Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und sinkender Umsätze hält Villeroy & Boch an seiner Jahresprognose fest – doch wie stabil ist diese Zuversicht wirklich?
Auftragsbestand steigt trotz Umsatzrückgang
Der Auftragsbestand des Konzerns erreichte zum 30. September 167,4 Millionen Euro, nach 150,4 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Das operative EBIT fiel auf 40,9 Millionen Euro, verglichen mit 65,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum; bereinigt um damalige Desinvestitionen hatte der Vorjahreswert 55,5 Millionen Euro betragen. Das Konzernergebnis lag wegen steuerlicher Sondereffekte bei minus 12,4 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 8,4 Millionen Euro.
Besonders belastet blieb der Bereich Bad & Wellness: Sein Umsatz sank um 14,2 Prozent auf 742,4 Millionen Euro. Währungs- und desinvestitionsbereinigt betrug der Rückgang 7,2 Prozent. Das operative EBIT des Bereichs verringerte sich auf 28,2 Millionen Euro. Zugleich stieg dort der Auftragsbestand auf 136,9 Millionen Euro.
Dining & Lifestyle wächst weiter
Der Bereich Dining & Lifestyle entwickelte sich positiver. Der Umsatz stieg um 1,9 Prozent auf 211,5 Millionen Euro; auf konstanter Kursbasis betrug das Plus 2,4 Prozent. Der Onlinehandel legte um 13,3 Prozent zu, der stationäre Handel um 4,9 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs auf 30,5 Millionen Euro, auch dank Bestellungen für Neuheiten und das Weihnachtsgeschäft.
„Der deutlich gestiegene Auftragsbestand stimmt uns mit Blick auf das für uns wichtige Weihnachtsgeschäft weiterhin zuversichtlich“, sagte Bereichsvorstand Dr. Peter Domma.
Wie sieht die Prognose für 2026 aus?
Für das Gesamtjahr erwartet Villeroy & Boch weiterhin einen Umsatzrückgang im höheren einstelligen Prozentbereich und ein operatives EBIT zwischen 50 und 56 Millionen Euro. Zudem rechnet das Unternehmen mit einer rollierenden operativen Nettovermögensrendite von 5,5 bis 6,5 Prozent sowie operativen Investitionen von rund 40 Millionen Euro.
Finanzvorstand Dr. Markus Warncke verwies auf das schwierige wirtschaftliche und geopolitische Umfeld, darunter den Nahost-Konflikt sowie Unsicherheiten bei Zöllen und Handelspolitik. Die bestätigte Prognose, der höhere Auftragsbestand und die Entwicklung im Lifestyle-Geschäft böten aus Unternehmenssicht eine Grundlage für das Schlussquartal.
Villeroy & Boch bestätigt trotz rückläufigem Umsatz und niedrigerem operativem EBIT die angepasste Jahresprognose; zugleich wächst der Auftragsbestand und Dining & Lifestyle legt zu. Für Anleger stehen damit die Belastungen im Badgeschäft den positiven Signalen aus dem Auftragseingang und dem Onlinehandel gegenüber. Die kommenden Geschäftszahlen werden zeigen, ob diese Nachfrageimpulse im Schlussquartal ausreichen, um den bestätigten Zielkorridor zu erreichen und die Entwicklung zu stabilisieren.



