativen Tagesgeschäft liefern kann.

Für Investoren stellt sich damit die Frage, ob die jüngste Kursreaktion der Beginn einer nachhaltigen Neubewertung oder nur eine technische Erholung nach dem Sell-off ist. Positiv zu werten ist, dass der Markt die strategische Bedeutung der Pille klar honoriert und den frühen Vertriebsstart im Januar einpreist. Entscheidend wird, ob Novo Nordisk die Lieferketten stabil halten und die enorme Nachfrage bedienen kann, ohne erneut in Kapazitätsengpässe oder Margendruck zu laufen. Gleichzeitig bleibt der Blick auf Eli Lilly gerichtet, wo der temporäre Nachteil beim Produktlaunch zwar schmerzt, der GLP-1-Markt insgesamt aber groß genug ist, um beiden Konzernen langfristig starkes Wachstum zu ermöglichen.

Gold (GC=F) – Wie lange kann die Rekordrallye noch laufen?

Gold (GC=F, $4511.20, +0,94%) hat in diesem Jahr bereits das 50. Allzeithoch markiert und liegt seit Jahresbeginn rund 70% im Plus. Zuletzt kletterte der Preis je Feinunze bis auf 4.489 Dollar und bewegt sich damit in Schlagdistanz zur Marke von 4.500 Dollar, während Analysten – etwa bei Goldman Sachs – für 2026 Kursziele um 4.900 Dollar ins Spiel bringen. Getrieben wird die Rallye von der Erwartung weiterer Zinssenkungen der Federal Reserve, massiven geopolitischen Spannungen und einem anhaltenden Kaufprogramm der Zentralbanken, die zunehmend US-Staatsanleihen durch physisches Gold ersetzen.

Marktbeobachter sprechen von einem ausgeprägten „Debasement-Trade“, bei dem Investoren das Vertrauen in Staatsanleihen und Fiat-Währungen verlieren und auf Edelmetalle ausweichen, während auch Silber und Platin zweistellige Zuwächse verzeichnen. Auffällig ist, dass große private Investmentfonds trotz der Rekorde gemessen an ihren Gesamtvermögen noch vergleichsweise geringe Goldbestände halten, was aus Sicht von Bullen weiteres strukturelles Potenzial signalisiert. Zusätzlich stützen saisonale Faktoren wie die Schmucknachfrage zum chinesischen Neujahrsfest und in Indien traditionell das erste Quartal, während ein schwächerer Dollar und niedrigere Realzinsen den Aufwärtstrend nach Einschätzung von Expertinnen wie Rachel Ziemba auch 2026 untermauern könnten.

Rheinmetall (RHM) – Wer profitiert von der neuen Kriegswirtschaft in Europa?

In Europa zeichnet sich eine strukturelle Verschiebung hin zu einer Art Kriegswirtschaft ab, von der Unternehmen wie Rheinmetall (RHM.DE, $1525.50, -1,26%) unmittelbar profitieren. Regierungen erhöhen ihre Verteidigungsbudgets dauerhaft, während klassische Industriekonzerne wie Siemens, ThyssenKrupp, Bosch und Continental ihre Kapazitäten für militärische Anwendungen und Dual-Use-Technologien ausbauen. Rheinmetall steht dabei an der Spitze der Entwicklung, baut seine Produktionskapazitäten massiv aus und meldet mehrjährige, gut gefüllte Auftragsbücher, die hohe Planbarkeit der Umsätze signalisieren.

Parallel dazu richten auch weitere DAX-Konzerne ihre Logistik-, Energie- und Sensoriklösungen stärker auf militärische Anforderungen aus, wodurch sich ein breites industrielles Ökosystem rund um Rüstung, Munitionsfertigung und Verteidigungslogistik bildet. Die politisch neu legitimierten Verteidigungsausgaben wirken wie ein langfristiger Wachstumspfeiler, auch wenn die Bewertung von Rüstungsaktien nach dem starken Lauf zunehmend anspruchsvoll wird. Für Anleger bedeutet dies, dass Titel wie Rheinmetall nicht mehr nur als zyklische Spekulation, sondern als struktureller Profiteur eines sicherheitspolitischen Paradigmenwechsels in Europa gehandelt werden.

ASML (ASML.AS) und SAP (SAP.DE) – Verliert Europa das Rennen um Künstliche Intelligenz?

ASML (ASML.AS, $897.30, +0,15%) und SAP (SAP.DE, $208.10, -0,22%) schlagen Alarm: Europa droht im globalen KI-Wettlauf klar hinter die USA und China zurückzufallen. ASML-CEO Christophe Fouquet verweist darauf, dass nur etwa 1 bis 2% der hochkomplexen Belichtungssysteme des Konzerns überhaupt nach Europa geliefert werden, weil es hier kaum Fertigungskapazitäten für fortschrittliche Halbleiter gibt und die Nachfrage nach High-Performance-Chips fast vollständig in den USA konzentriert ist. Fouquet fordert politische Rahmenbedingungen, die das komplette Halbleiter- und KI-Ökosystem wieder nach Europa ziehen, statt nur punktuell in Hardware zu investieren.

SAP-CEO Christian Klein sieht die europäische Chance dagegen weniger in Rechenzentren, sondern auf der Softwareebene: Europa solle seine Stärken bei branchenspezifischen KI-Anwendungen für Logistik, Fertigung und Life Sciences ausspielen, statt US- und China-Hyperscalern beim Infrastrukturausbau hinterherzulaufen. Rechenzentren „auf Vorrat“ zu bauen, ohne ausreichend Nachfrage durch produktive Softwarelösungen, hält Klein für riskant und warnt vor Kapitalfehlallokation. Gemeinsam zeichnen Fouquet und Klein das Bild eines Kontinents, der schnell strategische Entscheidungen treffen muss, um nicht dauerhaft zum KI-Importeur ohne eigene Wertschöpfung zu werden.

NVIDIA (NVDA) und Alphabet (GOOGL) – Tragen die KI-Milliarden 2026 wirklich ihre Kosten?

Die großen Cloud-Anbieter und Tech-Konzerne – die sogenannten Hyperscaler – stehen vor einer massiven Investitionswelle: In den kommenden zwölf Monaten dürften ihre CapEx-Ausgaben zusammengerechnet über 500 Milliarden Dollar erreichen, vor allem für KI-Rechenzentren. NVIDIA (NVDA, $182.19, +1,49%) gehört zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung und zählt aktuell zu den wichtigsten Treibern der Rallye im S&P 500, weil Unternehmen weltweit Milliarden in GPU-basierte Infrastruktur stecken. Analysten warnen jedoch, dass die Messlatte für die kommenden Quartalszahlen extrem hoch liegt und die Märkte genau beobachten werden, ob die rasanten Investitionen sich rechtzeitig in entsprechend steigenden Gewinnen niederschlagen.

Zugleich nimmt der Wettbewerb auf der Hardwareseite zu, da Konzerne wie Alphabet (GOOGL, $308.86, +0,85%) eigene spezialisierte Chips entwickeln und parallel ihre Energieversorgung absichern: Alphabet hat für 4,75 Milliarden Dollar den Clean-Energy-Entwickler Intersect Power übernommen, um die Strombasis der schnell wachsenden KI-Rechenzentren zu stärken. Expertinnen wie Aisha Tarek warnen, dass der hohe CapEx-Einsatz die Cashflows stark bindet und bei ausbleibenden Renditen zu Verwässerungseffekten für Aktionäre führen könnte. Gleichzeitig zeigt sich Brian Moynihan, CEO der Bank of America, optimistisch und erwartet für 2026 ein US-Wachstum von rund 2,4%, getragen auch von den Produktivitätsgewinnen durch KI – womit sich die Frage zuspitzt, ob die enormen Ausgaben als Investition in einen neuen Produktivitätszyklus oder als teurer Hype in die Geschichte eingehen.

