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Infineon -3%: KI-Investitionen zünden Wachstums-Turbo

Die Infineon-Aktie gerät nach Zahlen und Investitionsplänen unter Druck, doch der Konzern setzt mit milliardenschweren KI-Investitionen und dem Ams-Osram-Deal klar auf langfristiges Wachstum im Zukunftsmarkt Rechenzentren.

Infineon KI-Investitionen in Leistungshalbleiter für Rechenzentren und Server
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Schlusskurs 40,53€ -3,22% 04.02.26 11:47 Uhr
Infineon

Wie positioniert Infineon KI-Investitionen im Konzern?

Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 erhöht Infineon Technologies AG ihr Investitionsbudget deutlich: Statt bislang geplanter 2,2 Milliarden Euro sollen nun rund 2,7 Milliarden Euro in den beschleunigten Ausbau der Fertigungskapazitäten fließen. Im Fokus stehen Leistungshalbleiter für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren – vom Netz bis zum Serverrack. Vorstandschef Jochen Hanebeck spricht von einer „nie dagewesenen Wachstumschance“ für den Konzern.

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Die Umsätze mit KI-Chips sollen 2025/26 auf etwa 1,5 Milliarden Euro steigen, nachdem sie im vergangenen Geschäftsjahr noch bei rund 700 Millionen Euro lagen. Für 2027 peilt Infineon bereits rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz in diesem Segment an. Damit würden KI-bezogene Produkte ihren Anteil am Konzernumsatz von rund 10 auf etwa 15 Prozent ausbauen. Die Infineon KI-Investitionen sind damit klar auf Skalierung in einem strukturellen Wachstumstreiber ausgerichtet.

Was bringen Quartalszahlen und Kursreaktion bei Infineon?

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres steigerte Infineon Technologies AG den Umsatz im Jahresvergleich um rund sieben Prozent auf etwa 3,66 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis legte auf 655 Millionen Euro zu, die operative Segmentergebnis-Marge verbesserte sich von 16,7 auf 17,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal sank der Umsatz zwar um sieben Prozent, doch die Marge blieb stabiler als von vielen Marktbeobachtern erwartet.

Die Jahresprognose hat das Management bestätigt: Für 2025/26 wird ein moderat steigender Umsatz und eine Segmentergebnis-Marge im hohen Zehner-Prozentbereich angestrebt. Für das zweite Quartal stellt Infineon rund 3,8 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich in Aussicht. An der Börse sorgten die soliden Zahlen und die Infineon KI-Investitionen zunächst für Kursgewinne von zeitweise über vier Prozent, bevor der DAX-Titel seine Gewinne wieder abgab und zuletzt um rund drei Prozent auf etwa 40,5 US-Dollar nachgab.

Infineon Technologies AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie passt der Ams-Osram-Deal in die Infineon-Strategie?

Parallel zu den höheren Infineon KI-Investitionen stärkt der Konzern sein Analog- und Sensorspektrum. Für 570 Millionen Euro in bar übernimmt Infineon das nicht-optische Analog- und Mixed-Signal-Sensorportfolio von Ams-Osram. Das zugekaufte Geschäft erzielte 2025 rund 220 Millionen Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von rund 60 Millionen Euro; für 2026 rechnet Infineon mit etwa 230 Millionen Euro Umsatz.

Der Deal zielt vor allem auf Anwendungen in der Automobil- und Industrieelektronik sowie auf medizinische Sensorik. Rund 230 Mitarbeiter aus Forschung, Entwicklung und Management wechseln zu Infineon, Produktionskapazitäten bleiben jedoch zunächst bei Ams-Osram. Ein mehrjähriges Lieferabkommen stellt die Versorgung sicher, perspektivisch soll ein Teil der Produktion in das Infineon-Werk im malaysischen Kulim überführt werden. Laut Vorstand soll die Transaktion unmittelbar gewinnsteigernd auf den Gewinn je Aktie wirken und über Synergien zusätzliche Wertschöpfung liefern.

Wie reagieren Analysten auf Infineon KI-Investitionen?

Die starke Fokussierung auf KI-Powerchips und der Ausbau der Sensorik werden von Analysten überwiegend positiv bewertet. Experten von Jefferies heben hervor, dass Infineon zwar das kurzfristige Umsatzziel von 1,5 Milliarden Euro im KI-Rechenzentrumssegment bestätigt, aber für das Folgejahr ein Wachstum von etwa 66 Prozent anpeilt – ein Hinweis auf wachsende Visibilität im Auftragseingang. Barclays-Analyst Simon Coles betont insbesondere die ambitionierten Ziele für 2027 und sieht darin ein dynamischeres Wachstum, als der Markt bislang eingepreist hatte.

Auch US-Häuser wie Citigroup und RBC Capital Markets verweisen auf die Möglichkeit, dass KI-getriebene Umsätze eine anhaltende Schwäche im Automobilgeschäft kompensieren können. Rund die Hälfte des Infineon-Umsatzes stammt derzeit noch aus der Autoindustrie, wo vor allem Elektromobilität unter verhaltener Nachfrage leidet. Vor diesem Hintergrund erscheinen die Infineon KI-Investitionen als zentraler Hebel, um das Wachstumsprofil des Konzerns zu stabilisieren und mittelfristig zu beschleunigen.

„Die sehr dynamische Nachfrage bei KI in einem ansonsten verhaltenen Marktumfeld gibt Infineon kräftigen Rückenwind.“
— Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender Infineon Technologies AG
Fazit

Mit konsequent steigenden Infineon KI-Investitionen und dem Ams-Osram-Zukauf schärft der Konzern sein Profil als Schlüsselzulieferer für KI-Rechenzentren und intelligente Sensorik. Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob die hohen Capex-Programme tatsächlich in die angepeilten Milliardenerlöse münden und die temporäre Schwäche im Automobilgeschäft überbrücken. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Infineon den Rückenwind aus dem KI-Boom in dauerhaft höhere Margen und einen nachhaltig steigenden Aktienkurs übersetzen kann.

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