Die FDA hat Modernas mRNA-Grippeimpfstoff mFlusiva zugelassen – doch warum fiel die Aktie des Unternehmens trotz dieser positiven Nachricht?
Moderna Zulassung: Ein Meilenstein für die mRNA-Technologie
Die Entscheidung der Food and Drug Administration (FDA) vom Mittwochabend, Modernas mRNA-Grippeimpfstoff mFlusiva für Personen ab 50 Jahren zu genehmigen, ist ein klares Signal für die weitere Etablierung der mRNA-Plattform. Diese Zulassung ist die fünfte globale und vierte FDA-genehmigte Produktfreigabe für Moderna und unterstreicht die Innovationskraft des Unternehmens. Der Impfstoff nutzt die gleiche Boten-RNA-Technologie wie die COVID-19-Impfstoffe von Moderna, die den Körper anweist, Proteine zur Immunantwort gegen Viren zu produzieren.
Die Genehmigung erfolgte nach monatelangem Hin und Her, nachdem die FDA im Februar zunächst die Prüfung des Impfstoffs abgelehnt hatte. Damals wurde die Methodik der klinischen Studien kritisiert, da Moderna seinen Impfstoff gegen einen Standard-Grippeimpfstoff und nicht gegen den von der FDA für ältere Erwachsene empfohlenen Fluzone High-Dose getestet hatte. Eine schnelle Kehrtwende der Behörde, nur zwei Tage nach der Ablehnung, und eine einstimmige Empfehlung eines Beratungsausschusses im Juni ebneten schließlich den Weg für die Zulassung.
Warum fiel die Moderna-Aktie trotz der guten Nachrichten?
Obwohl die Moderna Zulassung ein großer Erfolg ist, fielen die Aktien des Unternehmens am Donnerstag um 3,4 % auf 54,35 US-Dollar, nachdem sie im vorbörslichen Handel zunächst gestiegen waren. Ein Hauptgrund für den Rückgang ist die Erwartung, dass mFlusiva erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 nennenswerte Einnahmen generieren wird. Moderna hat die wichtigen vor-saisonalen Vertrags- und Einkaufszyklen für die aktuelle Grippesaison 2026/2027 verpasst. Analysten wie Myles Minter von William Blair gehen davon aus, dass der Beitrag zum Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2026 minimal sein wird.
Ein weiterer Faktor ist der technische Widerstand. Die Aktie stieß an ihren 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 59 US-Dollar, was als starkes technisches Hindernis angesehen wird. Obwohl die Aktie Anfang Juli einen deutlichen Anstieg verzeichnete, als Anleger aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz in den Gesundheitssektor umschichteten, befindet sich die Moderna-Aktie seither in einem Abwärtstrend. Die Marktbewegung deutet darauf hin, dass die Anleger den langfristigen Nutzen der Zulassung noch nicht vollständig in den aktuellen Kurs eingepreist haben.
Was bedeutet die Moderna Zulassung für die Zukunft?
Die Zulassung von mFlusiva ist ein entscheidender Schritt in Richtung eines kombinierten COVID-Grippe-Impfstoffs, dessen Prüfung Moderna im vergangenen Jahr aufgrund zusätzlicher Datenanforderungen zurückgezogen hatte. Diese Entwicklung validiert die mRNA-Technologie von Moderna zusätzlich, die in der Vergangenheit auch auf Widerstand gestoßen ist, unter anderem durch Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der 2025 die Streichung von Bundesverträgen für mRNA-Impfstoffe im Wert von rund 500 Millionen US-Dollar veranlasste.
Der neue Impfstoff wird mit etablierten Produkten von Sanofi, GSK, CSL Seqirus und AstraZeneca konkurrieren. Der Vorteil der mRNA-Technologie liegt in ihrer schnellen Anpassungsfähigkeit an neue Virusstämme, was eine schnellere Produktion von Impfstoffen ermöglicht – ein entscheidender Vorteil gegenüber traditionellen, eibasierten Methoden. Moderna plant die Markteinführung von mFlusiva für die Grippesaison 2026/2027 und erwartet, dass der Impfstoff eine wichtige neue Option für ältere Amerikaner darstellen wird, wie CEO Stéphane Bancel betonte.
Herausforderungen und Ausblick für Moderna
Trotz der positiven Zulassung gibt es auch Herausforderungen. Die klinischen Studien zeigten, dass der Moderna-Grippeimpfstoff höhere Raten an Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen verursachte als die bereits verfügbaren Impfstoffe. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten bei 2,2 % der mRNA-Impfstoff-Empfänger auf, verglichen mit 1,9 % bei der Kontrollgruppe. Diese Aspekte könnten die Akzeptanz des Impfstoffs beeinflussen.
Die Einnahmen von Moderna werden weiterhin maßgeblich von den COVID-19-Impfstoffen Spikevax und mNEXSPIKE bestimmt. Die Diversifizierung durch mFlusiva ist jedoch entscheidend, um die Abhängigkeit vom COVID-Geschäft zu reduzieren und das langfristige kommerzielle Potenzial der mRNA-Technologie zu demonstrieren. William Blair behält sein „Market Perform“-Rating für Moderna bei, während weitere Testergebnisse für den Melanom-Impfstoff in Partnerschaft mit Merck abgewartet werden.
Moderna navigiert durch Marktvolatilität nach Zulassungserfolg
Die aktuelle Moderna Zulassung des Grippeimpfstoffs mFlusiva zeigt die Innovationskraft des Unternehmens, doch die Aktie bleibt volatil. Dies steht im Kontext früherer Herausforderungen, wie sie in „Moderna Quartalszahlen: -5% Crash trotz Umsatz-Boom und Pipeline-Hoffnung“ beleuchtet wurden, wo die Aktie trotz guter Zahlen unter Druck geriet. Währenddessenaus dem gleichen Sektor, konnte Parker Hannifin seine beeindruckende Wachstumsdynamik aufrechterhalten, wie der Artikel „Parker Hannifin Quartal: Rekordzahlen und starker Ausblick treiben Aktie“ zeigt.
„Flu remains a significant public health challenge, and mFLUSIVA provides an important new option for America’s seniors. This approval also reflects the ongoing potential of our mRNA platform to help address important public health challenges through continued scientific innovation.“— Stéphane Bancel, CEO von Moderna
Die erfolgreiche Moderna Zulassung des mRNA-Grippeimpfstoffs mFlusiva durch die FDA ist ein wichtiger Schritt für das Unternehmen und bestätigt das Potenzial der mRNA-Technologie. Für Anleger bedeutet der kurzfristige Kursrückgang, dass der Markt die langfristigen Ertragserwartungen noch nicht vollständig eingepreist hat, da signifikante Umsätze erst 2027 erwartet werden. Die weiteren Entwicklungen bei kombinierten Impfstoffen und die Akzeptanz von mFlusiva werden zeigen, ob Moderna seinen Wachstumskurs nachhaltig fortsetzen kann.