KURZNEWS

  • TSLA – Tesla: Tesla hat ein neues Rekordhoch um 500 Dollar erreicht, während Analysten für 2026 Kursziele zwischen 600 und 620 Dollar ausrufen, was zugleich die nächste Schwelle im Vergütungspaket von Elon Musk markiert. Trotz sinkender Marktanteile bei reinen Elektroautos in Europa rücken Robotik und autonomes Fahren in den Vordergrund, gestützt durch den erwarteten Serienstart des humanoiden Roboters Optimus im Jahr 2026.
  • TSLA – Tesla: Gleichzeitig kämpft Tesla mit kollabierenden Absatzzahlen bei Fahrzeugen, und die Robotaxi-Strategie steht in der Kritik, da in Austin nur etwa 30 Fahrzeuge mit sehr geringer gleichzeitiger Auslastung unterwegs sind. Reverse-Engineering-Analysen zeigen höhere Unfallraten im Kamera-only-Ansatz ohne LiDAR im Vergleich zu Konkurrenten, während die Börse der Aktie dennoch eine Bewertung von rund 1,5 Billionen Dollar und damit ein neues Allzeithoch zugesteht.
  • ASML – ASML: ASML (ASML.AS, $897.30, +0,15%) warnt davor, dass Europa im KI- und Halbleiterwettlauf klar hinter die USA und China zurückzufallen droht, da nur 1 bis 2% der EUV- und DUV-Systeme des Konzerns auf den europäischen Kontinent gehen. CEO Christophe Fouquet fordert daher bessere Rahmenbedingungen, um das Ökosystem der Chipfertigung und KI-Anwendungen wieder verstärkt nach Europa zu holen.
  • SAP – SAP: SAP (SAP.DE, $208.10, -0,22%) sieht Europas Chance im KI-Zeitalter weniger in Rechenzentrums-Hardware, sondern in branchenspezifischer Anwendungssoftware für Logistik, Fertigung und Life Sciences. CEO Christian Klein warnt davor, Infrastruktur „auf Vorrat“ zu bauen, solange die Software-Nachfrage im Inland noch nicht tragfähig genug ist, und plädiert für einen Fokus auf Mehrwertlösungen statt reinen Kapazitätsausbau.
  • NVO – Novo Nordisk: Novo Nordisk (NVO, $52.38, +0,02%) hat von der US-FDA die Zulassung für eine Pillenversion des Adipositas-Medikaments Wegovy erhalten und plant den US-Start bereits im Januar. Damit sichert sich der Konzern einen zeitlichen Vorsprung von etwa drei bis vier Monaten gegenüber der oralen Konkurrenz von Eli Lilly und versucht nach einem Kursrückgang von fast 50% im laufenden Jahr verlorenes Anlegervertrauen zurückzugewinnen.
  • LLY – Eli Lilly: Eli Lilly (LLY, $1060.00, +0,47%) gilt als Hauptkonkurrent im boomenden Markt für Adipositas-Medikamente, muss bei seiner eigenen Abnehm-Pille aber auf eine US-Zulassung bis März oder April 2026 warten. Der nun entstandene Zeitrückstand hinter Novo Nordisk wird genau beobachtet, während der GLP-1-Markt insgesamt als einer der größten strukturellen Wachstumstreiber im globalen Pharmasektor gilt.
  • DPW – Deutsche Post (DHL): Für Logistikwerte wie die Deutsche Post (DHL) sehen Experten ab 2026 Erholungspotenzial, nachdem der “Zollschock” infolge der Ankündigungen von Donald Trump weitgehend verarbeitet sei. Sinkende Zinsen und eine konjunkturelle Belebung in den USA und Asien könnten die Nachfrage nach Heavy-Logistik und Luftfracht wieder anschieben.
  • MAERSK – AP Möller-Maersk: Auch AP Möller-Maersk zeigt erste technische Kaufsignale auf Monatsbasis, was auf eine mögliche Bodenbildung im Container- und Frachtgeschäft hindeutet. Branchenkenner wollen die aktuelle Ruhephase nutzen, um erste Positionen im Sektor aufzubauen, sobald sich die Erholungstendenzen verfestigen.
  • ORSTED – Ørsted: Die Aktie von Ørsted steht unter massivem Druck, nachdem die US-Regierung unter Präsident Trump Pachtverträge für fünf Offshore-Windparks an der Ostküste aus Gründen der nationalen Sicherheit ausgesetzt hat. Die Begründung, wonach große Turbinen Radarsysteme stören könnten, wird von Experten als Teil einer breiteren politischen Kampagne gegen saubere Energien gewertet und belastet das Vertrauen in den gesamten Sektor.
  • JPM – JPMorgan: JPMorgan prüft den Einstieg in den Kryptohandel für institutionelle Kunden und arbeitet an einem erweiterten Produktangebot im Bereich digitaler Vermögenswerte. Marktbeobachter sehen darin ein klares Signal, dass Großbanken in der aktuell kryptofreundlichen politischen Umgebung in den USA ihre Zurückhaltung gegenüber Bitcoin & Co. zunehmend aufgeben.
  • BTC – Bitcoin: Bitcoin bleibt nach dem Allzeithoch im Oktober hochvolatil und konnte das Top bislang nicht zurückerobern, zwischenzeitlich aber wieder bis knapp 90.000 Dollar anziehen. Analysten blicken verstärkt auf das wachsende Stablecoin-Segment, dem Bloomberg Intelligence ein mögliches Zahlungsvolumen von bis zu 50 Billionen Dollar zutraut, und warnen zugleich vor Risiken wie einer möglichen Index-Streichung von MicroStrategy, die erhebliche Kapitalabflüsse auslösen könnte.
  • ORCL – Oracle: Oracle weist im KI-Rennen ein höheres Risikoprofil als NVIDIA auf, weil der Konzern erhebliche Schulden zur Finanzierung seiner KI-Infrastruktur aufnimmt. Die Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten rund 5% verloren, da der Markt zunehmend die Frage stellt, wie schnell die massiven Investitionen in profitables Wachstum und belastbare Cashflows umschlagen.
  • TSLA – Tesla (Makro/Index-Beitrag): Neben Micron und NVIDIA zählt Tesla zu den größten Gewinnbeiträgern im S&P 500 in diesem Monat und profitiert vom “Santa-Claus-Rally”-Sentiment. Gleichzeitig warnen Experten vor der hohen Indexkonzentration und der Frage, ob Investoren die Geduld für die Rendite der massiven KI- und Robotik-Investitionen aufbringen.
  • MU – Micron: Micron gehört aktuell zu den maßgeblichen Treibern der S&P-500-Performance, getragen von der starken Nachfrage nach Speichermodulen für KI-Rechenzentren. Anleger stellen sich jedoch zunehmend die Frage, ob das Zyklik-Risiko im Speichersegment mit den hohen Erwartungen an nachhaltiges KI-Wachstum vereinbar ist.
  • COFFEE – Kaffee: Der Preis für Kaffee hat nach einer Korrektur ein wichtiges technisches Einkaufsziel erreicht und liegt nun auf einem 50-Jahres-Hoch. Trotz guter Ernte in Brasilien mit etwa 33% Weltmarktanteil übersteigt die globale Nachfrage weiter das Angebot, Analysten sehen Spielraum für einen Anstieg bis etwa 4,35 Dollar je Pfund und empfehlen aufgrund der hohen Volatilität nur moderaten Hebel.
  • OIL/GULF – Energie & Geopolitik: Die Spannungen im Persischen Golf eskalieren, nachdem der Iran binnen weniger Wochen drei Öltanker beschlagnahmt hat, während rund ein Viertel des weltweiten Ölhandels durch diese Region läuft. Experten warnen, dass ein Rückzug der Versicherer aus der Deckung für Schiffe im Golf zu extremen Verwerfungen an den Energiemärkten führen könnte, während der Iran trotz US-Sanktionen schätzungsweise 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag – überwiegend nach China – exportiert.
  • WBD – Warner Brothers Discovery / PARA – Paramount / NFLX – Netflix: Im Übernahmekampf um Warner Brothers Discovery spitzt sich die Lage zu, nachdem Paramount sein Angebot nachgebessert und durch eine persönliche Eigenkapitalzusage von Larry Ellison über 40 Milliarden Dollar unterfüttert hat. Der Warner-Vorstand favorisiert weiterhin das konkurrierende Angebot von Netflix, während Experten einen Zusammenschluss von Paramount und Warner als womöglich letzte Chance für einen Hollywood-basierten Streaming-Giganten sehen, der langfristig mit Netflix und Disney konkurrieren kann.
  • STABLECOINS – Banken & Krypto-Zahlungen: Banken arbeiten verstärkt an eigenen, auf Dollar oder Euro lautenden Stablecoins, um schnellere und günstigere Zahlungsabwicklungen zu ermöglichen. Schätzungen von Bloomberg Intelligence zufolge könnte das jährliche Zahlungsvolumen über Stablecoins perspektivisch bis zu 50 Billionen Dollar erreichen, was traditionelle Zahlungssysteme strukturell unter Druck setzen würde.

