Kann die Deutsche Lufthansa AG trotz Rekordumsatz und starker Nachfrage die gestiegenen Treibstoffkosten langfristig abfedern – oder trübt der vorsichtige Ausblick die Stimmung?
Gewinnplus trotz deutlich höherer Treibstoffkosten
Starke Nachfrage und Kostendisziplin halfen der Deutschen Lufthansa AG, den höheren Aufwand für Treibstoff aufzufangen. Die Treibstoffpreise verursachten im Quartal zusätzliche Kosten von mehr als einer halben Milliarde Euro. Zugleich war die Nachfrage in den verschiedenen Geschäftsbereichen robust; besonders gefragt waren Premiumtickets sowie Verbindungen nach Asien und Nordamerika.
Das bereinigte operative Ergebnis übertraf die Konsensschätzung. Analysten hatten das bereinigte EBIT bei 1,37 Milliarden Euro gesehen; eine konkrete Höhe des tatsächlich erzielten Werts ist in den vorliegenden Angaben nicht enthalten. Ein Händler bewertete das Zahlenwerk auf den ersten Blick als besser als erwartet. Die Aktie notierte bei 8,01 Euro, ein Plus von 7,20 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 7,47 Euro.
Warum fällt der Jahresausblick vorsichtiger aus?
Die Fluggesellschaft hat ihre Prognose für den Jahresgewinn zurückgenommen und die Spanne für das bereinigte EBIT 2026 eingeengt. Als Belastung nannte sie die seit dem Sommer gestiegenen Treibstoffpreise. Die bislang gute Absicherung der Kerosinpreise habe den Anstieg im Jahresverlauf zwar abgefedert, die höheren Kosten wirkten sich nun aber stärker aus.
Damit stehen sich ein kräftiges Sommerquartal und ein weniger zuversichtlicher Blick auf das Gesamtjahr gegenüber. Für Anleger ist entscheidend, ob die Ertragskraft bei anhaltend robustem Reisegeschäft die zusätzliche Kostenbelastung weiter ausgleichen kann. Die vorliegenden Angaben nennen keine konkreten Werte für die neue Gewinnspanne.
JPMorgan sieht Rückenwind bei den Ticketpreisen
JPMorgan verwies nach den Quartalszahlen auf gute Ergebnisse in verschiedenen Bereichen und eine starke Preisdynamik mit Blick auf das vierte Quartal. Diese Einschätzung steht neben der vorsichtigeren Jahresprognose: Höhere Ticketpreise können die Erträge stützen, beseitigen aber nicht automatisch den Druck durch teureren Treibstoff. Die weitere Entwicklung hängt daher auch davon ab, wie sich Kosten und Nachfrage im Schlussquartal zueinander verhalten.
Die Lufthansa steigerte im dritten Quartal ihren Nettogewinn trotz zusätzlicher Treibstoffkosten, senkte aber zugleich ihre Erwartungen für das Gesamtjahr. Für Anleger zeigt sich damit ein gemischtes Bild aus robuster Nachfrage, besser als erwartetem operativem Ergebnis und anhaltendem Kostendruck. Entscheidend wird, ob die Preisdynamik im vierten Quartal die Belastungen weiter abfedert und der Konzern seine Ertragskraft stabil halten kann.



