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Nahaufnahme eines D-Wave Quantencomputers mit leuchtenden Prozessoren, symbolisiert die D-Wave Quantum Partnerschaft.
QBTS
AktienGlobal

D-Wave Quantum Partnerschaft: Neue Allianz und 61% unter 52W-Hoch

QBTS D-Wave Quantum Inc.
$16.88 -0.75 (-4.27%)
Mkt Cap
P/E (FWD)
Yield
52W High
18.92

Trotz einer neuen strategischen Partnerschaft und wachsendem Auftragsbestand notiert die D-Wave Quantum Aktie 61 Prozent unter ihrem Jahreshoch – ist das eine Kaufgelegenheit?

Erwähnte Aktien
QBTS
Kurs bei Erstellung · 16,92$ +0,09%
D-Wave Quantum Inc.

Was steckt hinter der neuen D-Wave Quantum Partnerschaft?

Der Quantencomputer-Spezialist D-Wave Quantum (QBTS) hat eine strategische Go-to-Market-Partnerschaft mit dem kanadischen IT-Outsourcer CGI unterzeichnet. Die Vereinbarung zielt auf Quantenoptimierungslösungen für Unternehmenskunden ab. Beide Seiten versprechen sich davon einen schnelleren Zugang zu kommerziellen Anwendungen. Die Nachricht sorgte am Markt für Aufmerksamkeit, auch wenn die konkreten finanziellen Auswirkungen zunächst unklar bleiben. Die Aktie notiert aktuell bei 16,91 US-Dollar und damit rund 61 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Die Quartalszahlen offenbaren eine Kluft

Die Zahlen des zweiten Quartals 2026 zeigen ein gespaltenes Bild. Der Umsatz lag bei 3,1 Millionen US-Dollar und damit praktisch auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Der bereinigte EBITDA-Verlust weitete sich dagegen auf 37,1 Millionen US-Dollar aus – ein Anstieg um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Management begründet die höheren Ausgaben mit beschleunigter Produktentwicklung und verstärkten Vertriebsaktivitäten. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 6,5 Milliarden US-Dollar wird kaum etwas vom heutigen Geschäft bezahlt. Der Preis spiegelt vielmehr die Erwartung wider, was die Quantencomputer des Unternehmens künftig einmal abwerfen könnten. Die operative Marge liegt auf Zwölfmonatsbasis bei etwa -1.370 Prozent, verglichen mit einem Dreijahresdurchschnitt von rund -750 Prozent.

D-Wave Quantum Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - September 2026

Der Auftragsbestand wächst deutlich

Trotz der Verluste gibt es operative Fortschritte. AT&T hat eine bestehende Vereinbarung ausgeweitet, um die Technologie des Unternehmens auf Optimierungsprobleme im Netzbetrieb anzuwenden. Eine erste Anwendung verkürzte einen Prozess von etwa einer Stunde auf unter 15 Sekunden. Die Florida Atlantic University erwarb einen Annealing-Quantencomputer für 20 Millionen US-Dollar. Insgesamt beliefen sich die Buchungen im ersten Halbjahr auf 35,5 Millionen US-Dollar, nach 2,9 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Das Management erwartet weiterhin die Auslieferung von zwei Systemen im verbleibenden Jahr 2026, beide wahrscheinlich im vierten Quartal. Die Gate-Model-Maschinen stehen dagegen noch weiter in der Zukunft: Zwei Regierungsaufträge generieren bereits erste Einnahmen, nennenswerte Umsätze aus dem Zugangsverkauf werden aber erst ab 2032 erwartet. Die liquiden Mittel lagen Ende Juni 2026 bei 546,2 Millionen US-Dollar.

Wie anfällig ist die Aktie für Rückschläge?

Die Kurshistorie zeigt eine hohe Volatilität. In fünf Marktschocks seit 2022 fiel die Aktie im Durchschnitt um 51 Prozent vom Höchststand zum Tiefststand, während der S&P 500 im selben Zeitraum um 13 Prozent nachgab. Der schlimmste Einbruch war ein Rückgang von 73 Prozent während des Zinsschocks Ende 2023. Über die gesamte Handelsgeschichte betrug der maximale Drawdown etwa 97 Prozent. Für Anleger bedeutet das: Eine Position, die ein Zehntel des Portfolios ausmacht, würde in einem solchen Szenario rund zehn Prozent des Gesamtwerts kosten. Bei einem Fünftel wären es etwa 20 Prozent. D-Wave Quantum gehört damit nicht zu den Titeln, die in Marktabschwüngen weniger stark fallen als der Gesamtmarkt.

Warum profitiert die Aktie vom IonQ-Hype?

Am Mittwochmorgen legten die Quantenwerte breit zu, nachdem IonQ zwei eigene Ankündigungen veröffentlicht hatte. Das Unternehmen meldete einen Durchbruch bei der Fehlerkorrektur: einen Echtzeit-Decoder, der auf einer einzigen handelsüblichen CPU läuft. Zusätzlich wird IonQs Superion-256-System die erste Vor-Ort-Installation im Accelerated Quantum Research Center von NVIDIA werden. Die IonQ-Aktie sprang um elf Prozent auf 45,29 US-Dollar. D-Wave Quantum stieg um fünf Prozent auf 18,38 US-Dollar, ohne eigene Neuigkeit. Rigetti Computing legte um vier Prozent zu. Der Defiance Quantum ETF gab dagegen leicht um 0,3 Prozent nach. Die Kursgewinne von D-Wave Quantum und Rigetti speisten sich also aus dem Sog der IonQ-Nachrichten, nicht aus eigenen Katalysatoren. Solche Mitläufer-Gewinne sind anfällig für schnelle Umkehrungen.

Welche Risiken bleiben für Anleger?

Die Bewertung des Unternehmens hängt stark von Erwartungen ab, die weit in der Zukunft liegen. Während der Auftragsbestand wächst und Partnerschaften wie die mit CGI neue Vertriebskanäle eröffnen, bleibt der Weg zur Profitabilität lang. Die Ausgaben steigen schneller als die Umsätze. Anleger sollten die hohe Volatilität und die historisch tiefen Drawdowns im Blick behalten. Die nächsten Quartalszahlen und die Auslieferung der beiden Systeme im vierten Quartal dürften entscheidend dafür sein, ob sich der operative Trend verbessert.

D-Wave Quantum zwischen CHIPS-Act-Finanzierung und Marktkorrektur

Erst vor wenigen Wochen sorgte eine 100 Millionen Dollar schwere Finanzierung im Rahmen des CHIPS Act für Auftrieb: Die D-Wave Quantum Finanzierung durch den CHIPS Act trieb die Aktie damals um 5,9 Prozent nach oben. Während der Quantenpionier weiter um den Durchbruch zur Profitabilität ringt, zeigt der Blick auf die Halbleiterbranche, wie schnell sich die Stimmung drehen kann: Die Intel-Analyse nach der jüngsten Rekordrally verdeutlicht, dass auch etablierte Technologiewerte nach starken Kursgewinnen anfällig für Korrekturen bleiben.

We will work with D-Wave to bring quantum optimization solutions to enterprise customers.
— CGI
Fazit

D-Wave Quantum hat mit CGI einen neuen Vertriebspartner gewonnen und wächst beim Auftragsbestand deutlich, während der Umsatz stagniert und die Verluste steigen. Für Anleger bleibt die Aktie ein hochriskantes Investment, das stark von langfristigen Erwartungen getrieben wird und historisch extreme Rückschläge erlitten hat. Die Auslieferung der beiden Systeme im vierten Quartal und die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, ob der operative Trend hält.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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