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Meta KI-Offensive: 70 Mrd. Capex als KI-Revolution

Kann die Meta KI-Offensive den teuren Metaverse-Traum ablösen und Meta Platforms, Inc. zum KI-Champion machen? Der Konzern fährt Capex und Atomstrom-Deals massiv hoch – doch reichen Werbe-KI, Threads und Agenten, um Anleger langfristig zu überzeugen?

Meta KI-Offensive: Meta-Campus mit futuristischen Rechenzentren im Abendlicht
Erwähnte Aktien
META Meta Platforms
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Stand: 21:29 MEZ

Meta KI-Offensive: Warum der radikale Strategiewechsel?

Meta vollzieht eine deutliche Kehrtwende: Statt weiter bedingungslos auf das Metaverse zu setzen, fokussiert der Konzern seine Ressourcen nun auf KI-Infrastruktur und -Anwendungen. Rund 1.500 Stellen wurden zuletzt in der Reality-Labs-Sparte gestrichen, während die Investitionen in KI-Software, eigene Rechenzentren und Wearables wie die Ray-Ban-Smart-Glasses hochgefahren werden. Die Brille soll als Schnittstelle zwischen Nutzer und KI-Assistent dienen, weniger als Portal in eine vollwertige VR-Welt. Damit wird die ursprüngliche Vision eines alles dominierenden Metaverse zurückgestuft und die Meta KI-Offensive zum neuen strategischen Kern.

Finanziell steht Meta dank eines hochprofitablen Werbegeschäfts auf einer soliden Basis. Rund 3,5 Milliarden Menschen nutzen täglich mindestens eine der Apps – Facebook, Instagram, WhatsApp oder Messenger. Die starke Cash-Generierung ermöglicht zugleich eine Dividende (seit 2024) und die Finanzierung der massiven KI-Ausgaben.

Wie teuer wird Metas KI-Infrastruktur mit Hyperion?

Die Dimension der Investitionen ist gewaltig. Finanzierungen in zweistelliger Milliardenhöhe, darunter etwa 27 Milliarden Dollar für das Hyperion-Rechenzentrum, zeigen, wie ernst es Meta mit seiner KI-Infrastruktur meint. Der Vorstand rechnet für 2025 mit Kapitalausgaben von 70 bis 72 Milliarden Dollar – ein deutlicher Aufschlag nach oben. Analysten wie die bei Zacks Investment Research erwarten dennoch weiter steigende Umsätze und trauen Meta ein Gewinnwachstum zu, das die hohen Ausgaben abfedern könnte.

Parallel treibt Meta die Energiefrage voran: Zusammen mit dem Nuklear-Startup Oklo entsteht ein Energiecampus mit rund 1,2 Gigawatt Leistung, um den immensen Stromhunger der KI-Rechenzentren zu decken. Bank of America hat Oklo im Zuge des Deals hochgestuft und sieht die Vereinbarung mit Meta als wichtigen Meilenstein für kommerzielle Nuklearprojekte. Dieser Atomstrom-Deal ist zugleich ein zentrales Puzzleteil der Meta KI-Offensive, weil er Versorgungssicherheit und langfristig planbare Energiekosten für die Hyperscale-Cluster schaffen soll.

Meta Platforms, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Januar 2026
Meta Platforms, Inc. (META) – 252-Tage-Chart

Wie monetarisiert Meta KI in Werbung, Threads und Deals?

Operativ zielt die Meta KI-Offensive vor allem auf zwei Bereiche: hochautomatisierte Werbung und neue Plattformen. Der Konzern will bis Ende 2026 weite Teile des Anzeigenprozesses automatisieren – von der Motiverstellung über Targeting bis zur Auswertung. Mehr als 2 Millionen Werbekunden nutzen bereits generative KI-Tools für Texte, Übersetzungen und Videos, während der Assistent Meta.ai mittlerweile über alle Plattformen hinweg mehr als eine Milliarde monatliche Nutzer erreicht.

Mit der globalen Einführung von Werbung auf Threads, das nach Unternehmensangaben über 400 Millionen aktive Nutzer zählt und bei täglichen Nutzern teilweise an X vorbeizieht, öffnet Meta einen zusätzlichen Monetarisierungskanal. Gleichzeitig soll die Übernahme des Agenten-Anbieters Manus für rund 2 Milliarden Dollar helfen, KI-Agenten für kleinere Unternehmen und Creator zu skalieren. Zwar äußerten einige Manus-Kunden datenschutzrechtliche Bedenken und wechselten zu Wettbewerbern, doch Meta will die Technologie in seine Business-Produkte und den Meta-AI-Assistenten integrieren.

Meta KI-Offensive: Wie fair ist die Bewertung für Anleger?

Trotz eines Kursniveaus von über 600 Dollar je Aktie wird Meta mit etwa dem 20-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – deutlich günstiger als viele andere Mitglieder der „Magnificent Seven“, die oft bei 28-mal oder mehr liegen. Morningstar sieht den jüngsten Rücksetzer bei der Aktie im Zuge der KI-Capex-Sorgen als Chance und hält das Papier für unterbewertet, weil KI langfristig insbesondere das Werbegeschäft kleiner und mittlerer Unternehmen revolutionieren könnte.

Auch große Häuser bleiben überwiegend positiv: UBS und Wells Fargo bestätigen ihre Kaufempfehlungen für Meta mit hohen Kurszielen, während Zacks vor dem anstehenden Quartalsbericht auf die Kombination aus solidem Gewinnwachstum und positiver Earnings-Überraschung hinweist. Risiken bestehen vor allem in der Monetarisierung der gigantischen KI-Investitionen, dem Reputationsschaden durch Berichte über prekäre Arbeitsbedingungen bei ausgelagerten Moderations- und Trainingsjobs sowie in regulatorischen Verfahren, etwa der laufenden FTC-Auseinandersetzung.

Wir investieren massiv in KI-Infrastruktur, um unseren Milliarden Nutzern und Millionen Werbekunden in den nächsten Jahren völlig neue Erlebnisse und Effizienzgewinne zu ermöglichen.
— Mark Zuckerberg, CEO von Meta Platforms, Inc.
Fazit

Die Meta KI-Offensive zwingt den Konzern, parallel Kosten zu disziplinieren, die Datennutzung transparenter zu machen und Investoren zu beweisen, dass Milliarden für Rechenzentren, Atomstrom und Übernahmen wie Manus und Scale AI in absehbarer Zeit höhere Werbeerlöse, mehr KI-Produkte und stabilere Cashflows generieren. Gelingt das, könnte Meta seine Rolle als zentraler KI- und Werbe-Hyperscaler weiter ausbauen.