SP500 6.868,36 -0,28%DJ30 49.112,96 -0,36%NAS100 24.884,16 -0,39%GER40 25.303,40 +0,11%EU50 6.146,02 -0,09%BTCUSD 66.080,45 -2,05%ETHUSD 1.961,05 -3,36%VIX 20,68 +3,25% SP500 6.868,36 -0,28%DJ30 49.112,96 -0,36%NAS100 24.884,16 -0,39%GER40 25.303,40 +0,11%EU50 6.146,02 -0,09%BTCUSD 66.080,45 -2,05%ETHUSD 1.961,05 -3,36%VIX 20,68 +3,25%
JETZT LIVEAKTIENREGIONENKRYPTOALGOTRADINGBROKER & TOOLS
Netflix Merger über $83 Mrd.: Kurs-Boom nach Warner-Absage
Start Aktien USA

Netflix Merger über $83 Mrd.: Kurs-Boom nach Warner-Absage

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs 84,59$ +2,28% 26.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich 90,75$ +7,28% 27.02.26 10:34 Uhr
Netflix

Verpasst Netflix mit dem geplatzten Warner-Merger eine historische Chance – oder beginnt jetzt erst die echte Wachstumstory?

Was bedeutet das Aus für den Netflix Merger?

Netflix hatte Anfang Dezember eine verbindliche Vereinbarung über rund 83 Milliarden US-Dollar für die Filmstudios, HBO/HBO Max und das Streaming-Geschäft von Warner Bros. Discovery geschlossen. Nun macht das Management um Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters einen klaren Rückzieher: Angesichts des als „überlegen“ eingestuften Angebots von Paramount Skydance sei der Deal „finanziell nicht mehr attraktiv“ und der geplante Netflix Merger damit vom Tisch. Stattdessen dürfte Paramount Skydance Warner Bros. Discovery inklusive TV-Sendern wie CNN und der hohen Verschuldung vollständig übernehmen. Für Netflix bleibt es bei einem strategischen „Nice to have“ statt einem „Must have“ – eine Botschaft, die an der Börse gut ankommt.

Im nachbörslichen Handel sprang die Aktie um fast 10 % nach oben, aktuell notiert Netflix bei rund 84,59 US-Dollar nach 82,70 US-Dollar am Vortag, vorbörslich werden sogar 90,75 US-Dollar (+7,28 %) bezahlt. Damit entfernt sich das Papier deutlich vom kürzlich gesehenen Jahrestief bei rund 76 US-Dollar, liegt aber noch klar unter dem 52-Wochen-Hoch um 133 US-Dollar. Der Markt preist ein, dass Netflix sich keine übermäßig teure Übernahme mit zusätzlicher Schuldenlast aufbürdet, sondern seine Bilanzstärke und Flexibilität bewahrt.

Netflix: Warum Paramount jetzt Warner übernimmt

Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery hat das verbesserte Gebot von Paramount Skydance formell als „überlegenes Angebot“ eingestuft, auch wenn er ursprünglich die Netflix-Transaktion bevorzugt hatte. Während Netflix nur die Studios und Streaming-Assets kaufen wollte, zielt Paramount auf den gesamten Konzern inklusive klassischer Linear-TV-Sender und übernimmt damit auch die komplette, milliardenschwere Verschuldung. Damit trägt Paramount künftig das volle Integrations- und Refinanzierungsrisiko – ein Punkt, der Investoren von Netflix ersichtlich beruhigt.

Für Netflix hätte ein erfolgreicher Netflix Merger mit Warner zwar zusätzliche Premium-Inhalte wie das Warner-Filmlabel und HBO in die Bibliothek gespült, gleichzeitig aber die Netto-Schulden schlagartig in Richtung 60 Milliarden US-Dollar katapultiert. Stattdessen bleibt es bei überschaubaren 5,5 Milliarden US-Dollar Verbindlichkeiten und einem sehr soliden Debt-to-EBITDA-Verhältnis von rund 0,5. On top erhält Netflix eine Break-up-Gebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar, die durch den siegreichen Paramount-Skydance-Deal ausgelöst wird – frisches Kapital, das ohne zusätzliche Verwässerung zur Verfügung steht.

Netflix, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Netflix Merger geplatzt – wie geht es strategisch weiter?

Mit dem gescheiterten Netflix Merger rückt nun wieder das Kerngeschäft in den Fokus. Netflix plant, rund 20 Milliarden US-Dollar in neue Inhalte zu investieren, leicht über dem bisherigen Niveau von etwa 17 Milliarden pro Jahr. Der Konzern will sein Portfolio klar über Streaming hinaus verbreitern – etwa durch Sportrechte (unter anderem NFL und WWE), Live-Events, Games und physische Erlebnisse. Damit positioniert sich der Marktführer im Wettbewerb gegen Branchengrößen wie Apple und andere Tech-Giganten, die ihre eigenen Entertainment-Ökosysteme aufbauen.

Zugleich wächst der Druck, neue Blockbuster-Franchises zu entwickeln. Erfolgsserien wie „Stranger Things“ sind ausgelaufen, „The Witcher“ verlor mit Henry Cavill sein Zugpferd und das jüngste „Bridgerton“-Kapitel zündete weniger stark. Vor dem Hintergrund generativer KI, die immer schneller „gut genug“-Content produziert, muss Netflix verstärkt auf exklusive, kulturell relevante Inhalte setzen, um sich von kostenlos verfügbaren KI-Videos abzuheben. Auch andere Branchengewinner wie NVIDIA investieren massiv in KI-Infrastruktur – Netflix setzt dem ein Content-first-Modell mit hoher Markenbindung entgegen.

Welche Folgen hat der Schritt für Anleger?

Analysten großer Investmenthäuser hatten die ursprünglichen M&A-Pläne von Netflix teils kritisch gesehen, vor allem wegen der Verschuldung und der Integrationsrisiken. Konkrete neue Ratings von Häusern wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital Markets zum abgeblasenen Deal liegen zwar noch nicht vor, doch der Kursausschlag spricht für eine Neubewertung des Chance-Risiko-Profils. Netflix bleibt mit seiner Reichweite, dem globalen Vertriebsnetz und der vergleichsweise sauberen Bilanz die Referenz im Streaming – auch wenn Wettbewerber wie Tesla und andere Tech-Konzerne mit eigenen Medienprojekten experimentieren.

„Diese Transaktion war immer ein ‚Nice to have‘ zum richtigen Preis, kein ‚Must have‘ um jeden Preis.“
— Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix

Fazit

Für Trader dürften die kommenden Tage von erhöhter Volatilität geprägt bleiben, da rund um Warner Bros. Discovery und Paramount Skydance weitere M&A-Schlagzeilen und Optionsaktivitäten erwartet werden. Langfristig orientierte Anleger bei Netflix können den geplatzten Netflix Merger dagegen als Signal interpretieren, dass Management und Aufsichtsrat Shareholder-Value über Expansions-Ego stellen.

Weiterführende Quellen

Maik Kemper
Über den Autor
Maik Kemper

Finanzjournalist und Trader mit über 10 Jahren Erfahrung an den Märkten. Spezialisiert auf Aktienanalyse, Forex und makroökonomische Zusammenhänge.