KALENDER Firmen & Unternehmen

EARNINGS

    MAKRO

    • US:
      • ADP-Beschäftigungsbericht – USA – Nachmittag (vor US-Börseneröffnung)
      • PCE-Kernrate (Verbraucherpreise) – USA – Nachmittag
      • BIP 3. Quartal, erste Veröffentlichung – USA – bereits gemeldet: +4,3% annualisiert
      • Auftragseingänge langlebiger Güter – USA – Nachmittag
      • Industrieproduktion – USA – Nachmittag
    • US ZINSDISKUSSION:
      • Fed-Fund-Futures signalisieren erste Zinssenkung der Federal Reserve nicht vor März 2025
      • Debatte um das 2%-Inflationsziel, u.a. durch Scott Bessent angestoßen

    IM BLICKPUNKT

    • Analysten zu TSLA: Mehrere Häuser bestätigen ihre positive Einschätzung für Tesla mit Kurszielen von 600 bis 620 Dollar bis 2026, was zugleich die nächste Schwelle im Vergütungspaket von Elon Musk markiert. Die Argumentation stützt sich weniger auf klassische Autoverkäufe, sondern auf Potenziale in Robotik und autonomem Fahren.
    • Analysten zu SIE – Siemens: Für Siemens sehen Analysten bis 2026 Kurse von über 250 Euro und empfehlen u.a. strukturierte Produkte wie Cap-Zertifikate, die auf eine seitwärts bis leicht steigende Kursentwicklung setzen. Ein wichtiger Treiber in den Modellen ist die mögliche Beteiligung von Siemens am Wiederaufbau der Ukraine mit Industrie- und Infrastrukturtechnik.
    • Analysten zu HO – Thales: Thales rückt mit seiner starken Position in Radar, Cyber Security und Raumfahrt verstärkt auf die Buy-Listen, auch vor dem Hintergrund eines 52-Milliarden-Euro-Pakets für die europäische Verteidigung. Charttechnisch wird ein Ausbruch über 237 Euro als Kaufsignal gesehen, der den Kurs zügig in Richtung 275 Euro treiben könnte.
    • Analysten zu PUM – Puma: Bei Puma erkennen Techniker eine mögliche Bodenbildung in Form einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation, mit einem ersten Kursziel um 24,50 Euro. Auf längere Sicht halten einige Häuser Niveaus um 30 Euro für erreichbar und positionieren die Aktie als Turnaround-Wette in Richtung Frühjahr 2026.

    Warner Bros. Discovery: Bieterduell – Netflix & Paramount

    KURZ & KNAPP

    Warner Bros. Discovery steht im Zentrum eines milliardenschweren Bieterduells zwischen Netflix und Paramount Skydance, abgesichert durch Larry Ellison. Die Angebote heben den wahrgenommenen Wert der Warner-Inhalte deutlich an und könnten die globale Medienlandschaft neu ordnen. Parallel treibt Novo Nordisk mit der FDA-Zulassung einer oralen Wegovy-Version den Boom bei Abnehmmedikamenten an. Rivalin Eli Lilly gerät damit bei GLP‑1-Pillen zeitlich unter Zugzwang.

    An den US-Börsen deuten die Futures auf leichte Verluste hin, während Tech- und KI-Werte nach der jüngsten Rallye konsolidieren. Nvidia, TSMC und Speicherchip-Hersteller wie Micron bleiben zentrale Treiber des KI-Infrastrukturbooms. Kryptos wie Bitcoin und Ether geben Gewinne ab, während Gold, Silber und andere Rohstoffe eine breite Hausse verzeichnen.

    In Europa rückt Siemens Energy mit seinem Turnaround und der Auszeichnung für CEO Christian Bruch in den Vordergrund. Die asiatischen Leitindizes Nikkei 225, China A50 und Hang Seng zeigen ein gemischtes Bild. Makroseitig prägen Zinsfantasie rund um die Federal Reserve, mögliche weitere Zinssenkungen und die Debatte um den künftigen Fed-Vorsitz 2026 die Stimmung.

    RÜCKSPIEGEL

    Die US-Futures tendieren vorbörslich leicht schwächer: Der NASDAQ 100 steht bei 25.461 Punkten (-0,15%), der breite S&P 500 bei 6.878 Punkten (-0,09%). Im Fokus stehen Tech- und KI-Werte, nachdem die Rallye der vergangenen Wochen erste Ermüdungserscheinungen zeigt. Unter den Einzeltiteln geben vor allem Streaming- und KI-Schwergewichte leicht nach, während klassische Medien- und Pharmawerte zulegen.

    In Asien zeigt sich ein gemischtes Bild: Der japanische Leitindex Nikkei 225 steigt auf 50.458 Punkte (+0,34%), gestützt von Tech- und Exportwerten. In China legt der China A50 auf 15.387 Punkte (+0,52%) zu, während der Hang Seng in Hongkong mit 25.783 Punkten (-0,33%) leicht nachgibt. Belastend wirken dort die anhaltende Schwäche im Immobiliensektor und Unsicherheit über weitere Eingriffe Pekings.

    Am Kryptomarkt konsolidiert Bitcoin bei 87.482,20 (-0,89%), während Ether (ETHUSD) auf 2.963,84 (-0,79%) fällt – nach der massiven Rallye der letzten Monate nehmen Anleger Gewinne mit. In Europa deutet der DAX 40 mit 24.339 Punkten (+0,05%) auf einen ruhigen Start hin, die Wall Street-Vorgaben sind leicht negativ, aber ohne klare Trendvorgabe.

    DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

    Warner Bros. Discovery (WBD) – Wer gewinnt den Milliarden-Bieterkrieg?

    Die Aktie von Warner Bros. Discovery (WBD, $28,74, +3,53%) steht im Zentrum eines der spektakulärsten Bieterkriege der jüngeren Mediengeschichte. Paramount Skydance hat sein Übernahmeangebot massiv aufgerüstet und wird nun durch eine persönliche Eigenkapitalgarantie von Oracle-Chairman Larry Ellison über rund 40 Milliarden Dollar untermauert. Parallel dazu liegt ein konkurrierendes Deal-Konstrukt mit Netflix (NFLX, $93,28, -1,23%) auf dem Tisch, das WBDs Filmstudio- und Streaming-Sparte mit knapp 83 Milliarden Dollar bewertet. Der Markt interpretiert den eskalierenden Bieterwettstreit als klares Signal, dass die Inhalte-Bibliothek von Warner Bros. Discovery erheblich unterbewertet war. Kommentatoren wie Jim Cramer verweisen darauf, dass die Aktie bei 7 Dollar als „dirt cheap“ galt und das intern kommunizierte Kursziel von CEO David Zaslav von 34 Dollar nun wieder realistischer erscheint.

    Mit dem nachgebesserten Gebot reagiert Paramount auf Bedenken des WBD-Boards, das die Finanzierungssicherheit des ursprünglichen Angebots in Frage gestellt hatte. Neben der 40-Milliarden-Garantie von Larry Ellison wurde auch die potenzielle Auflösungsgebühr auf 5,8 Milliarden Dollar angehoben, um mit den Konditionen des Netflix-Deals gleichzuziehen. Zwar erhöht Paramount den Barpreis von 30 Dollar je Aktie nicht, doch die klarere Finanzierungslinie verbessert laut Beobachtern die Position im Bieterrennen deutlich. An den Wettmärkten wie Polymarket bleibt Netflix mit einer Sieg-Wahrscheinlichkeit von um die 60% zwar Favorit, doch Paramount holt sichtbar auf. Das Warner-Board prüft die neuen Offerten, hält offiziell aber noch an der Empfehlung zugunsten der Netflix-Transaktion fest.

