Können die spektakulären neuen RTX Quartalszahlen den Rüstungsgiganten dauerhaft auf diesem extremen Rekordniveau halten oder droht bald ein herber Rückschlag?
Wie fielen die RTX Quartalszahlen im Detail aus?
Die am Donnerstag präsentierten RTX Quartalszahlen überzeugten auf ganzer Linie. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 24,71 Milliarden US-Dollar, während das organische Wachstum sogar bei beeindruckenden 16 Prozent lag. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Umsatz von 22,89 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Noch deutlicher fiel die Überraschung beim Gewinn aus: Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) kletterte um 21 Prozent auf 1,89 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,66 US-Dollar deutlich. Der GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 1,57 US-Dollar. Der Nettogewinn stieg um 29 Prozent auf 2,14 Milliarden US-Dollar. Auch die Cashflow-Generierung überzeugte die Anleger. Der operative Cashflow erreichte im abgelaufenen Quartal 3,55 Milliarden US-Dollar, während der freie Cashflow starke 2,88 Milliarden US-Dollar betrug. Diese finanzielle Stärke ermöglicht es dem Konzern, weiterhin massiv in seine Produktionskapazitäten und technologische Innovationen zu investieren.
Welche Sparten treiben das Wachstum der RTX Corporation an?
Ein wesentlicher Treiber für die starken Ergebnisse war die Rüstungssparte Raytheon. Der Umsatz dieses Segments legte um 18 Prozent auf 8,27 Milliarden US-Dollar zu. Die Nachfrage nach Land- und Luftverteidigungssystemen wie dem Patriot-System, Standard Missiles und AMRAAM-Lenkwaffen ist weltweit extrem hoch. Allein im zweiten Quartal verbuchte Raytheon Aufträge im Wert von fast 20 Milliarden US-Dollar. Damit setzt sich der Konzern erfolgreich gegen Wettbewerber wie Lockheed Martin durch.
Auch die Triebwerkssparte Pratt & Whitney glänzte mit einem Umsatzplus von 16 Prozent auf 8,90 Milliarden US-Dollar. Hier profitierte der Konzern vor allem von einem starken kommerziellen Ersatzteilgeschäft (Aftermarket), das um 25 Prozent zulegte. Gleichzeitig macht das Unternehmen Fortschritte bei der Bewältigung der Probleme mit den GTF-Triebwerken. Die Zahl der am Boden verbleibenden Flugzeuge sank im ersten Halbjahr um 25 Prozent, gestützt auf eine Steigerung des MRO-Ausstoßes um 40 Prozent. Die Sparte Collins Aerospace, die wichtige Komponenten für Airbus und Boeing liefert, steigerte ihren Umsatz um 8 Prozent auf 8,21 Milliarden US-Dollar. Der gesamte Auftragsbestand von RTX erreichte mit 289 Milliarden US-Dollar einen historischen Rekordwert.
Warum heben Analysten die Umsatz- und Gewinnprognosen an?
Aufgrund der starken Dynamik im ersten Halbjahr hat das Management die Prognose für das Gesamtjahr spürbar angehoben. RTX erwartet nun einen bereinigten Jahresumsatz zwischen 95 und 96 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 7,10 und 7,25 US-Dollar liegen, was deutlich über der bisherigen Schätzung der Analysten von 6,92 US-Dollar liegt.
Finanzexperten von J.P. Morgan und Jefferies hoben in ersten Kommentaren zu den RTX Quartalszahlen die unerwartet starke Margenentwicklung und die robuste operative Umsetzung hervor. Trotz kleinerer logistischer Herausforderungen in der Lieferkette normalisieren sich die Materiallieferungen im Rüstungsbereich zusehends. Zudem sorgt die überparteiliche Unterstützung im US-Kongress für steigende Verteidigungsausgaben für zusätzliche Planungssicherheit. Auch international wächst das Geschäft rasant: Die internationalen Aufträge von Raytheon haben sich im ersten Halbjahr auf über 10 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die hervorragenden RTX Quartalszahlen das Fundament für eine Fortsetzung des Wachstumskurses gelegt haben. Für Anleger bleibt die Aktie dank des gigantischen Auftragsbestands und der angehobenen Jahresziele ein hochattraktives Investment im Rüstungs- und Luftfahrtsektor. Die kommenden Quartale dürften zeigen, ob RTX das hohe Tempo bei der Auslieferung kritischer Systeme beibehalten kann.
Wie beeinflusst das die RTX Corporation-Aktie?
RTX hat im zweiten Quartal mit einem organischen Umsatzwachstum von 16 Prozent sehr starke Ergebnisse erzielt. Die Nachfrage ist weiterhin robust, und unser Auftragsbestand ist im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent gestiegen.— Chris Calio
Die hervorragenden Ergebnisse im zweiten Quartal untermauern die starke Marktposition des Rüstungsgiganten. Bereits vor den Zahlen zeichnete sich eine dynamische Entwicklung ab, wie der jüngste RTX Navy Auftrag über 1,8 Milliarden Dollar zeigt, der den anhaltenden Rüstungs-Boom eindrucksvoll untermauert.



