Springen die Silberpreis Futures jetzt über die 90-Dollar-Marke direkt in Richtung dreistelliger Kurse – oder droht der nächste Einbruch?
Wie treiben COMEX-Silberpreis Futures die Volatilität?
Am Terminmarkt verdichtet sich eine Konstellation, die viele Trader als potenziell explosiv einschätzen. Der Bereich um 90 US‑Dollar hat sich zuletzt als entscheidende Widerstandszone etabliert, an der der Markt wiederholt „an den Rand gerobbt“ ist, ohne einen nachhaltigen Ausbruch zu schaffen. Gleichzeitig sorgt der heutige First Notice Day dafür, dass Halter von Silberpreis Futures ihre physische Auslieferung beantragen können. Damit rückt das Verhältnis von verfügbarem physischem Silber zur tatsächlich eingeforderten Auslieferungsmenge in den Mittelpunkt – eine mögliche Quelle zusätzlicher Nervosität.
Analysten verweisen darauf, dass die Terminbörse COMEX ein starkes Interesse an geordneten Märkten hat, während spekulativ orientierte Anleger überwiegend auf steigende Kurse setzen. Diese Konstellation schafft ein Spannungsfeld, in dem schon kleine Nachrichten zu heftigen Ausschlägen führen können. Die jüngsten Kursbewegungen im Bereich um 87 bis 90 US‑Dollar wurden genau in diesem Licht interpretiert: als Test, ob der Markt genug Kraft für den Sprung in Richtung der dreistelligen Zone hat.
Welche Kursziele nennen Banken für silber?
Während technische Analysten im Chart von Silber eine dynamische Wellenstruktur identifizieren, werden auf der fundamentalen Seite zunehmend ambitionierte Kursziele diskutiert. In den Marktkommentaren wird ein Zielbereich von **100 bis 105 US‑Dollar** als zentrale Referenzmarke genannt, an dem erste größere Gewinnmitnahmen sinnvoll erscheinen könnten. Die jüngste Rallye aus dem Bereich um 71 US‑Dollar nach oben wird als Welle 3 einer größeren Aufwärtsbewegung gewertet, was Raum für weitere prozentuale Zugewinne lässt.
Investmentbanken wie Citigroup und Goldman Sachs betonen in ihren Rohstoffausblicken, dass Edelmetalle in einem Umfeld geopolitischer Spannungen und anhaltender Inflationssorgen strukturell profitieren können. RBC Capital Markets verweist auf das positive Momentum in Rohstoffindizes, in denen Silber gemeinsam mit Gold eine zentrale Rolle spielt. Im Tech-Sektor wird zudem argumentiert, dass die starke Nachfrage nach Chips von Schwergewichten wie NVIDIA und die Expansion in E‑Mobilität durch Unternehmen wie Tesla die industrielle Nachfrage nach Silber langfristig stützen könnten.

Silberpreis Futures und Charttechnik: Make-or-Break?
Aus technischer Sicht steht eine entscheidende Make-or-Break-Zone im Fokus. Nach einem markanten Tief, das als Startpunkt einer größeren Aufwärtswelle gesehen wird, wurde zunächst eine Welle 1 gebildet, gefolgt von einer Korrekturwelle 2. Die anschließende Welle 3 hat den Markt wieder über die Marke von 90 US‑Dollar geführt. Solange die definierte Make-or-Break-Linie im Bereich früherer Tiefs nicht unterschritten wird, bleibt das bullische Szenario mit Kurschancen bis mindestens 100 US‑Dollar intakt.
Intraday zeigt sich jedoch eine heikle Lage: Um 91,30 US‑Dollar hat sich ein möglicher Doppeltop ausgebildet, der als kurzfristige Hürde fungiert. Wird dieses Hoch in den nächsten Stunden überwunden, wäre der Weg nach oben technisch geöffnet. Scheitert der Ausbruch, droht eine ABC‑Korrektur, in deren Worst-Case-Szenario Kurse „unter 40“ US‑Dollar denkbar wären. Besonders an Tagen wie dem First Notice Day können falsche Ausbrüche (Bullentrappen) Trader in den Markt locken, bevor große Adressen ihre Long-Positionen in großem Stil in Short-Engagements drehen und so eine Abwärtskaskade auslösen.
Was bedeutet die Nervosität für Anleger?
Die jüngste Bewegung im iShares Silver Trust von 80,04 auf 80,45 US‑Dollar, kombiniert mit einem vorbörslichen Sprung auf 83,41 US‑Dollar, spiegelt das gestiegene Risikoappetit vieler Marktteilnehmer wider. Gleichzeitig warnen erfahrene Marktbeobachter ausdrücklich vor Gier und FOMO: Gerade im Umfeld hoher Hebel und enger Spannen bei Silberpreis Futures können plötzliche Richtungswechsel erhebliche Verluste verursachen. Professionelle Trader verweisen deshalb auf die Bedeutung klar definierter Risikomarken und Stop-Niveaus, statt blind einem vermeintlichen „sicheren“ Bruch über 90 oder 100 US‑Dollar hinterherzulaufen.
Für taktisch agierende Anleger spielt die kurzfristige Range zwischen dem jüngsten Tageshoch und dem jüngsten Tagestief eine zentrale Rolle. Innerhalb dieser Spanne entscheidet sich, ob der Markt die Rallye fortsetzt oder eine tiefergehende Konsolidierung einleitet. Langfristig orientierte Investoren, darunter große Vermögensverwalter und Rohstofffonds, sehen Silber weiterhin als Diversifikationsbaustein neben wachstumsstarken Technologiewerten wie Apple oder NVIDIA.
„Gier und FOMO kann alles zerstören – gerade an solch verhängnisvollen Tagen wie dem First Notice Day bei Silber.“
— Ein Rohstoff-Analyst aus dem Edelmetallhandel
Fazit
Die aktuelle Gemengelage bei Silberpreis Futures verbindet hohe Volatilität mit klar definierten charttechnischen Marken rund um 90 bis 100 US‑Dollar. Für Anleger bedeutet das attraktive Chancen, aber ebenso erhöhte Anforderungen an Disziplin, Positionsgröße und Risikomanagement. Wer die Make-or-Break-Zonen respektiert und nicht der FOMO hinterherläuft, kann Silber als spannenden Baustein in einem diversifizierten Rohstoff- und Aktienportfolio nutzen.
Weiterführende Quellen
- Silver market overview (Reuters)
- Global Precious Metals Outlook 2026 (Goldman Sachs)
- Silver in industrial demand and ETFs (Bloomberg)
- Silberpreis bei Yahoo Finance (Yahoo Finance)

