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Netflix Merger über $82,7 Mrd.: Schulden-Boom oder strategische Chance?
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Netflix Merger über $82,7 Mrd.: Schulden-Boom oder strategische Chance?

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Netflix

Wird der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery zum riskanten Schuldenpoker oder zur einmaligen Streaming-Chance?

Was steckt hinter dem Netflix Merger?

Netflix hat Ende 2025 eine Vereinbarung zur Übernahme großer Teile von Warner Bros. Discovery getroffen. Kern des Deals ist ein Barangebot von 27,75 US-Dollar je Aktie beziehungsweise rund 82,7 Milliarden US-Dollar für Studios und Streaming-Geschäft, inklusive ikonischer Marken wie HBO, Harry Potter und Herr der Ringe. Parallel dazu hat Paramount Skydance sein konkurrierendes Angebot erhöht und eine überarbeitete Offerte beim WBD-Verwaltungsrat eingereicht. Der Vorstand von Warner Bros. muss nun prüfen, ob das neue Paramount-Angebot dem Deal mit Netflix überlegen ist. Sollte das der Fall sein, hat Netflix ein sogenanntes Matching Right und vier Tage Zeit, das höhere Gebot zu kontern. Gibt der Streaming-Riese den Bieterwettstreit auf, würde eine Breakup-Fee von 2,8 Milliarden US-Dollar fällig. Der Netflix Merger ist damit nicht nur strategisch, sondern auch finanziell hoch aufgeladen.

Netflix: Stärke im operativen Geschäft?

Operativ präsentiert sich Netflix derzeit in starker Verfassung. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 17,6 % auf 12,1 Milliarden US-Dollar, das Wachstum beschleunigte sich damit das dritte Quartal in Folge. Die Zahl der zahlenden Mitglieder überschritt 325 Millionen und dokumentiert die globale Reichweite der Marke. Für das erste Quartal 2026 stellt das Management 12,2 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht, was einem Plus von gut 15 % entspricht. Die Profitabilität zieht gleichzeitig an: Die operative Marge lag 2025 bei 29,5 % und soll 2026 auf 31,5 % steigen. Besonders dynamisch wächst das Werbegeschäft. Die Werbeerlöse kletterten 2025 um mehr als 150 % auf über 1,5 Milliarden US-Dollar, für 2026 wird eine erneute Verdopplung erwartet. Damit öffnet sich neben Preiserhöhungen und Kundenzuwachs ein zweiter Wachstumspfad, der auch die geplante Integration der werbefinanzierten HBO-Angebote im Rahmen des Netflix Merger stützen könnte.

Netflix, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie riskant wird die Verschuldung für Netflix?

Die Kehrseite des Deals ist die Finanzierung. Netflix plant, zur Umsetzung des Kaufs rund 52 Milliarden US-Dollar an zusätzlicher Verschuldung aufzunehmen und zudem die bestehende Netto­verschuldung von Warner Bros. Discovery von 10,7 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Zwar erwirtschaftete Netflix 2025 bereits 9,5 Milliarden US-Dollar freien Cashflow und peilt für 2026 rund 11 Milliarden US-Dollar an, dennoch wäre der Sprung beim Schuldenstand erheblich. Kritische Stimmen verweisen darauf, dass der Konzern sich von einem asset-light-Modell zu einem stark integrierten Studiokonzern wandelt, dessen Kino- und TV-Erlöse deutlich volatiler sein können. Hinzu kommt die kartellrechtliche Unsicherheit: Das US-Justizministerium prüft, ob der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery marktbeherrschende Strukturen im Streaming und in Hollywood schaffen könnte. Ein Scheitern des Deals würde zwar den Schuldenanstieg begrenzen, über die Breakup-Fee aber dennoch spürbare Kosten verursachen.

Was bedeutet der Bieterkrieg für die Netflix-Aktie?

An der Börse hat die Fusionsfantasie bislang eher geschadet als genutzt. Die Netflix-Aktie ist seit Jahresbeginn deutlich im Minus und notiert klar unter früheren Hochs. Bei einem Kurs von rund 76,91 US-Dollar entspricht die Bewertung etwa dem 24- bis 25-Fachen der für 2026 erwarteten Gewinne je Aktie. Einige Marktbeobachter sehen darin ein Niveau, auf dem bereits viel Risiko des Netflix Merger eingepreist ist. Andere warnen, dass ein eskalierender Bieterkrieg mit Paramount Skydance die Übernahmesumme weiter nach oben treiben und die Verschuldung zusätzlich erhöhen könnte. Strategisch wäre Warner Bros. Discovery für Paramount existenziell wichtig, während es für Netflix eher ein „nice to have“-Deal bleibt, um seine Dominanz in Hollywood auszubauen. Analysten wie Gary Black argumentieren, dass Netflix dank starker Cashflows und Bilanzkraft den längeren Atem hat und selbst im Fall einer Niederlage im Bieterwettstreit mittelfristig wieder Kurse um 100 US-Dollar erreichen könnte. Investmentbanken wie Citigroup oder RBC Capital Markets haben sich zuletzt vor allem auf das verschobene Chance-Risiko-Profil und den höheren Leverage fokussiert, sehen aber weiterhin strukturelle Stärken im Streaming-Kerngeschäft.

Fazit

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery ist ein zweischneidiges Schwert: Er verspricht starke Inhalte und Skaleneffekte, bringt aber hohe Schulden und regulatorische Risiken. Für Anleger bedeutet der aktuelle Kursrückgang, dass ein Teil dieser Unsicherheit bereits eingepreist ist, während das operative Geschäft und das Werbewachstum von Netflix weiter überzeugen. Ob der Bieterkrieg mit Paramount endet oder eskaliert, wird entscheidend dafür sein, ob sich der Netflix Merger als Kurstreiber oder Bremsklotz erweist – aktive Anleger sollten die nächsten Wochen aufmerksam verfolgen.

Weiterführende Quellen