    Strategisch geht es beiden Bietern um dasselbe: Kontrolle über Premium-Content im Streaming- und KI-Zeitalter. Bibliotheken mit tausenden Filmen und Serien gelten als Rohstoff für personalisierte Streaming-Bundles und für KI-Systeme, die Inhalte kuratieren und neu kombinieren. Der Ausgang der Übernahmeschlacht dürfte die globale Medienlandschaft neu sortieren und könnte als Blaupause für weitere Konsolidierungen im Sektor dienen. Für Aktionäre von Warner Bros. Discovery geht es kurzfristig um die Frage, welcher Bieter das attraktivere Chance-Risiko-Profil bietet – stabilere Bilanz bei Netflix versus aggressives Wachstumsszenario bei Paramount Skydance mit Ellison-Rückenwind. Klar ist bereits jetzt: Der von David Zaslav bewusst angefachte Bieterwettstreit hat den versteckten Wert der Warner-Assets offengelegt und den Druck auf andere Medienkonzerne erhöht, ihre Portfolios strategisch zu schärfen.

    Novo Nordisk (NOVO-B.CO) und Eli Lilly (LLY) – Wer dominiert den Pillen-Boom bei Abnehmmedikamenten?

    Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk (NOVO-B.CO) sorgt mit einem Meilenstein im Abnehmmedikamente-Markt für Furore: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Tabletten-Version von Wegovy auf Basis des Wirkstoffs Semaglutid zur Gewichtsreduktion zugelassen. In Studien verloren Patienten mit der neuen Wegovy-Pille im Durchschnitt rund 16,6% ihres Körpergewichts, was den bisherigen Injektionspräparaten eine komfortable und alltagstaugliche Alternative zur Seite stellt. Die Aktie von Novo Nordisk reagierte nachbörslich mit Kursgewinnen von über 5%, in der Spitze waren sogar rund 10% Plus zu sehen. Die Markteinführung in den USA ist bereits für Anfang Januar geplant und dürfte das Wachstum im boomenden GLP‑1-Segment zusätzlich beschleunigen.

    Mit der oralen Wegovy-Version sichert sich Novo Nordisk einen strategischen Vorsprung im Wettbewerb mit Eli Lilly (LLY, $1068,10, +0,47%), dessen eigenes orales Anti-Adipositas-Mittel voraussichtlich bis März grünes Licht von der FDA erhalten könnte. Analysten sehen den Pionierstatus bei den Tabletten-Präparaten als wichtigen Hebel, um Marktanteile zu verteidigen und Preissetzungsmacht zu stärken, da viele Patienten Pillen gegenüber Spritzen klar bevorzugen. Für Eli Lilly, bisher engster Rivale bei GLP‑1-Injektionen, steigt damit der Druck, zügig nachzuziehen und seine eigene orale Pipeline zu kommerzialisieren. Der gesamte Sektor der Gewichtsreduktionsmedikamente bleibt damit einer der dynamischsten Wachstumsmärkte im globalen Gesundheitswesen und entwickelt sich immer stärker zu einem Duopol zwischen Novo Nordisk und Eli Lilly.

    Nvidia (NVDA) und TSMC (TSM) – Wie sichern sie ihre Vormachtstellung im KI-Chip-Zeitalter?

    Der KI-Chip-Gigant Nvidia (NVDA, $182,68, +1,49%) bleibt Dreh- und Angelpunkt der globalen KI-Infrastruktur – sowohl technologisch als auch geopolitisch. Berichten zufolge bereitet Nvidia den Versand von bis zu 80.000 H200-KI-Chips nach China für Mitte Februar vor, nachdem die US-Regierung entsprechende Verkäufe genehmigt hat. Der adressierbare Markt in China wird auf bis zu 20 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt, was das Wachstumspotenzial trotz Exportkontrollen unterstreicht. Parallel dazu stellt Nvidia mit der neuen Grace Blackwell-Plattform auf ARM-basierte CPUs um und verspricht, generative KI-Modelle mit bis zu 25-mal weniger Energie als bisher betreiben zu können – ein entscheidender Faktor angesichts der explodierenden Stromkosten von Rechenzentren.

    Gefertigt werden die High-End-GPUs weiterhin fast ausschließlich bei TSMC (TSM, $293,50, +1,50%) in Taiwan, was den taiwanischen Auftragsfertiger zum unverzichtbaren Glied in der KI-Wertschöpfungskette macht. Die Lithografiesysteme stammen dabei von ASML aus den Niederlanden, sodass die gesamte Lieferkette stark konzentriert und politisch sensibel ist. Experten wie Mustafa Suleiman betonen, dass ohne Zugang zu Nvidia-GPUs moderne KI-Modelle kaum trainierbar sind, was den USA ein mächtiges Instrument in der Technologiekonkurrenz mit China gibt. Gleichzeitig dringt Nvidia mit Investments in Start-ups wie Inceptive, das generative KI für RNA-basierte Medikamente nutzt, immer tiefer in vertikale Anwendungen wie Biotechnologie vor. Projekte wie der „digitale Zwilling der Erde“ (Art2) unterstreichen den Anspruch, nicht nur Hardware-Lieferant zu sein, sondern wissenschaftliche Durchbrüche in Klima- und Wetterforschung aktiv voranzutreiben.

    Siemens Energy (ENR.DE) – Wie gelang das Comeback an der Börse?

    Siemens Energy (ENR.DE, $119,25, -0,75%) hat in den vergangenen zwei Jahren eine der beeindruckendsten Turnaround-Stories im DAX hingelegt. Nach einem historischen Tiefstand von unter 10 Euro hat sich der Kurs mehr als verzehnfacht, getrieben von einer tiefgreifenden Neuausrichtung des Konzerns. Unter CEO Christian Bruch wurde insbesondere die kriselnde Windturbinen-Tochter Gamesa restrukturiert: Management ausgetauscht, Prozesse neu aufgesetzt und deutlich strengere Qualitätsstandards eingeführt. Die Auftragsbücher des Energietechnik-Spezialisten sind inzwischen wieder gut gefüllt, da weltweit massiv in Energieeffizienz und Versorgungssicherheit investiert wird.

    Für diese Transformation wurde Christian Bruch von einer Handelsblatt-Jury zum „Manager des Jahres 2025“ gewählt – ein Symbol für das wiedergewonnene Vertrauen des Marktes. Der Konzern profitiert davon, dass Regierungen und Versorger angesichts der KI-getriebenen Stromnachfrage und geopolitischer Spannungen verstärkt auf resilientere Netze und moderne Kraftwerkstechnik setzen. Trotz des jüngsten leichten Kursrückgangs sehen viele Investoren Siemens Energy nun strukturell besser positioniert als vor der Krise. Entscheidend für die nächste Phase wird sein, ob die neuen Qualitätsprozesse bei Gamesa halten und die Profitabilität im Wind-Geschäft nachhaltig steigt.

    Netflix (NFLX) und Warner Bros. Discovery (WBD) – Wer setzt sich im Streaming-Poker durch?

    Die Aktie von Netflix (NFLX, $93,28, -1,23%) geriet unter Druck, nachdem das nachgebesserte Übernahmeangebot von Paramount Skydance für Warner Bros. Discovery (WBD, $28,74, +3,53%) bekannt wurde. Trader bei „Fast Money“ diskutierten, ob der nun eskalierende Bieterwettstreit die Bewertung von Netflix relativ weniger attraktiv erscheinen lässt, da Paramount sein finanzielles Commitment mit der Ellison-Garantie deutlich erhöht. Gleichzeitig wird betont, dass das Warner-Board trotz des verbesserten Paramount-Angebots formal weiterhin eine Fusion mit Netflix empfiehlt. Die saubere Bilanz und der starke freie Cashflow von Netflix gelten im Markt als gewichtiges Argument für eine langfristig tragfähige Transaktion.

