SP500 6.951,07 +0,85%DJ30 49.511,96 +0,62%NAS100 25.333,01 +1,42%GER40 25.219,60 +0,73%EU50 6.186,55 +0,87%BTCUSD 68.769,16 +7,40%ETHUSD 2.065,56 +11,49%VIX 19,68 -2,83% SP500 6.951,07 +0,85%DJ30 49.511,96 +0,62%NAS100 25.333,01 +1,42%GER40 25.219,60 +0,73%EU50 6.186,55 +0,87%BTCUSD 68.769,16 +7,40%ETHUSD 2.065,56 +11,49%VIX 19,68 -2,83%
JETZT LIVEAKTIENREGIONENKRYPTOALGOTRADINGBROKER & TOOLS
Netflix Merger +5,4%: Breakup-Fee Chance statt Mega-Deal?
Start Aktien USA

Netflix Merger +5,4%: Breakup-Fee Chance statt Mega-Deal?

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 82,27$ +5,41% 25.02.26 19:16 Uhr
Netflix

Verwandelt der Netflix Merger mit Warner den Streaming-Markt radikal – oder kassiert Netflix lieber die Milliarden-Breakup-Fee?

Was steckt hinter dem Netflix Merger mit Warner?

Netflix, Inc. befindet sich in einem intensiven Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery. Das aktuelle Netflix-Angebot bewertet die Transaktion – fokussiert auf Studios, Content-Katalog und den Streamingdienst HBO Max – auf rund 82,7 Milliarden US‑Dollar. Pro Warner-Aktie bietet Netflix 27,75 US‑Dollar, während die klassischen linearen TV-Sender außen vor bleiben. Parallel dazu hat Paramount Skydance ein verbessertes Barangebot von 31 US‑Dollar je Aktie für 100 % von Warner auf den Tisch gelegt und damit die Schwelle für weiterführende Gespräche klar überschritten.

Formell gilt weiterhin die Empfehlung zugunsten des Netflix-Deals, doch der Warner-Vorstand signalisiert, dass das Paramount-Angebot als „überlegenes Angebot“ eingestuft werden könnte. In diesem Fall beginnt für Netflix ein Vier-Tage-Fenster, um den Netflix Merger nachzubessern oder auszusteigen. Der tatsächliche Wert der Netflix-Offerte hängt dabei von der späteren Bewertung der Abspaltung Discovery Global und deren Verschuldung ab, was zusätzliche Unsicherheit für Investoren schafft.

Warum reagiert Netflix an der Börse so stark?

Bemerkenswert ist, dass die Netflix-Aktie trotz der potenziellen Milliardenübernahme deutlich zulegt. Nach einer mehrmonatigen Korrektur von rund 41–43 % seit dem Allzeithoch im Juni notiert Netflix nun bei 82,27 US‑Dollar und damit rund 5,4 % höher als am Vortag. Charttechnisch gelang damit der Ausbruch über den Widerstandsbereich bei 78–79 US‑Dollar und eine stabile Rückeroberung der 80‑Dollar-Marke, nachdem der Kurs zuvor mehrfach an der Zone um 75 US‑Dollar nach oben gedreht hatte.

Ein wesentlicher Grund: Der Markt preist zunehmend das Szenario ein, dass Netflix den Netflix Merger platzen lässt, die Breakup Fee von rund 2,8 bis knapp 3 Milliarden US‑Dollar kassiert und auf einen teuren, regulatorisch riskanten Megadeal verzichtet. Statt Nettoverbindlichkeiten von potenziell über 100 Milliarden US‑Dollar zu schultern, könnte Netflix seine aktuelle, vergleichsweise komfortable Verschuldung von rund 0,6x EBITDA beibehalten und den Cash für organisches Wachstum, Content und Aktienrückkäufe nutzen.

Netflix, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Netflix Merger oder Rückzug – was wäre strategisch klüger?

Inhaltlich wäre eine Übernahme der Warner-Assets für Netflix attraktiv: Marken wie „Harry Potter“, „The Lord of the Rings“, „The Sopranos“ oder „Friends“ sowie 128 Millionen HBO‑Max-Abonnenten könnten Reichweite und Pricing-Power weiter erhöhen und insbesondere das Werbegeschäft beschleunigen. Doch genau diese Marktmacht ruft in den USA Kritiker auf den Plan. Elf Generalstaatsanwälte haben das Justizministerium aufgefordert, den Netflix Merger streng zu prüfen, da eine zu dominante Stellung im Film- und Serienmarkt befürchtet wird.

Gleichzeitig liefert das bestehende Kerngeschäft beeindruckende Zahlen: Ende 2025 zählte Netflix 325 Millionen zahlende Abonnenten, 2025er-Umsätze von 45,2 Milliarden US‑Dollar sowie stark wachsende Werbeeinnahmen. Das werbefinanzierte Abo legte 2025 um rund 150 % auf 1,5 Milliarden US‑Dollar zu und soll 2026 nochmals auf etwa 3 Milliarden US‑Dollar verdoppelt werden. Damit würde Werbung knapp 6 % des Gesamtumsatzes ausmachen – ein Wachstumsfeld, das ganz ohne Großakquisition adressiert werden kann.

Wie sehen Bewertung und Analysten Netflix derzeit?

Fundamental ist Netflix nach dem Kursrückgang so günstig wie seit drei Jahren nicht mehr. Auf Basis der 2025er-Gewinne von 2,53 US‑Dollar je Aktie liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 30–31 und damit in der Nähe des Drei-Jahres-Tiefs sowie leicht unter dem Niveau des Nasdaq‑100. Auf Forward-Basis, mit Konsensschätzungen von etwa 3,12 US‑Dollar Gewinn je Aktie für 2026, fällt das KGV auf gut 25.

Mehrere Häuser – darunter Morgan Stanley, Goldman Sachs und Citigroup – hatten Netflix zuletzt überwiegend mit positiven Langfristperspektiven bewertet, auch wenn kurzfristig die Unsicherheit rund um den Netflix Merger auf die Stimmung drückt. RBC Capital Markets verweist in seinen Einschätzungen auf das starke Wachstum des Werbegeschäfts und die robuste Margenentwicklung. Gerade deshalb sehen viele Strategen die größte Wertschöpfung darin, wenn Netflix sich einen „geordneten Rückzug“ aus der Bieterschlacht erlaubt, die Breakup Fee einstreicht und seine Bilanz für zukünftige, kleinere Deals und Content-Investitionen schont.

„Netflix ist am Ende ein Gewinner, selbst wenn es den Bieterprozess um Warner verliert – solange der Fokus auf Profitabilität und organischem Wachstum bleibt.“
— Ein Marktstratege aus dem Technologiesektor

Fazit

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery hat sich vom erhofften Wachstumsturbo zum Belastungstest für Strategie, Bilanz und Kursentwicklung von Netflix entwickelt. Für Anleger könnte ein Scheitern des Deals mit gleichzeitiger Breakup Fee und Fokus auf das dynamisch wachsende Werbegeschäft die attraktivere Variante sein als ein überteuerter Megadeal mit hohem Schuldenhebel. Die kommenden Tage der Vier-Tage-Frist bleiben damit entscheidend – bieten aber gleichzeitig eine Chance, dass Netflix gestärkt und klarer positioniert aus dem Bieterkrieg hervorgeht.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.