Kann der aktuelle NVIDIA Rekord dank KI-Boom und neuen Partnerschaften anhalten – oder zieht Alphabet an den Chip-Giganten vorbei?
Warum bleibt der NVIDIA Rekord im Fokus?
Der NVIDIA Rekord speist sich vor allem aus der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Chips. Hyperscaler und Cloud-Konzerne investieren weiter massiv in Rechenzentren, beschleunigte Server und sogenannte AI Factories. NVIDIA gilt dabei mit einem Marktanteil von rund 80% bei KI-Beschleunigern als klarer Taktgeber. Die Aktie liegt mit 219,44 Dollar sogar leicht über dem zuletzt vielfach genannten bisherigen Allzeithoch von 217,80 Dollar und untermauert damit den Eindruck neuer Bestmarken bei Kurs und Marktkapitalisierung. Zugleich zeigt der minimale nachbörsliche Rückgang um 0,02%, dass Investoren nach dem starken Lauf kurzfristig auch Gewinne sichern.
Im Halbleitersektor ist die Dynamik breit abgestützt. Der PHLX Semiconductor Sector Index hat im vergangenen Monat stark zugelegt, während Speicher-, Ausrüster- und CPU-Werte ebenfalls profitieren. Dennoch bleibt NVIDIA das Symbol des gesamten Booms, weil das Unternehmen sowohl beim Training als auch zunehmend bei Inference-Anwendungen der Maßstab ist.
Wie wichtig sind neue Partnerschaften von NVIDIA?
Operativ setzt NVIDIA auf den Ausbau seines Ökosystems. Besonders beachtet wurde die mehrjährige Partnerschaft mit Corning. Gemeinsam wollen beide Unternehmen die US-Produktion optischer Verbindungstechnik für KI-Infrastruktur ausbauen. Corning plant dafür eine deutliche Kapazitätserweiterung bei Glasfaser- und Konnektivitätsprodukten. Für NVIDIA ist das strategisch wichtig, weil in großen KI-Clustern nicht nur GPUs, sondern auch Netzwerke, Glasfaser und optische Komponenten zum Engpass werden können.
Hinzu kommt die Vereinbarung mit IREN. Geplant ist der Aufbau von bis zu 5 Gigawatt DSX-orientierter KI-Infrastruktur in Rechenzentren. Das umfasst einen 3,4-Milliarden-Dollar-Vertrag für AI-Cloud-Leistungen sowie eine Option für NVIDIA, IREN-Aktien im Wert von bis zu 2,1 Milliarden Dollar zu erwerben. Der Deal stärkt die Stellung von NVIDIA im Infrastrukturmarkt, auch wenn JPMorgan die Struktur kritisch sieht und trotz angehobenem Kursziel bei IREN auf Underweight bleibt. Die Bank verweist auf mögliche zirkuläre Ökonomie und unklare GPU-Zuteilungen.
Kann Alphabet den NVIDIA Rekord gefährden?
Im Rennen um den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt rückt Alphabet näher. Der Abstand bei der Marktkapitalisierung liegt nur noch bei wenigen hundert Milliarden Dollar. Während NVIDIA bei rund 5,2 bis 5,3 Billionen Dollar gesehen wird, kommt Alphabet auf etwa 4,8 Billionen Dollar. Auffällig ist, dass Alphabet in den vergangenen sechs Monaten an der Börse stärker zugelegt hat als NVIDIA. Das nährt die Debatte, ob ein breiter diversifizierter Konzern im nächsten Schritt mehr Vertrauen erhält als ein Unternehmen, dessen Investmentstory stark am KI-Infrastrukturzyklus hängt.
Genau darin liegt aber auch die Stärke von NVIDIA. Viele Softwarefirmen ringen noch damit, KI in hohe Margen zu übersetzen, während Infrastruktur-Anbieter bereits kassieren. Analyst Cody Acree von Benchmark bleibt deshalb bullish und sieht 250 Dollar als nächstes mögliches Ziel. Vor den Zahlen am 20. Mai wetten viele am Markt erneut auf ein klassisches Beat-and-Raise-Szenario.
Was bedroht den NVIDIA Rekord dennoch?
Trotz aller Euphorie gibt es Risiken. Meta und andere Hyperscaler entwickeln eigene Chips, um ihre Abhängigkeit von NVIDIA zu reduzieren. Auch AMD und spezialisierte Anbieter wie Cerebras greifen den Markt an. In China versucht Huawei mit der Ascend-Serie eine heimische Alternative aufzubauen. Dazu kommen geopolitische Beschränkungen bei Exporten nach China sowie praktische Hürden beim Bau neuer Rechenzentren, etwa Strom- und Wasserverfügbarkeit.
Auch die Lieferkette bleibt sensibel. Moderne 3- und 5-Nanometer-Prozesse für Blackwell- und künftige Rubin-GPUs belasten die Kapazitäten von TSMC und erhöhen den Bedarf an kritischen Materialien wie Helium. Das zeigt: Der NVIDIA Rekord hängt nicht nur an Nachfrage, sondern ebenso an der Fähigkeit, diese Nachfrage zuverlässig zu bedienen.
Unterm Strich bleibt der NVIDIA Rekord mehr als ein Kursphänomen: Er spiegelt die Schlüsselrolle des Konzerns im weltweiten KI-Ausbau. Für Anleger zählt nun vor allem, ob NVIDIA die hohe Erwartung mit den Zahlen am 20. Mai erneut bestätigt und den Vorsprung gegenüber Alphabet verteidigt.
Wie beeinflusst das die NVIDIA Corporation-Aktie?
The next industrial revolution has begun.— Jensen Huang
Wer die jüngsten Infrastruktur-Impulse einordnen will, findet im Beitrag zum NVIDIA-IREN-Deal und seiner Bedeutung für den Milliardenmarkt zusätzliche Details. Spannend ist daneben auch der Blick auf den Sektor: Der Artikel über Rigetti Computing und die Rallye-Chancen im Quantenumfeld zeigt, wie stark Investoren inzwischen auf die nächste Rechenwelle neben klassischen KI-Chips setzen.