    Für Warner Bros. Discovery ist der Wettbewerb zwischen den Bietern ein deutliches Wert-Signal und stärkt die Verhandlungsposition von CEO David Zaslav. Kommentatoren wie Jim Cramer verweisen auf das erhebliche Aufholpotenzial der WBD-Aktie, falls eines der Angebote vollständig umgesetzt wird. Der Ausgang des Deals dürfte bestimmen, ob Netflix seine Stellung als dominanter globaler Streaming-Anbieter über einen großen Zukauf zementiert – oder ob ein kombinierter Paramount-Warner-Konzern mit Ellison-Kapital zu einem neuen Schwergewicht heranwächst. Für Investoren im Mediensektor bleibt die Story damit ein zentrales Katalysatorthema für 2026.

    KURZNEWS

    • GOOGL – Alphabet: Alphabet übernimmt den Clean-Energy-Entwickler Intersect Power für insgesamt rund 4,75 Milliarden Dollar inklusive Schulden, um die Stromversorgung für seine rasant wachsenden KI-Datenzentren langfristig abzusichern. Der Deal unterstreicht die Strategie, Energieversorgung vertikal zu integrieren, da die alternden US-Stromnetze den sprunghaft steigenden Bedarf kaum decken können.
    • FSLR – First Solar: Die Aktie von First Solar profitierte deutlich von der Übernahme von Intersect Power durch Alphabet, da Intersect ein historisch wichtiger Kunde mit laufenden Lieferverträgen von 2025 bis 2029 ist. Mit einem Tagesplus von rund 6,6% war First Solar der größte Gewinner im S&P 500.
    • CEG – Constellation Energy: Der Versorger Constellation Energy legte im Fahrwasser der positiven Stimmung rund um den Google-Intersect-Deal zu. Investoren setzen verstärkt auf Stromerzeuger, die vom Ausbau von Rechenzentren und dem KI-Boom profitieren.
    • BTC-USD – Bitcoin: Bitcoin notiert bei 87.482,20 (-0,89%) und gibt einen Teil der jüngsten Gewinne ab. Analyst Mike McGlone bleibt skeptisch und erwartet eine Rückkehr in Richtung 50.000 Dollar, da er das Aufwärtspotenzial über 100.000 Dollar hinaus für begrenzt hält.
    • ETH-USD – Ethereum: Ether (ETHUSD) steht bei 2.963,84 (-0,79%) und folgt damit der leichten Schwäche am Kryptomarkt. Die Abflüsse aus Bitcoin-ETFs und die wachsende Konkurrenz durch neue Token belasten die gesamte Anlageklasse.
    • GLD – Gold: Gold setzt seine Rekordrallye fort und steuert auf das beste Jahr seit 1979 zu, mit einem Anstieg von rund 65–70%. Experten warnen jedoch vor Überhitzung, da der Preis fast 100% über dem 60-Monats-Durchschnitt liegt und eine Korrektur in Richtung 3.500 Dollar möglich sei.
    • SLV – Silber: Silber markiert ebenfalls neue Rekordstände – der Jahresanstieg liegt bei rund 100–110% in Euro. Anleger nutzen das Edelmetall zunehmend als Hebelwette auf die Goldhausse und als Inflationsschutz.
    • NVDA – Nvidia: Nvidia (NVDA, $182,68, +1,49%) gehörte erneut zu den Gewinnern im KI-Sektor und gilt trotz „nur“ Platz 83 nach Kursperformance als größter Beitragszahler zur Rendite des S&P 500. OpenAI-CFO Sarah Friar bestätigte, dass das Unternehmen weiterhin massiv Nvidia-Chips ordert und auf Multi-Cloud-Strategien setzt.
    • AMD – Advanced Micro Devices: AMD profitierte stark von der Ankündigung einer erweiterten Partnerschaft mit OpenAI, inklusive der Option, dass OpenAI sogar als Investor einsteigt. Die Chips des Konzerns werden als wichtiger Baustein zur Diversifizierung der KI-Compute-Landschaft eingesetzt.
    • MRVL – Marvell Technology: Marvell Technology erhielt eine Kaufempfehlung der Citigroup, was die Stimmung für den Titel weiter aufhellte. Das Unternehmen wird als Profiteur des massiven Ausbaus von KI-Rechenzentren gehandelt.
    • ORCL – Oracle: Oracle profitierte von Berichten, dass OpenAI bis zu 100 Milliarden Dollar Kapital aufnehmen will und damit ein Teil des Investitionsdrucks auf den Cloud-Partner abnimmt. Gleichzeitig sorgt der Einsatz von Larry Ellison’s Privatvermögen zur Absicherung des Paramount/WBD-Deals für Stirnrunzeln, da die Oracle-Aktie nach Sorge um Finanzierungskapazitäten bereits um rund 45% gefallen ist.
    • RKLB – Rocket Lab: Rocket Lab sprang um rund 9,9%, nachdem das Unternehmen seinen bisher größten Einzelauftrag über den Bau von 18 Satelliten meldete. Der Deal stärkt die Position von Rocket Lab als ernsthaften Wettbewerber im Small-Satelliten- und Launch-Geschäft.
    • JAN – Janus Henderson: Der Vermögensverwalter Janus Henderson wird für 7,4 Milliarden Dollar von einem Konsortium um Nelson Peltz (Trian) und General Catalyst von der Börse genommen. Kommentatoren wie Jim Cramer sehen darin ein Muster für 2026: Firmen, die massiv in KI investieren müssen, ziehen sich lieber aus dem öffentlichen Markt zurück, um kurzfristigen Gewinnzwang zu umgehen.
    • BAC – Bank of America: Brian Moynihan, CEO der Bank of America, zeigt sich für 2026 konstruktiv und rechnet mit einem Anstieg des US-BIP-Wachstums auf rund 2,4%. Haupttreiber seien die massiven Investitionen in KI-Rechenzentren und die damit verbundene Infrastruktur.
    • MU – Micron Technology: Die starken Prognosen von Micron sorgten für Rückenwind im gesamten Speicherchip-Segment. Laut Jim Cramer zählen Speicherwerte wie Micron, Western Digital und Seagate zu den Top-Performern des Jahres mit Kursgewinnen von teils über 200%.
    • CLX – Costco (indirekt Kirkland): Die Eigenmarke Kirkland Signature von Costco erzielte 2023 einen Umsatz von etwa 58 Milliarden Dollar und hat sich zu einer Kultmarke entwickelt. Gleichzeitig äußert sich Jim Cramer kritisch zur hohen Bewertung der Costco-Aktie (KGV rund 41) und hat seine Position aufgrund der schwächeren Raten bei Mitgliedschaftsverlängerungen teilweise reduziert.
    • Rohstoffe – breiter Markt: Die Rohstoffmärkte erleben eine breite Rallye: Gold handelt nahe 4.460 Dollar, Silber bei rund 69,30 Dollar und auch Kupfer markiert Rekordstände. Zusätzlich ziehen Agrarrohstoffe wie Kaffee und Mais sowie Öl an, da Anleger verstärkt auf Sachwerte und Inflationsschutz setzen.
    • Makro – US-Zinsen: Die Rendite der 10-jährigen US-Treasury liegt bei rund 4,15%, nachdem im Jahresverlauf ein Tief bei 3,88% markiert wurde. Der schwächere Arbeitsmarkt mit im Schnitt nur 17.000 neuen Stellen pro Monat verschafft der US-Notenbank Federal Reserve Spielraum für weitere Zinssenkungen.
    • Makro – Fed & Politik: Fed-Gouverneur Stephen Myron warnt, dass ohne zusätzliche Zinssenkungen 2026 eine Rezession drohen könnte, verweist aber zugleich auf eine bereits spürbare Normalisierung am Arbeitsmarkt. Die Märkte blicken zudem auf die anstehende Neubesetzung des Fed-Vorsitzes durch Präsident Donald Trump, wobei Kevin Warsh als favorisierter Kandidat mit hoher Glaubwürdigkeit an der Wall Street gilt.

