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Lufthansa Quartal: Aktie bricht um 8,8% nach Gewinn-Einbruch ein
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Lufthansa Quartal: Aktie bricht um 8,8% nach Gewinn-Einbruch ein

LHA.DE Deutsche Lufthansa AG
€8.48 -0.76 (-8.23%)
Mkt Cap
P/E (FWD)
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52W High
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Kann die Lufthansa Group die Turbulenzen des zweiten Quartals überwinden oder droht der Aktie ein längerer Sinkflug?

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Kurs bei Erstellung · 8,39€ -8,83%
Deutsche Lufthansa AG

Warum das Lufthansa Quartal die Erwartungen verfehlte?

Die Folgen des Iran-Kriegs und interne Streiks haben die Lufthansa im zweiten Quartal 2026 teuer zu stehen kommen. Konzernchef Carsten Spohr räumte ein, dass ein Gewinnrückgang für 2026 nun möglich sei. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro, während der Überschuss sogar um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro einbrach. Analysten hatten im Schnitt deutlich mehr erwartet. Die Aktie der Lufthansa Group verlor im frühen Handel am Dienstag bis zu 11 Prozent und notierte bei 8,39 Euro, ein Minus von 8,83 Prozent gegenüber dem Vortag.

Ein Hauptgrund für den Gewinneinbruch waren die immens gestiegenen Kerosinpreise, die den Konzern mit rund 750 Millionen Euro zusätzlich belasteten. Obwohl die Lufthansa Group mehr als 80 Prozent ihres Bedarfs mit Finanzprodukten abgesichert hatte, konnten die Mehrkosten nicht vollständig kompensiert werden. Finanzchef Till Streichert erklärte, dass etwa 60 Prozent der höheren Kerosinkosten durch höhere Ticketpreise ausgeglichen werden konnten. Hinzu kamen Belastungen von rund 150 Millionen Euro durch sechs Streiktage im April.

Lufthansa senkt Jahresziele und Kapazitätsplanung

Angesichts dieser Entwicklungen hat die Lufthansa ihre Jahresprognose für das bereinigte EBIT für 2026 korrigiert und erwartet nun einen Wert zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Zuvor hatte Spohr noch ein „deutlich“ über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro liegendes Ergebnis in Aussicht gestellt. Am unteren Ende der neuen Spanne wäre somit ein Gewinnrückgang möglich. Auch die Kapazitätsplanung wurde angepasst: Statt eines ursprünglich geplanten Wachstums von bis zu vier Prozent, soll das Flugangebot der Passagierairlines im Gesamtjahr nur noch auf Vorjahresniveau liegen.

Die Reduzierung des Flugangebots ist auch auf die vorzeitige Einstellung der Regionaltochter Lufthansa Cityline zurückzuführen, wodurch rund 20.000 Europaflüge im Sommerflugplan gestrichen wurden. Konzernweit sank die Zahl der Fluggäste dadurch um vier Prozent auf 35,6 Millionen. Während die Frachttochter Lufthansa Cargo und die Wartungssparte Lufthansa Technik ihre bereinigten operativen Gewinne steigern konnten, litten die Netzwerk-Airlines unter den hohen Treibstoffpreisen und Streiks, was zu einem operativen Gewinn von nur 137 Millionen Euro führte – fast eine halbe Milliarde weniger als im Vorjahr.

Analysten reagieren auf das Lufthansa Quartal

Die Analystengemeinde reagierte prompt auf die Zahlen und die gesenkten Prognosen. JPMorgan belässt die Einstufung für Lufthansa mit einem Kursziel von 8 Euro auf „Neutral“. Analyst Harry Gowers rechnet mit Kursschwäche, da das zweite Quartal die Erwartungen verfehlt und die Jahresziele aufgrund höherer Treibstoffkosten gesunken seien. Auch Bernstein Research bestätigte ihr „Market-Perform“-Rating mit einem Kursziel von 10 Euro. Alex Irving von Bernstein Research hob hervor, dass das bereinigte operative Ergebnis die Konsensschätzung um sechs Prozent verfehlt habe, teilweise bedingt durch Streiks.

Die Deutsche Bank Research beließ ihr Kursziel bei 8 Euro und die Einstufung auf „Hold“. Analyst Jaime Rowbotham wies darauf hin, dass die Bestätigung des Free-Cashflow-Ziels trotz des gestutzten Investitionsplans die Aktie belasten könnte. Die Schweizer Großbank UBS bestätigte ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 11 Euro, rechnet aber nach den etwas schwächer ausgefallenen Quartalszahlen und Aussagen zum Gesamtjahr mit einem gewissen Druck auf die Aktie. Ein Analyst sieht den aktuellen Kursrückgang von bis zu zehn Prozent als Überreaktion, da die Lufthansa strukturell unterbewertet bleibe.

Wir schauen heute auf ein anspruchsvolles zweites Quartal zurück, das erneut von Krisen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt war. Trotz unserer nochmals verbesserten Auslastung und deutlich gesteigerten Durchschnittserlösen konnten die signifikant gestiegenen Treibstoffkosten nicht vollständig kompensiert werden.
— Carsten Spohr, Konzernchef Lufthansa Group
Fazit

Das zweite Lufthansa Quartal 2026 war für die Lufthansa Group von erheblichen Belastungen durch hohe Kerosinpreise und Streiks geprägt, was zu einem deutlichen Gewinneinbruch und einer gesenkten Jahresprognose führte. Für Anleger bedeutet dies eine erhöhte Unsicherheit, da die Aktie unter Druck gerät und Analysten mit weiteren Kursschwankungen rechnen. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich die Lage stabilisiert und die Lufthansa die Herausforderungen erfolgreich meistern kann, um die Erwartungen wieder zu erfüllen.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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