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Ein Volkswagen-Fahrzeug in einem dunklen Studio, das die Herausforderungen der Volkswagen Gewinnwarnung symbolisiert.
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Volkswagen Gewinnwarnung: Porsche-Abschreibung und China-Schwäche belasten

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Die Volkswagen AG hat ihre Prognose drastisch gesenkt – doch was steckt hinter der Gewinnwarnung und welche Rolle spielen Porsche und China dabei?

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Was steckt hinter der Gewinnwarnung?

Die Volkswagen AG hat am Freitag ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 drastisch nach unten korrigiert. Statt der bisherigen operativen Umsatzrendite von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet der Konzern nun nur noch maximal ein Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Marge bei 2,8 Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen die anhaltende Schwäche in China, zusätzliche Restrukturierungskosten sowie eine Sonderbelastung von rund zehn Milliarden Euro. Der Großteil davon, etwa sechs Milliarden Euro, entfällt auf eine Goodwill-Abschreibung auf die Porsche AG.

Beim Umsatz rechnet der Konzern nun mit etwa 315 Milliarden Euro und damit mit der Mitte der ursprünglich genannten Spanne. 2025 hatten die Wolfsburger noch 321,9 Milliarden Euro erlöst. Die Ziele für den Cashflow und die Netto-Liquidität wurden dagegen bestätigt. Bereinigt um die Sondereffekte läge die operative Rendite bei rund vier Prozent, wie das Management betont.

Porsche und China als größte Baustellen

Die Abschreibung auf Porsche zeigt, wie sehr sich die Erwartungen an die Sportwagenschmiede eingetrübt haben. Die langfristige Planung wurde nach unten angepasst, was eine Neubewertung des Unternehmenswerts nach sich zog. Hinzu kommen weitere Restrukturierungskosten durch erweiterte Altersteilzeit-Regelungen und den geplanten Verkauf des Standorts Osnabrück. Auch bei den vollkonsolidierten China-Einheiten drohen Wertminderungen.

Besonders kritisch ist die Lage im Reich der Mitte: Der Markt dort ist in diesem Jahr um etwa ein Fünftel eingebrochen. Zugleich verschiebt sich die Nachfrage schneller als erwartet in Richtung Elektroautos – ein Segment, in dem der Konzern derzeit weniger verdient als mit Verbrennern. Vor allem die Marken Audi und Volkswagen-Pkw leiden darunter. Der Finanzvorstand sprach von einem erheblichen Druck und räumte ein, dass eine Trendwende Jahre dauern werde.

Volkswagen AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - September 2026

Stellenabbau trifft auf wachsenden Widerstand

Der Sparkurs des Konzerns hat eine neue Dimension erreicht. Nach Angaben aus Unterlagen zum Aufsichtsratsbeschluss sollen in der Markengruppe Sport Luxury, zu der Porsche gehört, rund 4.100 Stellen zusätzlich wegfallen. Allein bei den Gemeinkosten fehlen dort rund 700 Millionen Euro. Diese Maßnahmen gelten ausdrücklich zusätzlich zu bestehenden Vereinbarungen.

Konzernweit plant Volkswagen den Abbau von rund 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030, hinzu kommen weitere 50.000 außerhalb Deutschlands. Nach Angaben von Markenchef Thomas Schäfer sind 28.800 Austritte bereits vertraglich fixiert, 16.300 Beschäftigte haben das Unternehmen verlassen. Das reiche aber nicht aus, um auf den Gegenwind zu reagieren.

Gegen diese Pläne formiert sich breiter Widerstand. Die IG Metall hat für heute zu Protesten an mehr als 200 Standorten aufgerufen, an denen sich nach Gewerkschaftsangaben bis zu 100.000 Menschen beteiligen. IG-Metall-Chefin Christiane Benner kritisierte die Konzernspitzen scharf: “Jahrelang waren die Unternehmen erfolgreich, mit ihren Beschäftigten. Jetzt fahren Vorstände die Branche mit Vollgas gegen die Wand und begehen danach Fahrerflucht.”

Wie reagieren die Analysten?

Die Analystenhäuser bewerten die Nachricht unterschiedlich. Die Deutsche Bank hält die Gewinnwarnung für weniger dramatisch, als es die Schlagzeilen vermuten lassen. Die bereinigte Marge von rund vier Prozent liege im Rahmen der Erwartungen. “The key question remains whether management can protect cash generation while gradually improving underlying profitability” (Die zentrale Frage bleibt, ob das Management die Cash-Generierung schützen und gleichzeitig die zugrunde liegende Rentabilität schrittweise verbessern kann), so die Bank.

Jefferies belässt die Aktie auf “Buy” mit einem Kursziel von 120 Euro und verweist darauf, dass der Markt das China-Risiko bereits weitgehend eingepreist habe. Die zusätzlichen Abschreibungen auf Porsche seien die schlechteste Nachricht. Bernstein Research bleibt dagegen bei “Market-Perform” und einem Kursziel von 100 Euro. Analyst Stephen Reitman überschrieb seinen Kommentar mit “Der Schmerz geht weiter”.

Kursverlust und Abstieg aus dem EuroStoxx 50

Für die Aktionäre summiert sich die Belastung. Die Vorzugsaktie notiert am Montag bei rund 75 Euro und damit 1,8 Prozent im Minus. Bereits am Freitag war das Papier nach der Gewinnwarnung 5,6 Prozent schwächer aus dem Handel gegangen. Zusätzlich verliert der Konzern nach 28 Jahren seinen Platz im EuroStoxx 50 – ein weiterer Rückschlag für die Wahrnehmung an den Kapitalmärkten.

Die nächsten Zahlen will das Unternehmen am 29. Oktober vorlegen. Dann wird sich zeigen, wie stark die Sonderbelastungen das dritte Quartal tatsächlich belasten.

Analysten setzen auf die langfristige Kaufchance

Trotz der jüngsten Kursturbulenzen sehen einige Häuser die Bewertung inzwischen auf einem attraktiven Niveau. So bestätigte Berenberg sein Kursziel von 100 Euro für die Volkswagen-Aktie und verwies auf die langfristigen Chancen der Wolfsburger. Im weiteren Marktumfeld bleibt derweil auch die Raumfahrtbranche in Bewegung, wo eine erneute Starship-Verschiebung die SpaceX-Aktie belastet.

Jahrelang waren die Unternehmen erfolgreich, mit ihren Beschäftigten. Jetzt fahren Vorstände die Branche mit Vollgas gegen die Wand und begehen danach Fahrerflucht.
— Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall
Fazit

Die drastisch gesenkte Prognose, die milliardenschwere Porsche-Abschreibung und der wachsende Widerstand der Belegschaft setzen die Volkswagen-Aktie unter erheblichen Druck. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob das Management die Cash-Generierung trotz des teuren Umbaus stabil halten kann. Die Zahlen zum dritten Quartal am 29. Oktober dürften zeigen, ob die Zuversicht der optimistischen Analysten gerechtfertigt ist.

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Maik Kemper

Maik Kemper ist Gründer und Chefredakteur von FOREXSignale.trade. Mit Börsenerfahrung seit dem 18. Lebensjahr handelt er aktiv Forex, Aktien und Kryptowährungen. Schwerpunkte: Quartalsanalysen, Unternehmensstrategien und makroökonomische Entwicklungen.

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