    KALENDER Firmen & Unternehmen

    EARNINGS

      MAKRO

        IM BLICKPUNKT

        • Makro zu KI-Sektor: Die Skepsis gegenüber dem KI-Sektor hat laut Marktbeobachtern spürbar nachgelassen, nachdem starke Prognosen von Speicherchip-Herstellern wie Micron führende Halbleiterwerte wie Nvidia, Broadcom und AMD jeweils um rund 4% nach oben trieben. Dies stützt die These, dass die Nachfrage nach KI-Hardware strukturell hoch bleibt und mögliche Bewertungsrisiken vorerst in den Hintergrund treten.
        • Jim Cramer zu Speicherchips: Jim Cramer hebt hervor, dass Speicherhersteller wie Micron, Western Digital und Seagate zu den Top-Performern im S&P 500 des Jahres zählen – mit Kursgewinnen von über 200%. Sie profitieren besonders von der KI-getriebenen Nachfrage und einer Angebotsknappheit bei Kapazitäten.
        • M&A-Ausblick 2026: Investmentbanken wie Goldman Sachs (+57%), Morgan Stanley (+43%) und JPMorgan (+35%) schauen auf ein „Bonanza“-Jahr zurück, getragen von der Erwartung einer deal-freundlicheren Regulierung unter Präsident Donald Trump. Jim Cramer erwartet, dass Übernahmen und Fusionen 2026 ein zentraler Treiber des Bullenmarktes sein werden und durch Delistings die Angebotsseite bei Aktien verknappen.
        • Mike McGlone zu Aktien & Gold: Rohstoffstratege Mike McGlone warnt vor erheblichen Risiken für den Aktienmarkt im Jahr 2026, da die Volatilität (VIX) mit rund 11% extrem niedrig ist und historisch oft vor Phasen erhöhter Turbulenzen stand. Dass Gold gleichzeitig mit Rekordtempo steigt, wertet er als Warnsignal und hält eine negative Jahresperformance des S&P 500 für möglich, während Gold als potenzieller Outperformer gesehen wird.
        • Mike McGlone zu Bitcoin: Für Bitcoin bleibt Mike McGlone skeptisch und erwartet eine Rückkehr zum langfristigen Mittelwert um 50.000 Dollar, mit begrenztem Potenzial deutlich über 100.000 Dollar. Das Verhältnis von Bitcoin zu Gold ist auf etwa 19 Unzen gefallen, und McGlone rechnet eher mit einer Bewegung Richtung 10 als über 30, was er als bärisches Signal für die Kryptowährung interpretiert.

        Eli Lilly & Novo: GLP‑1-Risiko belastet Hims & Hers

        KURZ & KNAPP

        Hims & Hers gerät trotz Expansion in den britischen Markt und neuer Abnehmprogramme unter Druck. Der geplante SAFE Drugs Act of 2025 könnte das Geschäftsmodell rund um GLP‑1‑Compounding empfindlich treffen. Davon scheinen etablierte Hersteller wie Eli Lilly und Novo Nordisk zu profitieren, deren Originalpräparate regulatorisch gestützt würden. Parallel dazu rutscht Oracle nach KI‑Kommentare und Sorgen um die Finanzierung seiner Rechenzentrums-Offensive ab, während GE Vernova vom steigenden Stromhunger der Rechenzentren getragen wird.

        Im Tech-Segment schwanken Amazon, Adobe, Nvidia und Microsoft zwischen KI-Euphorie und Bewertungsängsten. Ein Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery setzt Netflix und Paramount unter Zugzwang. Krankenhausketten wie HCA kämpfen mit Medicare-Sorgen, während Gig-Economy-Player wie Maplebear Amazons Vorstoß bei Same-Day-Lieferungen spüren. Bei Krypto verzeichnen Bitcoin und Ethereum deutliche Rücksetzer.

        Makroseitig wirkt die jüngste, teils als hawkisch interpretierte Zinssenkung der Fed nach und treibt die Versteilerung der US-Zinskurve. Neue große Datenpunkte fehlen, weshalb die Märkte vor allem Fed-Signale und frische Earnings von Oracle, Adobe, Synopsys und Vail Resorts einpreisen. Für europäische Anleger steht damit vor allem die Reaktion der US-Börsen und die Frage im Raum, wie stark die KI-Investitionswelle globale Tech- und Gesundheitswerte weiter prägt.

        RÜCKSPIEGEL

        Wie präsentierten sich die US-Nachbörse und die wichtigsten Tech-Earnings?

        In der US-Nachbörse dominierten erneut Technologiewerte und Softwaretitel die Schlagzeilen, nachdem mehrere Branchenschwergewichte ihre Zahlen vorgelegt hatten. Die Marktstimmung war insgesamt konstruktiv, da mehrere Unternehmen sowohl bei Umsatz als auch beim Ergebnis über den Erwartungen lagen und zum Teil optimistische Ausblicke präsentierten. Gleichwohl blieben Anleger selektiv: Während einige Wachstumswerte nach positiven Zahlen zulegen konnten, standen andere wegen Bewertungsfragen und Ausblicksunsicherheiten unter Druck. Die Futures auf die großen US-Indizes signalisierten nach Handelsschluss eine eher verhalten positive Tendenz und deuteten auf einen stabilen Start in den neuen Handelstag hin. Vor allem im Software- und KI-Umfeld blieb die Nachfrage der Investoren hoch, auch wenn nach der starken Rallye der vergangenen Monate Gewinnmitnahmen auf Einzelwertbasis zunahmen.

        Oracle (ORCL) stand nach Zahlen zum zweiten Quartal im Fokus, nachdem der Umsatz um rund +14% auf etwa 16 Mrd. US‑Dollar zulegte, aber leicht hinter den Konsensschätzungen von 16,2 Mrd. US‑Dollar zurückblieb, während das bereinigte EPS mit 2,26 US‑Dollar die erwarteten 1,64 US‑Dollar deutlich übertraf.
        Adobe (ADBE) meldete für das vierte Quartal ein bereinigtes EPS von 5,50 US‑Dollar gegenüber erwarteten 5,39 US‑Dollar und einen Umsatz von 6,19 Mrd. US‑Dollar gegenüber 6,11 Mrd. US‑Dollar, wobei der Ausblick auf das erste Quartal mit einem prognostizierten Umsatz von 6,25–6,30 Mrd. US‑Dollar und einem EPS von 5,85–5,90 US‑Dollar ebenfalls über den Schätzungen lag.
        Synopsys (SNPS) überzeugte mit einem Ausblick auf das erste Quartal, der einen Umsatz von 2,37–2,42 Mrd. US‑Dollar (Konsens: 2,36 Mrd. US‑Dollar) und ein bereinigtes EPS von 3,52–3,58 US‑Dollar (Schätzung: 3,46 US‑Dollar) vorsieht, sowie mit Langfristleitlinien für 2026 von 9,56–9,66 Mrd. US‑Dollar Umsatz und einem bereinigten EPS von 14,32–14,40 US‑Dollar, die über den Markterwartungen lagen.

        DIE 5 WICHTIGSTEN STORYS

        Warum geraten Hims & Hers unter Druck, während Eli Lilly und Novo Nordisk zu den Gewinnern der Abnehm-Revolution zählen?

        Die Aktie von Hims & Hers Health (HIMS) steht trotz operativer Expansionspläne unter Verkaufdruck und notiert aktuell bei rund 37,37 US‑Dollar mit einem Minus von -1,35%. Das Telemedizin-Unternehmen hat ein umfassendes Abnehmprogramm im Vereinigten Königreich gestartet und bringt dabei erstmals seine Frauengesundheits-Plattform “Hers” nach Großbritannien. Im Zentrum des Angebots stehen Markenmedikamente wie Wegovy von Novo Nordisk (NVO) und Mounjaro von Eli Lilly (LLY), ergänzt um telemedizinische Betreuung und Plattformdienste. Fundamental wird der Schritt vom Markt grundsätzlich positiv gesehen, da Hims & Hers damit am boomenden Markt für GLP‑1-Abnehmmedikamente in Europa partizipieren will. Gleichzeitig belastet jedoch ein neuer Gesetzesentwurf im US‑Kongress, der die Geschäftsgrundlage eines Teils des US‑Angebots in Frage stellt und die Risikoaversion der Anleger erhöht. Die zunächst freundliche Reaktion auf die UK-Expansion wich daher rasch Gewinnmitnahmen, sobald die politischen Schlagzeilen um die Regulierung von Abnehmmedikamenten aufkamen.

