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Intel Foundry: +3,3% Rallye und 65-$-Wendepunkt

Steht die Intel Corporation Foundry-Wende und Analysten-Upgrades vor einem echten Comeback im KI-Zeitalter? Die Aktie legt um +3,3 % zu, Analysten heben Kursziele deutlich an – doch traegt die neue Foundry-Strategie wirklich bis zum nächsten Hoch?

Intel Foundry Werk im Bau in Ohio als Symbol für strategischen Ausbau
Erwähnte Aktien
INTC Intel
$49.63 +3.34%
Stand: 07:54 MEZ

Wird die Intel Foundry zum strategischen Wendepunkt?

Nach zwei schwierigen Jahren mit Verzoegerungen, hohen Investitionen und maessiger Auslastung scheint sich die Lage für die Intel Foundry im Jahr 2026 spuerbar aufzuhellen. Das Management setzt weiter auf den Aufbau eines weltmarktfuehrenden Auftragsfertigers, der die Abhaengigkeit der USA von TSMC verringern soll. Besonders im Fokus stehen die neuen High-End-Knoten 18A und 14A sowie der lange verschobene Fabrikkomplex in Ohio, in den urspruenglich rund 28 Milliarden Dollar fliessen sollten.

Waerend Intel 18A in Arizona anlief und anfangs mit Ausbeuteproblemen kaempfte, berichten Analysten inzwischen von Yields jenseits von 60 Prozent – ausreichen, um den Start der neuen Panther-Lake-PC-Prozessoren zu stützen. Gleichzeitig verdichten sich Hinweise, dass die nächste Generation Intel 14A nicht nur intern, sondern auch für externe Kunden zu einem Meilenstein werden könnte. CEO Lip-Bu Tan sprach kürzlich davon, man gehe „big time in 14A“ und sehe deutliche Fortschritte bei Erträgen und IP-Portfolio.

Neue Stellenausschreibungen beim Bauunternehmen der Ohio-Fabs lassen zudem vermuten, dass Intel versucht, den Zeitplan Richtung 2028/2029 vorzuziehen – ein wichtiger Baustein, damit die Intel Foundry rechtzeitig Kapazitaeten für potenzielle Grosskunden bereithalten kann.

Wie treiben Analysten-Upgrades die Intel-KI-Fantasie?

An der Wall Street hat der Stimmungsumschwung bereits begonnen. Seaport Research Partners vergab jüngst ein Kaufvotum und sieht Intel bei 65 Dollar, was einem Aufschlag von mehr als 30 Prozent entspricht. Die Analysten erwarten, dass die Panther-Lake-Prozessoren im PC-Markt wieder Marktanteile zurueckerobern und damit die Auslastung der Werke verbessern. Parallel dazu dürfte der KI-Boom für eine starke Nachfrage nach Server-CPUs sorgen.

Auch HSBC zeigte sich optimistischer und stufte die Aktie von „Reduced“ auf „Hold“ hoch, das Kursziel wurde nahezu verdoppelt und liegt nun im Bereich um 50 Dollar. HSBC-Analyst Frank Lee verweist insbesondere auf das Konzept der „Agentic AI“: Sobald KI-Systeme von simplen Assistenten zu autonomen Agenten werden, steige der Bedarf an klassischer Rechenleistung in Rechenzentren massiv. Lee erwartet daher, dass das Wachstum im Server-Geschäft 2026 deutlich über den bisher von vielen Prognosen unterstellten 4 bis 6 Prozent liegen könnte.

Zusammen mit den starken Kursgewinnen seit Jahresbeginn – rund 30 Prozent plus – hat Intel sich damit vom Schlusslicht zum Outperformer im Dow Jones gewandelt. Charttechnisch steht die Aktie in der Naehe eines wichtigen Widerstandsbereichs um 45 bis 50 Dollar, der frueher als Unterstützung fungierte. Ein nachhaltiger Ausbruch könnte den Weg in Richtung des frueheren Hochs bei etwa 70 Dollar öffnen, sofern die Intel Foundry Story verfaengt.

Intel Corporation Foundry-Wende und Analysten-Upgrades Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Intel Corporation Foundry-Wende und Analysten-Upgrades (INTC) – 252-Tage-Chart

Intel Foundry: Wie berechtigt ist die neue Bullenstimmung?

Nicht alle Beobachter teilen den neuen Optimismus. RBC Capital Markets hat Intel jüngst mit „Sector Perform“ und einem Kursziel von 50 Dollar eingestuft. Die Analysten erkennen zwar eine staerkere Bilanz und verbesserte PC- und Server-Nachfrage, pochen jedoch auf harte Belege für steigende Bruttomargen und eine nachhaltige operative Wende in der Intel Foundry, bevor sie eine klar positive Haltung einnehmen. Zudem warnen sie vor Gegenwind durch höhere Speicherpreise und mögliche Engpaesse auf der Lieferkette.

Auch einzelne Strategen verweisen darauf, dass die Aktie nach der Rally gemessen am erwarteten Gewinn mit einem Multiplikator von rund 26,5 über ihrem historischen Durchschnitt notiert. Der Titel werde damit zwar immer noch als moegliches Value-Play im Vergleich zu Hochbeta-Namen wie Nvidia oder AMD gesehen, sei aber zunehmend auf den Nachweis angewiesen, dass die Intel Foundry tatsaechlich zu einem profitablen Standbein avanciert.

Gleichzeitig waechst jedoch der Chor der Bullen, die Intels Fertigung erstmals seit einem Jahrzehnt wieder als ernsthaft wettbewerbsfähig oder zumindest klar lebensfaehig einstufen. Neue Packaging-Deals – unter anderem im Umfeld von Nvidia – sowie die politische Rueckendeckung aus Washington für mehr heimische High-End-Kapazitaeten erhöhen die Chance, dass in den kommenden zwei bis drei Jahren konkrete Wafer-Vertraege mit Grosskunden abgeschlossen werden. Viele Marktteilnehmer erwarten, dass gerade 2026 das Jahr der Ankuendigungen wird.

Vor diesem Hintergrund steigt die Spannung vor den anstehenden Q4-Zahlen am Donnerstag nach US-Boersenschluss. Optionen preisen bereits eine Kursbewegung von knapp 9 Prozent ein – ein Zeichen, wie entscheidend Investoren die kommenden Aussagen zum Agentic-AI-Geschäft und zur roadmap der Intel Foundry einschaetzen.

„Wir gehen big time in 14A – bei Erträgen und IP-Portfolio sehen wir grossartige Dynamik, um Kunden optimal zu bedienen.“
— Lip-Bu Tan, CEO von Intel
Fazit

Intel nutzt die aktuelle KI-Welle und die strategische Neuausrichtung der Intel Foundry, um sich als US-Chip-Champion neu zu positionieren. Für Anleger bleibt die Aktie ein spekulativer Wende- und Kapazitaets-Play, das stark von weiteren Foundry-Auftraegen und Margenfortschritten abhaengt. Die nächsten Quartalsupdates und mögliche Grosskunden-Deals werden zeigen, ob der Aufbruch nachhaltig ist und der Ausbruch über die Widerstandszone gelingen kann.