Trotz verfehlter Quartalszahlen und gesenkter Jahresprognose legt die Sweetgreen-Aktie zu – ein Zeichen der Hoffnung oder eine Falle für Anleger?
Welche Rolle spielt der Cyclospora-Ausbruch für die Sweetgreen Prognose?
Ein wesentlicher Faktor für die verschlechterte Sweetgreen Prognose ist der Cyclospora-Ausbruch, der Mitte Juli begann. Obwohl Sweetgreen nach eigenen Angaben nicht direkt von diesem Ausbruch betroffen ist und keinen Eisbergsalat verwendet, der als Ursache identifiziert wurde, hat die allgemeine Verunsicherung der Verbraucher bezüglich frischer Produkte den Kundenverkehr merklich reduziert. Die Geschäftsführung betonte, dass das Tempo und der Zeitpunkt einer Erholung unsicher bleiben. Zusätzlich zu den Cyclospora-Bedenken musste Sweetgreen Jalapeños eines Lieferanten zurückrufen, der mit einem Salmonellen-Ausbruch in Verbindung gebracht wird, was die Situation weiter verschärft.Die Auswirkungen dieser Ereignisse sind bereits spürbar. Im Juli sanken die vergleichbaren Umsätze um 600 Basispunkte. Dies führte dazu, dass Sweetgreen seine Jahresprognose für die vergleichbaren Umsätze von einem Rückgang von 2-4 % auf nunmehr 7-8 % nach unten korrigierte. Auch die Erwartungen für das bereinigte EBITDA wurden drastisch angepasst: Statt eines erwarteten Gewinns von 1-6 Millionen US-Dollar rechnet das Unternehmen nun mit einem Verlust zwischen 23 und 27 Millionen US-Dollar.Wie reagieren Analysten auf die Sweetgreen Prognose?
Die Reaktion der Analysten ließ nicht lange auf sich warten. Nach Bekanntgabe der Zahlen senkten mehrere Investmentbanken ihre Kursziele für Sweetgreen. TD Cowen reduzierte sein Kursziel auf lediglich 5 US-Dollar, unter Verweis auf bereits schwache Umsätze vor dem Cyclospora-Ausbruch. Auch Oppenheimer, DA Davidson und UBS passten ihre Kursziele nach unten an. Sie verdoppelten im Wesentlichen ihre Erwartungen für die Umsatzverlangsamung des Jahres.Positiv hervorzuheben ist, dass Sweetgreen im zweiten Quartal einige interne Verbesserungen verzeichnen konnte. Der Rückgang des Kundenverkehrs verlangsamte sich auf 2 %, und das Unternehmen konnte im Juni einen flachen Kundenverkehr erreichen. Dies war teilweise auf die nationale Einführung von Wraps zurückzuführen, die günstiger als die Bowls sind, und auf Preisnachlässe. Trotz dieser positiven Ansätze unter der Haube, die von Analysten wie DA Davidson als gute Zeichen für die Turnaround-Bemühungen gewertet wurden, wurde die Verbesserung des Kundenverkehrs durch die aktuellen Gesundheitsbedenken ausgebremst.Die Aktie von Sweetgreen notierte zuletzt bei 5,38 US-Dollar, nachdem sie am Vortag bei 5,87 US-Dollar geschlossen hatte. Der aktuelle Kursrückgang von über 8 % spiegelt die Enttäuschung der Anleger über die gesenkte Sweetgreen Prognose und die anhaltenden Herausforderungen wider. Das Unternehmen, das seit dem Herbst 2024 eine schwierige Phase durchläuft, bleibt weiterhin unprofitabel, was Fragen zur Bonität aufwirft.Management äußerte sich zuversichtlich bezüglich des langfristigen Plans, räumte aber ein, dass die aktuellen Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen. Die Bemühungen, den Kundenverkehr durch günstigere Menüpunkte wiederzubeleben, wurden durch die jüngsten Ereignisse konterkariert. Die Unsicherheit über die Dauer und das Ausmaß der Verbraucherzurückhaltung gegenüber frischen Produkten bleibt eine große Herausforderung für Sweetgreen.„Unsere Ergebnisse sind nicht da, wo sie sein müssen, aber die Fortschritte, die wir im zweiten Quartal gesehen haben, bestärken uns in dem Vertrauen, dass der Plan funktioniert.“— Sweetgreen Management
Sweetgreen, Inc. hat mit enttäuschenden Q2-Zahlen und einer deutlich gesenkten Jahresprognose, primär aufgrund von Lebensmittelsicherheitsbedenken, zu kämpfen. Für Anleger bedeutet dies erhöhte Unsicherheit und eine Neubewertung des Turnaround-Potenzials des Unternehmens. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob Sweetgreen das Vertrauen der Konsumenten zurückgewinnen und seine Sweetgreen Prognose wieder anheben kann.