        Für Gegenwind bei Hims & Hers sorgt der vorgeschlagene “SAFE Drugs Act of 2025”, eingebracht von den Abgeordneten Rudy Yakym (Republikaner) und André Carson (Demokraten), der die Herstellung nachgeahmter Versionen von FDA-zugelassenen Medikamenten durch Compounding-Apotheken stark einschränken würde. Ein solches Verbot träfe insbesondere individuelle GLP‑1‑Mischpräparate, die Telemedizin-Anbieter und spezialisierte Kliniken bislang als preiswertere Alternative zu Markenprodukten einsetzen – ein Kernargument im Marketing von Hims & Hers. Während Hims & Hers unter dieser regulatorischen Unsicherheit leidet, profitieren etablierte Pharmakonzerne wie Eli Lilly (LLY) und Novo Nordisk (NVO), deren Originalpräparate wie Mounjaro und Wegovy bei einer Verschärfung der Compounding-Regeln strukturelle Wettbewerbsvorteile erhalten. So legte die Aktie von Eli Lilly am Vortag um rund +1,3% zu und notiert derzeit bei etwa 989,68 US‑Dollar mit einem leichten Rückgang von -0,40%, während Novo Nordisk bei etwa 48,81 US‑Dollar um -0,49% tiefer liegt. Für Anleger bedeutet dies eine Spaltung des Abnehmmarktes: Plattformanbieter wie Hims & Hers bleiben Wachstumsstories mit hohem regulatorischem Risiko, während die etablierten GLP‑1‑Hersteller als potenzielle Profiteure einer strengeren Regulierung erscheinen. Kurzfristig dürfte die Volatilität im Segment hoch bleiben, langfristig entscheidet die endgültige Ausgestaltung des Gesetzes darüber, ob Hims & Hers seine Wachstumspläne mit Originalpräparaten profitabel skalieren oder das Geschäftsmodell anpassen muss.

        Warum gerät Oracle trotz KI-Fantasie unter Druck, während GE Vernova vom Energiehunger der Rechenzentren profitiert?

        Die Aktie von Oracle (ORCL) steht nach den jüngsten Entwicklungen im KI-Geschäft und frischen Kommentaren des Managements deutlich unter Druck und notiert derzeit bei rund 196,80 US‑Dollar mit einem Tagesverlust von -11,75%. Das Unternehmen hatte Investoren über Monate davon überzeugt, ein großer Gewinner des KI-Booms zu sein, insbesondere durch massive Investitionen in neue Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten. Nun aber rücken Risiken stärker in den Fokus, etwa die hohe Kundenkonzentration rund um OpenAI und die Frage, wie der konzernweite Ausbau der KI-Infrastruktur finanziert werden soll. Marktbeobachter verweisen auf wachsende Schuldenrisiken und auf die Möglichkeit, dass die Kapitalintensität des KI-Geschäfts die Bilanz längerfristig belastet. Gleichzeitig betont das Oracle-Management, dass KI-Training und der Verkauf von KI‑Modellen zwar heute schon ein großes Geschäft sind, das eigentliche Potenzial aber in der breiten Einbettung von KI in unterschiedlichste Produkte und Anwendungen liege. Der nachbörsliche Kursrückgang, der zunächst bei rund -6% lag und sich inzwischen ausgeweitet hat, spiegelt somit vor allem Bewertungs- und Finanzierungszweifel wider, weniger eine Abkehr von der strategischen KI-Story.

        Profiteure des gleichen Megatrends finden sich auf der Infrastrukturseite, allen voran GE Vernova (GEV), das von der rasant steigenden Stromnachfrage in den USA profitiert. Der Titel notiert aktuell bei etwa 711,00 US‑Dollar mit einem Rückgang von -1,66%, bleibt aber grundsätzlich in einem Aufwärtstrend, der von der wachsenden Elektrifizierung der Wirtschaft und dem Boom der Rechenzentren getragen wird. Analysten betonen, dass KI-getriebene Workloads und Cloud-Dienste massiv Stromkapazität binden und damit Investitionen in Netze, Erzeugung und Effizienzlösungen erzwingen – ein struktureller Rückenwind für Energie- und Netzwerkanbieter. Während also Software- und Cloud-Player wie Oracle an der Börse für ihre aggressiven Investitionsprogramme abgestraft werden, könnten Unternehmen wie GE Vernova zu den eher stabilen Profiteuren des KI-Booms zählen. Für Anleger rückt damit die Frage in den Vordergrund, welche Teile der KI-Wertschöpfungskette nachhaltig hohe Renditen erzielen können und wo Kapitalbedarf und Wettbewerbsdruck die Margen begrenzen.

        Wie positionieren sich Amazon, Adobe und Nvidia im Spannungsfeld von KI-Euphorie und Bewertungsangst?

        Im US-Techsektor zeigen sich unterschiedliche Kräfte zwischen selektiver KI-Euphorie und wachsenden Bewertungsfragen, insbesondere bei den großen Wachstumswerten. Amazon (AMZN) gehörte zuletzt zu den stärkeren Titeln im Nasdaq 100 und war zusammen mit anderen Mega-Caps wie Alphabet und Apple unter den Führungskräften des Marktes, notiert aktuell aber bei rund 228,29 US‑Dollar mit einem Rückgang von -1,51%. Demgegenüber standen andere Vertreter der sogenannten “Mag 7” im Minus, darunter Nvidia (NVDA), das derzeit etwa 179,89 US‑Dollar kostet und damit -2,12% tiefer liegt, sowie Microsoft (MSFT) mit rund 472,51 US‑Dollar und einem Verlust von -1,26%. Die Kursabschläge spiegeln einerseits Gewinnmitnahmen nach einer starken Rallye wider, andererseits Unsicherheit darüber, wie schnell sich die massiven KI-Investitionen tatsächlich in profitables Wachstum übersetzen lassen. Im Fokus steht auch Adobe (ADBE), dessen Aktie im laufenden Jahr vor dem jüngsten Bericht bereits um rund -20% gefallen war, weil Anleger fürchten, dass das kreative Kerngeschäft langfristig durch KI-Tools disruptiert werden könnte. Nach der Vorlage besser als erwarteter Zahlen und eines soliden Ausblicks notiert Adobe nun bei etwa 339,74 US‑Dollar mit -0,99%, doch die Debatte um die langfristige Wettbewerbsposition im KI-Zeitalter bleibt entscheidend für die weitere Kursentwicklung.

        Für den heutigen Handelstag ist damit klar: Der Markt differenziert stärker zwischen Unternehmen, die KI glaubhaft in bestehende Geschäftsmodelle integrieren, und solchen, bei denen hohe Investitionen und Disruptionsrisiken im Vordergrund stehen. Amazon profitiert weiterhin von seiner Position im Cloud-Geschäft und im E‑Commerce, wo KI die Effizienz steigern und neue Services ermöglichen soll. Nvidia bleibt der zentrale Hardware-Lieferant der KI‑Rallye, ist aber nach der massiven Outperformance besonders anfällig für Stimmungsschwankungen und kleinste Enttäuschungen. Microsoft steht mit seinen Cloud- und Office-KI-Produkten zwar fundamental stark da, muss sich jedoch denselben Bewertungsfragen stellen wie andere Mega-Caps. Adobe wiederum muss unter Beweis stellen, dass es KI nicht nur als Bedrohung, sondern als Wachstumstreiber für sein Abo-Geschäft nutzen und neue Preismodelle durchsetzen kann. Anleger sollten daher verstärkt auf Ausblicke, Investitionsdisziplin und konkrete KI-Monetarisierung achten, anstatt KI-Fantasie pauschal zu bewerten.

        Warum tobt ein Bieterkrieg um Warner Bros. Discovery – und wie trifft das Netflix?

