Die neuesten UBS Quartalszahlen zeigen: Der Konzern steigert Gewinn, Dividende und Aktienrückkäufe deutlich. Nach der Übernahme der Credit Suisse nimmt die Integration Fahrt auf – doch strengere Schweizer Kapitalregeln könnten die künftige Ausschüttungspolitik bremsen. Was Anleger jetzt zu den Zahlen, zur Strategie und zu den Risiken wissen sollten.

Was zeigen die UBS Quartalszahlen im Überblick?
UBS erzielte im Schlussquartal 2025 einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit übertraf die Bank die Konsensschätzungen von rund 919 bis 970 Millionen Dollar klar. Vor Steuern lag der Gewinn bei 1,7 Milliarden Dollar, bereinigt um Integrationskosten sogar bei rund 2,87 Milliarden Dollar. Die Erträge stiegen um 4 Prozent auf 12,15 Milliarden Dollar, während der Aufwand um 1 Prozent auf etwa 10,3 Milliarden Dollar sank.
Das bereinigte Kosten‑Ertrags‑Verhältnis verbesserte sich auf 75,2 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 weist UBS Group AG einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar aus, nach 5,1 Milliarden im Vorjahr – ein Anstieg um 53 Prozent und leicht über den eigenen Analystenerwartungen von rund 7,5 Milliarden Dollar. Die aktuellen UBS Quartalszahlen unterstreichen damit, dass die Credit‑Suisse‑Übernahme operativ zunehmend durchschlägt.
Wie profitieren Aktionäre von Dividende und Rückkauf?
Die UBS Quartalszahlen werden von einer klar aktionärsfreundlichen Kapitalpolitik begleitet. Die Dividende für 2025 soll um 22 Prozent auf 1,10 Dollar je Aktie steigen, was einem Plus von 20 Cent entspricht. Für die kommenden Jahre peilt das Management weitere Erhöhungen im mittleren Zehnprozentbereich an.
Zusätzlich plant die Bank für 2026 ein neues Aktienrückkaufprogramm über zunächst 3 Milliarden Dollar, mit der ausdrücklichen Option auf höhere Volumina. Insgesamt soll sich die Kapitalrückführung aus Dividenden und Rückkäufen wieder dem Niveau von 2022 annähern, als UBS Aktien im Wert von 5,6 Milliarden Dollar zurückkaufte. Die endgültige Höhe hängt von künftigen Schweizer Kapitalanforderungen und dem Erreichen der Finanzziele ab.
Am Markt fiel die Reaktion verhalten aus: In New York notiert die Aktie derzeit bei 47,67 US‑Dollar, leicht unter dem Vortag (-0,19 Prozent). Nach dem starken Lauf bis nahe ans Jahreshoch um 49 Dollar scheinen viele positive Effekte der UBS Quartalszahlen bereits eingepreist.
Wie läuft Integration und Geschäftsentwicklung bei UBS?
Operativ meldet UBS deutliche Fortschritte bei der Integration der Credit Suisse. In der Schweiz sind rund 85 Prozent der 1,1 Millionen Konten bereits auf die eigenen Plattformen überführt. Die verwalteten Vermögen der Gruppe überschritten erstmals die Marke von 7,0 Billionen Dollar. In der globalen Vermögensverwaltung flossen im vierten Quartal netto 8,5 Milliarden Dollar an Neugeldern zu – weniger als frühere Schätzungen, aber dennoch ein positives Vorzeichen für das Kerngeschäft.
Seit 2022 hat die kombinierte Bank ihre Kosten um 10,7 Milliarden Dollar gesenkt. Bis Ende 2026 sollen die jährlichen Einsparungen nun auf 13,5 Milliarden Dollar steigen, eine halbe Milliarde mehr als ursprünglich geplant. Parallel erhöht sich allerdings das Integrationsbudget von 14 auf 15 Milliarden Dollar. CEO Sergio Ermotti spricht weiterhin von „einer der komplexesten Integrationen in der Geschichte des Bankwesens“ und sieht die Bank auf Kurs, die für 2026 ausgerufenen Renditeziele zu erreichen.
Welche Risiken belasten trotz starker UBS Quartalszahlen?
Belastungsfaktoren bleiben vor allem auf der Regulierungsseite. Die Schweizer Regierung diskutiert zusätzliche Eigenkapitalanforderungen von bis zu 24 Milliarden Dollar, um die Systemrelevanz der Bank abzupuffern. UBS warnt vor Wettbewerbsnachteilen gegenüber internationalen Rivalen und einem möglichen Druck auf künftige Ausschüttungen. Politische Initiativen im Parlament könnten diese Vorgaben zwar abmildern, der Ausgang ist aber offen.
Hinzu kommen strukturelle Maßnahmen: Der Großteil der Jobkürzungen im Schweizer Geschäft wird laut Management erst in der zweiten Hälfte 2026 greifen, was sozial wie politisch für Zündstoff sorgt. Zudem rechnet die Bank in den USA kurzfristig mit weiteren Abflüssen im Wealth‑Management, nachdem Beraterteams die Bank verlassen haben. Trotz dieser Unsicherheiten bekräftigt UBS ihre mittelfristigen Ziele, darunter eine Rendite auf das harte Kernkapital (RoCET1) von rund 18 Prozent und einen Kosten‑Ertrags‑Satz von etwa 67 Prozent bis 2028.
Wir haben unsere starke Kapitalposition beibehalten, unsere Kapitalrückzahlungsverpflichtungen mit einer erhöhten Dividende und Aktienrückkäufen erfüllt und sind auf dem besten Weg, unsere Ziele für 2026 zu erreichen.— Sergio Ermotti, CEO UBS
Finanzanalysten großer Häuser wie Goldman Sachs, Citigroup oder RBC Capital Markets verweisen vor allem auf den Spannungsbogen zwischen attraktiver Kapitalrückführung und dem noch nicht gelösten Regulierungspaket in der Schweiz. Die heutigen UBS Quartalszahlen liefern dafür eine solide Basis, doch die endgültige Bewertung der Aktie hängt stark von den künftigen Kapitalregeln ab.