        Im US-Mediensektor eskaliert der Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery (WBD) und belastet zugleich die Aktie von Netflix (NFLX). Die Papiere von Netflix fielen zuletzt an sechs Handelstagen in Folge und gaben in diesem Zeitraum um insgesamt rund -15% nach, was dem schwächsten Lauf seit 2022 entspricht; aktuell notiert die Aktie bei etwa 92,98 US‑Dollar. Auslöser der Schwächephase ist unter anderem der schärfer werdende Wettbewerb um Inhalte und Assets, da mehrere Interessenten um Warner Bros. Discovery buhlen. Paramount Global (PARA) meldete sich mit der Aussage zu Wort, dass die Barkomponente des Netflix-Angebots etwa 7 US‑Dollar je Aktie niedriger liege als das eigene Angebot und bezeichnete seinen Vorschlag von 30 US‑Dollar pro Aktie als überlegen. Die Aktie von Warner Bros. Discovery zählte zu den Top-Gewinnern im Nasdaq 100 und legte um rund +4,5% zu, nachdem sie bereits vier Tage in Folge gestiegen war und in dieser Zeit etwa +16% gewonnen hat. Politische Akzente kommen hinzu, nachdem Ex-Präsident Donald Trump betonte, dass jeder Deal für Warner Bros. Discovery den Sender CNN einschließen müsse – ein Punkt, der im Paramount-Angebot, nicht aber im Netflix-Deal abgebildet ist. Für Anleger bedeutet der Bieterkrieg steigende strategische Prämien auf Medien-Assets, aber auch erhöhte Integrations- und Regulierungsrisiken für den späteren Gewinner.

        Warum geraten Krankenhausketten und Gig-Economy-Aktien unter Druck, wenn Amazon sein Lieferangebot ausweitet?

        Im US-Gesundheits- und Internetsektor sehen sich gleich zwei Gruppen von Unternehmen mit politischem und kompetitivem Gegenwind konfrontiert. Große Krankenhausketten wie HCA Healthcare (HCA), aktuell bei etwa 467,45 US‑Dollar und -0,27%, gerieten stark unter Druck, nachdem Berichte aufkamen, dass republikanische Kongressführer Kürzungen der Medicare-Zahlungen für Krankenhäuser als Gegenvorschlag zu einer Verlängerung der Obamacare-Subventionen prüfen; die Aktie von HCA verlor im Tagesverlauf rund -4%. Damit rückt erneut das politische Risiko in den Mittelpunkt, dass Budgetkompromisse in Washington direkt auf die Margen großer Klinikbetreiber durchschlagen könnten. Parallel dazu standen Online-Gig-Economy-Werte unter Druck, nachdem Amazon angekündigt hatte, sein Angebot für die Lieferung am selben Tag von verderblichen Lebensmitteln auf über 2.300 Städte und Gemeinden auszuweiten. Die Mutter von Instacart, Maplebear (CART), fiel um etwa -6% und notiert derzeit bei rund 43,11 US‑Dollar, während auch Titel wie Lyft, Uber und DoorDash deutliche Einbußen hinnehmen mussten – ein Signal, dass der Markt Amazons Marktmacht in der Logistik sehr ernst nimmt.

        KURZNEWS

        • CSCO – Cisco Systems: Die Aktie von Cisco steigt um rund +0,9% und markiert damit ein neues Rekordhoch, das erste seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000, gestützt von einer siebentägigen Erholungsserie.
        • PLAY – Dave & Buster’s Entertainment: Dave & Buster’s sprang in der Sitzung um etwa +13% nach oben, nachdem Analysten trotz eines verfehlten dritten Quartals auf deutlich verbesserte vergleichbare Umsätze im Oktober und November verwiesen.
        • MTN – Vail Resorts: Die Aktie von Vail Resorts gab nachbörslich um knapp -1% nach, da der Nettoumsatz im ersten Quartal unter den Erwartungen lag, obwohl die gesamten Skifahrerbesuche über den Schätzungen und der Verlust je Aktie mit 5,20 US‑Dollar etwas besser als prognostiziert ausfielen.
        • BTC – Bitcoin: Bitcoin korrigiert und notiert aktuell bei etwa 90.360 US‑Dollar mit einem Tagesminus von -2,15%, nachdem zuvor Bewegungen um die Marke von 92.500 US‑Dollar zu beobachten waren.
        • ETH – Ethereum: Ethereum liegt zur Stunde bei rund 3.211 US‑Dollar und verliert -3,82%, nachdem der Token zuletzt eine Erholungsbewegung gezeigt hatte, die ihn zeitweise um +0,8% auf rund 33,50 US‑Dollar je Token (in der Ursprungsaussage) steigen ließ.

        KALENDER Firmen & Unternehmen

        EARNINGS KALENDER

        Heute rücken vor allem Nachwehen bereits gemeldeter Zahlen in den Blick, da mehrere große Software- und Freizeitanbieter ihre jüngsten Ergebnisse vorgestellt haben. Oracle (ORCL) lieferte Quartalszahlen mit einem Umsatz von rund 16 Mrd. US‑Dollar (erwartet: 16,2 Mrd. US‑Dollar) und einem bereinigten EPS von 2,26 US‑Dollar gegenüber prognostizierten 1,64 US‑Dollar, wobei die Kursreaktion trotz des Gewinnanstiegs negativ ausfiel. Adobe (ADBE) meldete für das vierte Quartal einen Umsatz von 6,19 Mrd. US‑Dollar (Konsens: 6,11 Mrd. US‑Dollar) und ein bereinigtes EPS von 5,50 US‑Dollar (erwartet: 5,39 US‑Dollar) sowie einen kurzfristigen Ausblick, der mit einem prognostizierten Umsatz von 6,25–6,30 Mrd. US‑Dollar und einem EPS von 5,85–5,90 US‑Dollar ebenfalls über den Schätzungen liegt. Synopsys (SNPS) stellte einen Q1-Umsatz von 2,37–2,42 Mrd. US‑Dollar (erwartet: 2,36 Mrd. US‑Dollar) und ein bereinigtes EPS von 3,52–3,58 US‑Dollar (Konsens: 3,46 US‑Dollar) in Aussicht und gab zudem Langfristziele für 2026 mit 9,56–9,66 Mrd. US‑Dollar Umsatz und einem EPS von 14,32–14,40 US‑Dollar bekannt. Vail Resorts (MTN) veröffentlichte Ergebnisse für das erste Quartal mit einem Nettoumsatz unter den Erwartungen, aber höheren Skifahrerbesuchen als prognostiziert und einem Verlust von 5,20 US‑Dollar je Aktie, der leicht über den Schätzungen lag. Neue, klar terminierte Earnings-Veröffentlichungen für den restlichen Tag werden in den vorliegenden Aussagen nicht genannt, sodass der Fokus der Anleger auf der Kursverarbeitung dieser bereits gemeldeten Zahlen liegen dürfte.

        MAKRO KALENDER

        Auf der makroökonomischen Seite wirkt die jüngste Zinsentscheidung der Federal Reserve nach, die ihre dritte Zinssenkung des Jahres um 0,25 Prozentpunkte beschlossen hat. Der aktualisierte Ausblick des FOMC sieht für das kommende Jahr lediglich eine weitere Zinssenkung vor, wobei die Spanne der Prognosen im Gremium ungewöhnlich groß ist und damit auf eine erhöhte Unsicherheit über den künftigen Pfad hinweist. Konkrete neue Datenveröffentlichungen wie CPI, PPI oder Arbeitsmarktreports für den heutigen Tag werden in den vorliegenden Aussagen nicht genannt. Damit konzentriert sich der Markt vorerst auf die Interpretation der Fed-Kommunikation, die Versteilerung der US-Zinskurve und die Anpassung der Zinserwartungen an den Terminmärkten. Weitere terminierte Makroereignisse sind in den aktuellen Quellen nicht explizit ausgewiesen.

        IM BLICKPUNKT

        Wie bewerten Analysten aktuell die hohen KI-Ausgaben der Unternehmen? Jüngste Kommentare aus dem Research-Bereich heben hervor, dass viele Sorgen über angeblich überzogene Investitionen in KI relativiert werden könnten. So wird darauf verwiesen, dass der durchschnittliche Konzern im S&P 500 derzeit nur rund 1% des Umsatzes für KI ausgibt, was im historischen Vergleich eher moderat erscheint. Analysten sehen darin ein Indiz, dass das Argument “zu hoher KI-Ausgaben” für viele Titel übertrieben sein könnte und sich die Debatte stärker auf Kapitalrendite und Monetarisierung der Investitionen verlagern sollte. Konkrete neuen Einstufungen, Ratingänderungen oder Kursziele für Einzelaktien werden in den vorliegenden Aussagen jedoch nicht genannt, sodass der Blickpunkt heute vor allem auf der grundsätzlichen Einordnung der KI-Investitionswelle liegt.

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